Examensarbeit, 2014
81 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Forschungsstand
1.2 Quellen
2. Entstehung und Funktion von Kaufhäusern
3. Straßburg als Handelsstadt im Spätmittelalter
4. Das Straßburger Kaufhaus
4.1 Errichtung
4.2 Baugestalt
4.2.1 Ursprungsbau und Erweiterung
4.2.2 Einrichtung
4.3 Das Kaufhauspersonal und seine Aufgaben
4.3.1 Hausmeister und Schreiber
4.3.1 Unterkäufer
4.3.2 Knechte
4.4 Aufsicht und Kontrolle
4.5 Der Kaufhaushandel und seine Organisation
4.5.1 Öffnungszeiten
4.5.2 Handelsabgaben
4.5.3 Warensortiment
4.5.4 Kaufhauszwang
4.5.5 Stapelrecht und Verkaufszwang
4.5.6 Handelskontrolle
4.5.7 Kaufhaushandel in der Messe
5. Die Reglementierung des Handels im Kaufhaus als Ausdruck der Handelspolitik des Straßburger Rates
5.1 Handelsförderliche oder -hemmende Zollpolitik?
5.2 Der handelspolitische Reflexionshorizont des Rates
6. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht die konkrete wirtschaftliche Bedeutung des Kaufhauses für Straßburg im Spätmittelalter, indem sie dessen Organisation, das Personal sowie die handelspolitischen Strategien des Straßburger Rats analysiert und dabei die Frage klärt, inwieweit diese Politik handelsfördernd oder -hemmend wirkte.
4.1 Errichtung
Vor der Errichtung des Kaufhauses konzentrierte sich der Handel in Straßburg an verschiedenen Orten. Darunter waren unter freiem Himmel stattfindende Spezialmärkte sowie bestimmte Hallen und Lauben für unterschiedliche Gewerbezweige, etwa spätestens Ende des 13. Jahrhunderts solche für die Kürschner sowie die Gerber. Tuchlauben, vielleicht sogar eine Tuchhalle, existierten bereits vor dem Jahr 1298. Seit 1353 gab es einen Schlachthof. Im 1321 errichteten Rathaus diente das Untergeschoss dem Verkauf.
Was fremde Kaufleute nicht sofort auf den Märkten verkauften, wurde in speziell dafür vorgesehenen ‚feilen‘ Wirtshäusern gelagert, wo die Gäste auch logierten. Dies änderte sich im Jahr 1358, als, so berichtet der Straßburger Chronist Closener (1362), daz koufhus (...) an dem Saltzhove errichtet wurde. Jakob Twinger von Königshofen fügt in seiner Chronik (1419) der von Closener übernommenen Nachricht hinzu, dass dies erbaut wurde, weil den Gästen in den Wirtshäusern dicke schade von stelende und von andern dingen widerfahren war. Mit dem Kaufhaus bot man den Kaufleuten nunmehr einen Ort, in dem sie ihre teilweise wertvollen und empfindlichen Waren trocken und diebstahlsicher lagern konnten und in dem kaufinteressierte Straßburger Kaufleute die Ware begutachten konnten.
1. Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über das Thema und die Quellenlage, insbesondere zur Rolle des Kaufhauses in der Straßburger Wirtschaft des Spätmittelalters.
2. Entstehung und Funktion von Kaufhäusern: Das Kapitel erläutert die allgemeinen Faktoren für die Entstehung von Kaufhäusern als Zentren für den Fernhandel und die fiskalische Kontrolle.
3. Straßburg als Handelsstadt im Spätmittelalter: Es wird die wirtschaftliche Bedeutung Straßburgs als Freie Stadt und bedeutender Umschlagplatz am Rhein skizziert.
4. Das Straßburger Kaufhaus: Dieses umfangreiche Hauptkapitel behandelt Baugestalt, Personalstruktur, Kontrollmechanismen, Handelsregeln und die Spezifika des Messehandels.
5. Die Reglementierung des Handels im Kaufhaus als Ausdruck der Handelspolitik des Straßburger Rates: Das Kapitel analysiert die handelspolitische Ausrichtung des Rates, insbesondere die Zollpolitik im Hinblick auf ihre handelsfördernde oder -hemmende Wirkung.
6. Schluss: Die Arbeit resümiert die Bedeutung des Kaufhauses als zentrales Instrument, das nicht nur der Kontrolle, sondern auch der aktiven Förderung des Handels diente.
Straßburg, Kaufhaus, Spätmittelalter, Fernhandel, Handelspolitik, Zollwesen, Rat, Kaufhauspersonal, Unterkäufer, Tuchhandel, Messehandel, Stadtwirtschaft, Fiskalismus, Warensortiment, Kontrollapparat
Die Arbeit analysiert die Rolle des Kaufhauses als zentrales Element der spätmittelalterlichen Straßburger Wirtschaft und als Instrument städtischer Handelspolitik.
Die zentralen Felder umfassen die Geschichte des Bauwerkes, die Verwaltung durch Personal (Hausmeister, Unterkäufer), die Organisation des Warenflusses und die handelspolitische Steuerung durch den Rat.
Das primäre Ziel ist es, die konkrete Bedeutung des Kaufhauses im Straßburger Wirtschaftsgefüge zu bestimmen und die Frage nach dem Charakter der städtischen Handelspolitik (handelsfördernd vs. fiskalisch) zu klären.
Die Untersuchung basiert auf einer systematischen Auswertung zeitgenössischer Kaufhausordnungen, städtischer Ratsbeschlüsse, Zolllisten und chronikalischer Aufzeichnungen.
Der Hauptteil rekonstruiert die Entstehung und Erweiterung des Kaufhauses, beschreibt das Personal und dessen Aufgaben sowie die Reglementierung des Handels durch Zoll- und Kontrollmaßnahmen.
Schlüsselwörter sind unter anderem Straßburg, Kaufhaus, Fernhandel, Zollwesen, Handelspolitik, Tuchhandel und Messewesen.
Sie bildeten das oberste Finanzorgan der Stadt und überwachten die Einnahmen des Kaufhauses sowie die Aktivitäten des Hausmeisters und der Zollbeamten.
Die Arbeit widerspricht der älteren Forschungsmeinung einer rein fiskalischen Ausrichtung und zeigt auf, dass der Rat gezielt handelsfördernde Maßnahmen ergriff, um die Standortattraktivität für fremde Kaufleute zu sichern.
Während der Messezeit wurde der Kaufhauszwang temporär aufgehoben, um den großen Andrang zu bewältigen, wobei die Stadt weiterhin ein hohes Interesse an der Kontrolle und Förderung des Textilhandels zeigte.
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