Diplomarbeit, 2001
157 Seiten, Note: 1
1. Einleitung
Teil I
2. Behinderung
2.1 Definitionen der Behinderung
2.1.1 Der Begriff der Lernbehinderung
2.2 Wechselwirkungen
2.3 Relativität von Behinderung
3. Integration
3.1 Zum Integrationsbegriff
3.2 Geschichte der Integration
3.2.1 Rechte von behinderten Menschen
3.2.2 Rechtlicher Hintergrund des Schulbesuchs
3.2.3 Erste integrative Einrichtungen
3.2.4 Integrative Einrichtungen in Hessen
4. Argumente der Kritiker
4.1 Kritik an der herkömmlichen Schule
4.2 Kritik am Sonderschulwesen
5. Gemeinsamer Unterricht
5.1 Veränderte Lernvoraussetzungen
5.1.1 Veränderte Gesellschaft
5.1.2 Heterogenität in der Regelklasse
5.1.3 Veränderte Anforderungen
5.2 Idee des gemeinsamen Unterrichts
5.2.1 Soziales Lernen
5.2.2 Vielfalt und Chancengleichheit
5.2.3 Schülerorientierung und selbständiges Lernen
5.2.4 Lernsituationen und Unterrichtsmethoden
5.2.5 Differenzierungen
5.2.6 Die Rolle des Lehrenden
5.2.7 Aktives Lernen
5.2.8 Zivilcourage und Meinungsbildung
5.2.9 Entwicklung als Prozeß
5.2.10 IGS und Integration
5.3 Gegenargumente
5.3.1 Kostenaufwand
5.3.2 Entwicklungsstörungen
5.3.3 Leistungsmotivation
5.3.4 Vereinzelung
5.3.5 Übergang in die Sekundarstufe
5.4 Bisherige Untersuchungsergebnisse
5.4.1 Kostenaufwand
5.4.2 Erfahrungen zum gemeinsamen Unterricht
5.4.3 Selbsteinschätzung der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf
5.4.4 Leistung
5.4.5 Sozial- und Freizeitverhalten
5.4.6 Unterrichtsdurchführung in der Sekundarstufe
5.4.7 Elterneinstellungen
5.4.8 Probleme beim gemeinsamen Unterricht
Teil II
6. IGS Nordend
6.1 Die neue IGS-Generation
6.2 Entstehungsgeschichte der IGS Nordend
6.3 Gemeinsamer Unterricht
6.4 Konzept
6.4.1 Jahrgangsteams
6.4.2 Fachliche Differenzierung
6.4.3 Differenzierung der SchülerInnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf
6.4.4 Selbständiges Lernen
6.4.4.1 Wochenplan und Planarbeit
6.4.4.2 Vorhaben
6.4.5 Rituale
6.4.6 Angebote
6.4.7 Berufsorientierung und Schullaufbahnberatung
7. Unterrichtsanalyse
7.1 Fragestellung
7.2 Untersuchungsmethoden
8. Untersuchungsergebnisse
8.1 Zusammensetzung der Schüler
8.2 Lehrer in der Klasse
8.3 Unterrichtsorganisation
8.3.1 Didaktik
8.3.2 Unterrichtsformen
8.3.3 Fachpläne
8.3.4 Selbständigkeit
8.3.5 Arbeits- und Sozialformen
8.3.6 Rituale und Regeln
8.3.6.1 Montagskreis und Klassenrat
8.3.7 Unterrichtsmittel
8.3.8 Fachliche Differenzierung in der Klasse
8.3.9 Differenzierung der SchülerInnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf
8.4 Soziale Aspekte
8.4.1 Umgang / Sozialverhalten
8.4.2 Respekt
8.4.3 Offenheit und Konfliktfähigkeit
8.4.4 Stimmung
8.4.5 Zufriedenheit der SchülerInnen
8.5 Behinderungen und Beeinträchtigungen
8.5.1 Beschreibung der SchülerInnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf
8.5.2 Betreuungsintensität
8.5.3 Wahrnehmung von Anderssein
8.5.4 Umgang mit abweichenden Verhaltensweisen
8.5.5 Soziale Akzeptanz der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf
8.5.6 Soziale Distanz und Freizeitbeziehungen
8.5.7 Entwicklung der SchülerInnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf
8.6 Der Leistungsaspekt
8.6.1 Selbsteinschätzung und Leistungsmotivation
8.6.2 Soziales und Lehrinhalte
8.6.3 Entwicklungsstörungen der nichtbehinderten SchülerInnen
8.7 Elterneinstellungen
9. Auswertung
9.1 Bilanz
9.2 Fazit
Die Diplomarbeit untersucht die Praxis des gemeinsamen Unterrichts von behinderten und nichtbehinderten Kindern an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Nordend. Das primäre Ziel ist es, die tatsächliche Umsetzung des Integrationskonzepts in einer siebten Klasse zu evaluieren, Defizite aufzudecken und durch den Vergleich mit theoretischen Ansätzen sowie früheren Studien fundierte Erkenntnisse für Verbesserungen zu gewinnen.
6.4.1 Jahrgangsteams
Die IGS Nordend ist eine Teamschule. Eine feste Gruppe, die sich in der Regel aus 6-8 LehrerInnen zusammensetzt, unterrichtet überwiegend in einem Jahrgang. Die Lehrer werden nach dem Fachlehrerprinzip zusammengesetzt: Für jedes Fach sollte ein Spezialist anwesend sein. Jeder Jahrgang bildet für sich eine Einheit. Dies schafft Vertrauen und stabile soziale Beziehungen, ist überschaubar und ermöglicht soziale Verantwortung. Die Schülerinnen und Schüler sowie das Lehrerteam kennen sich gut und planen miteinander die Arbeit. Die Integration ist Bestandteil des ganzen Jahrgangs und wird dementsprechend gehandhabt.
Die Teams der IGS Nordend erarbeiten auf der Grundlage der Rahmenpläne des Hessischen Kultusministeriums schulinterne Curricula, die in einigen Jahren in ein Gesamtcurriculum der IGS Nordend münden werden. Bei der Entwicklung dieses Curriculums sind folgende Aspekte von großer Wichtigkeit:
Die Fachinhalte werden in einzelnen Phasen miteinander verknüpft. Die Schlüsselqualifikationen haben einen hohen Stellenwert. Soziale Lernziele sowie die Erziehung zum mündigen und sozial verantwortlichen Menschen stehen dabei im Vordergrund. Methodisch-didaktische Überlegungen und das Ertasten neuer Wege in Richtung eines reformorientierten Lernens werden ständig weitergeführt.
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die historische Entwicklung der Integration in Frankfurt und definiert die Forschungsziele der Arbeit am Beispiel der IGS Nordend.
2. Behinderung: Dieses Kapitel behandelt verschiedene fachwissenschaftliche Definitionen von Behinderung und Lernbehinderung sowie die sozialen Wechselwirkungen im Lebensumfeld.
3. Integration: Hier wird der theoretische Integrationsbegriff beleuchtet und die historische Entwicklung der Rechte behinderter Menschen sowie die Etablierung integrativer Einrichtungen in Hessen dargestellt.
4. Argumente der Kritiker: Das Kapitel widmet sich der Kritik am segregierenden Schulsystem, sowohl hinsichtlich der traditionellen Regelschule als auch des Sonderschulwesens.
5. Gemeinsamer Unterricht: Es wird erörtert, wie sich Lernvoraussetzungen und Anforderungen in der modernen Gesellschaft verändert haben und welche konzeptionellen Ideen sowie Gegenargumente dem gemeinsamen Unterricht zugrunde liegen.
6. IGS Nordend: Dieses Kapitel beschreibt das spezifische Konzept der IGS Nordend, inklusive ihrer Entstehungsgeschichte, der Organisationsstruktur in Jahrgangsteams und der angewandten Unterrichtsformen.
7. Unterrichtsanalyse: Der Autor formuliert hier die konkreten Fragestellungen für die Untersuchung der Unterrichtspraxis und begründet die gewählten Erhebungsmethoden.
8. Untersuchungsergebnisse: Basierend auf den gesammelten Daten werden die Resultate zur Unterrichtsorganisation, den sozialen Aspekten und den Elterneinstellungen in der beobachteten Klasse präsentiert.
9. Auswertung: Die Auswertung zieht eine Bilanz der Untersuchungsergebnisse und stellt im Fazit die Sinnhaftigkeit des gemeinsamen Unterrichts an der IGS Nordend heraus.
Integration, gemeinsamer Unterricht, IGS Nordend, Sonderpädagogischer Förderbedarf, Lernbehinderung, Unterrichtsentwicklung, Binnendifferenzierung, Lehrerkooperation, Inklusion, Schulkonzept, soziale Kompetenz, Elterneinstellungen, Schulentwicklung, Förderplanung, Jahrgangsteams.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Integration behinderter und nichtbehinderter Schüler am Beispiel der Integrierten Gesamtschule (IGS) Nordend in Frankfurt.
Der Fokus liegt auf den pädagogischen Konzepten des gemeinsamen Unterrichts, der kritischen Auseinandersetzung mit herkömmlichen Schulformen sowie der praktischen Umsetzung und Evaluation an der IGS Nordend.
Das Ziel besteht darin, zu untersuchen, wie die Praxis des gemeinsamen Unterrichts an der IGS Nordend aussieht, und diese dem theoretischen Integrationskonzept gegenüberzustellen.
Es wird eine offene, flexible Form der Unterrichtsbeobachtung angewandt, ergänzt durch Lehrerinterviews, Gesprächsmitschnitte sowie schriftliche Befragungen von Schülern und Eltern.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Behinderung und Integration sowie eine detaillierte Analyse der IGS Nordend, einschließlich der Ergebnisse der empirischen Unterrichtsanalyse.
Zentrale Begriffe sind Integration, gemeinsamer Unterricht, sonderpädagogischer Förderbedarf, Binnendifferenzierung und Schulentwicklung.
Die Befragung zeigt, dass die Mehrheit der Eltern – sowohl von Kindern mit als auch ohne Förderbedarf – grundsätzlich zufrieden mit der Durchführung des gemeinsamen Unterrichts an der Schule ist.
Rituale wie der Montagskreis und der Klassenrat dienen als stabilisierende Elemente für die Klassengemeinschaft und fördern die Selbstorganisation sowie die Konfliktfähigkeit der Schüler.
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