Bachelorarbeit, 2014
39 Seiten, Note: 2,7
1 Einleitung
2 Hauptteil
2.1 Gewaltprävention (Definition)
2.2 Differenzierung von Kampfkunst und Kampfsport
2.3 Allgemeine Merkmale des Kämpfens
2.4 Spezifische Eigenschaften und Ziele ausgewählter Kampfsportarten
2.5 Kampfsport als Gewaltprävention im Bereich der sozialen Arbeit und Pädagogik
2.5.1 Kampfsport und Gewaltprävention – ein Paradoxon?
2.5.2 Studien zum Thema Kampfsport und Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen
2.5.3 Warum gerade Kampfsport als Mittel der Prävention?
2.5.3.1 Pädagogischer und Sozialer Nutzen von Kampfsport
2.5.3.2 Physiologischer Nutzen von Kampfsport
2.5.4 Ausgewählte Gewaltpräventionsangebote mit Kampfsportinhalten
2.5.4.1 „Durchboxen im Leben“ - Das Trainingscamp von Lothar Kannenberg
2.5.4.2 Wo rohe Kräfte sinnvoll walten – Ringen, Rangeln und Raufen
3 Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, inwieweit Kampfsport als pädagogisches Mittel zur Gewaltprävention bei Kindern und Jugendlichen geeignet ist und welche Faktoren hierbei über den Erfolg oder Misserfolg entscheiden.
2.5.1 Kampfsport und Gewaltprävention – ein Paradoxon?
Anhand der im vorherigen Kapitel beschriebenen Merkmale bekannter Kampfsportarten lässt sich auf den ersten Blick schwer nachvollziehen, in welcher Hinsicht und Konstellation bestimmte Kampfsportarten eine gewaltpräventive Funktion für Kinder und Jugendliche haben könnten. Denn viele der zuvor genannten Aspekte werden auch von zahlreichen Autoren als Gegenspruch für die präventive Wirkung dieser Sportarten verwendet:
Die [...] Gemeinsamkeit über die Kampfsportarten hinweg ist trivialerweise, daß sich alle Kampfsportarten mehr oder minder intensiv damit beschäftigen, wie man einem anderen Menschen Leid zufügt. Das ist die generelle Gemeinsamkeit. Die Art dieser Gewaltanwendung ist aber gleichzeitig das Merkmal, an dem man die verschiedenen Kampfkünste unterscheiden muß: Je brutaler die Kampfsportarten sind, als desto zweifelhafter müssen sie im Sinne der Gewaltprävention (pT) angesehen werden. (Junk & Manzel, 1999, S. 12)
Junk und Manzel (1999) betonen in ihrem Aufsatz „Kampfkunst und Gewaltprävention aus der Sicht eines Aikido-Meisters und eines Psychologen“ die Gefahrenpotentiale, die von einigen Kampfsportarten in Verbindung mit bestimmten Charaktertypen ausgehen. Die Autoren nehmen also an, dass es in hohem Maße von den Motiven des Kampfsporttreibenden abhängig ist, ob der Sport für ihn eine gewaltpräventive oder aber eine gewaltfördernde Wirkung hat. Als negatives Beispiel nennen sie hier Personen, die Kampfsport mit dem Ziel betreiben, möglichst effektiv Gewalt und damit einhergehend auch Macht ausüben zu können (vgl. ebd., S. 2ff). Pilz (2004, S. 15) verfolgt eine ähnliche Theorie und unterstreicht die Gefahr fehlgeleiteter Motivationsstränge, die dazu führen können, „dass Kampfkunstangebote in einen Kult des Siegens und der Gewalt münden und gewaltpräventive Bemühungen ins Gegenteil verkehren“. Mittels der folgenden Eigenschaften, die die Wirkung von Gewalt im Bezug auf Kinder und Jugendliche näher beschreiben, lässt sich eine dementsprechende Entwicklung sogar logisch nachvollziehen:
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Beliebtheit von Kampfsportarten und die daraus resultierende Kontroverse über deren Nutzen im Kontext der Gewaltprävention.
2 Hauptteil: Der Hauptteil definiert Gewaltprävention, grenzt Kampfsport von Kampfkunst ab, analysiert die Merkmale des Kämpfens, prüft Studien zur Gewaltbereitschaft und diskutiert pädagogische, soziale sowie physiologische Nutzenfaktoren anhand konkreter Präventionsprogramme.
3 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass nicht der Kampfsport per se, sondern dessen spezifische Inszenierung und Vermittlung durch qualifizierte Trainer entscheidend für eine gewaltpräventive Wirkung ist.
Kampfsport, Gewaltprävention, Kampfkunst, Pädagogik, Sozialarbeit, Jugendhilfe, Aggression, Persönlichkeitsentwicklung, Körperkontrolle, Fair Play, Gewaltbereitschaft, Präventionsprogramme, Durchboxen im Leben, Ringen und Raufen, Bewegungsdrang
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Kampfsport und Gewalt und hinterfragt, ob und wie Kampfsportarten gezielt zur Prävention von Gewalt bei Kindern und Jugendlichen in der Pädagogik eingesetzt werden können.
Die zentralen Themen sind die Definition von Gewaltprävention, die Abgrenzung von Kampfsport zu Kampfkunst, die Analyse von Motiven bei Kampfsportlern sowie die Bewertung praxisorientierter Präventionsprojekte.
Das primäre Ziel ist es, ein wissenschaftliches Verständnis dafür zu entwickeln, welche Faktoren und Attribute eines Kampfsporttrainings notwendig sind, damit dieses eine präventive statt einer gewaltfördernden Wirkung entfaltet.
Die Arbeit basiert auf einer umfangreichen Literaturanalyse, die verschiedene theoretische Ansätze, aktuelle Studien sowie Konzepte aus der pädagogischen Praxis gegenüberstellt und auswertet.
Der Hauptteil behandelt theoretische Definitionen, die Differenzierung von Kampfkunst und Kampfsport, die Analyse der Wirkungsweisen von Kämpfen sowie eine detaillierte Betrachtung von Gewaltpräventionsangeboten im Bereich der sozialen Arbeit.
Wichtige Begriffe sind Kampfsport, Gewaltprävention, Persönlichkeitsentwicklung, pädagogische Inszenierung, Fair Play, Aggressionskontrolle und der gezielte Einsatz von Sport in der Sozialarbeit.
Die Arbeit zeigt, dass das Programm "Durchboxen im Leben" signifikante Erfolge in der Senkung schwerer Gewaltdelikte bei den Teilnehmern erzielt, insbesondere durch die feste Strukturierung des Alltags und die Vermittlung von Disziplin durch den Trainer.
Die Unterscheidung ist für die Präventionsfrage essenziell, da Kampfkunst oft eine ganzheitliche Schulung von Geist und Körper verfolgt, während Kampfsportarten primär auf Wettkampf und Leistung ausgerichtet sein können, was unterschiedliche pädagogische Wirkungen hat.
Der Trainer wird als entscheidende Instanz identifiziert. Sein Einfluss ist maßgeblich dafür verantwortlich, ob ein Kampfsporttraining fair und friedensfördernd gestaltet wird oder ob es negative, gewaltfördernde Tendenzen unterstützt.
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