Bachelorarbeit, 2014
74 Seiten, Note: 1,0
TEIL A: Männliche Heroinabhängige in Notübernachtungen
1. Einleitung
2. Beschreibung des Untersuchungsgegenstands
3. Substanzabhängigkeit und Gesundheit
3.1. Definition Substanzabhängigkeit
3.2. Besonderheiten der Heroinabhängigkeit
3.3. Genderspezifische Aspekte der Substanzabhängigkeit bei Männern
3.4. Entwicklungen im Bereich der Männergesundheit
4. Wohnungslosigkeit
4.1. Gründe, Statistische Daten zur Wohnungslosigkeit
4.2. Notübernachtungen
4.2.1 Besonderheiten Krisenwohnung
4.2.2 Spannungsverhältnis der akzeptierenden Drogenarbeit in Notübernachtungen
4.2.3 Krisenwohnung als Ressource oder weiteres Problemfeld?
5. Schnittstellen Wohnungslosigkeit und Sucht
5.1 Schwierigkeiten in der Klient_innenarbeit
5.2 Die Problematik der „Zwei-Klassen-Sozialarbeit“
6. Der Weg aus der Abhängigkeit
6.1 Therapie
6.2 Substitution
6.3 Weitere Möglichkeiten
6.4 Erfolg und Misserfolg von Therapien und Behandlungen
TEIL B: Leitfadengestützte Interviews mit Klienten der Krisenwohnung
1. Form der Datenerhebung & angewandte Messinstrumente
1.1. Kriterien für die Stichprobenauswahl
1.1.1. Weshalb die Konzentration auf die Klienten?
1.1.2. Erkenntnisinteresse
2. Aufbau des Leitfadens
3. Auswertungsverfahren
4. Darstellung und Analyse des erhobenen Materials
5. Auswertung
6. Diskussion
7. Fazit/Ausblick
Die Arbeit untersucht die Rolle von Notübernachtungen als Unterstützungseinrichtung für männliche Heroinkonsumenten und hinterfragt, inwieweit diese Einrichtungen den Hilfeprozess fördern oder durch strukturelle Defizite zusätzlich erschweren. Ziel ist es, durch leitfadengestützte Interviews mit Klienten einer Krisenwohnung deren subjektives Erleben sowie die Schnittstellen zwischen Wohnungslosenhilfe und Drogenhilfesystem zu analysieren.
4.2.2 Spannungsverhältnis der akzeptierenden Drogenarbeit in Notübernachtungen
Die Sozialarbeit in Notübernachtungen für nicht abstinente Drogenkonsument_innen unterliegt einem besonderen Spannungsverhältnis und Sozialarbeiter_innen in diesem Bereich befinden sich in einer „bipolaren Rollensituation“ (vgl. Lochmann, 1997, S. 71). Einerseits ist es ihre Aufgabe eine helfende Rolle einzunehmen und eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen, in der die Klienten_innen sich wohlfühlen und erholen können (Lochmann, 1997, S.68). Andererseits sind die Substanzen, welche durch die Klient_innen konsumiert werden, nach deutschem Recht illegal. Notübernachtungen sind keine rechtsfreien Räume und somit sind jegliche Formen des Drogenkonsums oder -handel zumindest in der Theorie nicht zu tolerieren. Dies lässt sich in der Praxis teilweise schwer Umsetzen. So bringen die Bewohner_innen häufig Drogen in die Einrichtungen, da sie diese nicht auf der Straße lassen können oder wollen, wodurch eine gewisse Form der akzeptierenden Drogenarbeit in Notübernachtungen unvermeidbar ist (vgl. Lochmann, 1997 S.71).
Jedoch sollte das Ziel eines Trägers sein jegliche Art von Drogenrazzien o.ä. zu vermeiden. (vgl. Lochmann, 1997, S. 70) Denn nur wenn diese Gefahr für die Klienten nicht besteht, können diese eine Notübernachtung als Schutzraum akzeptieren und sich in dieser erholen. Um dieses Ziel zu erreichen sollten gewisse verbindliche Regeln geschaffen werden, so sollte jegliche Form des Drogenhandels unterbunden werden um die Bildung von kriminellen Strukturen zu vermeiden. Ob zusätzlich der Konsum von Substanzen in der Einrichtung verboten werden sollte, hängt von der rechtlichen Regelung die Einrichtung betreffend ab. Ist in die Notübernachtung ein Konsumraum und entsprechendes Personal wie Ärzte und Krankenpfleger integriert, kann der Konsum in den dafür vorgesehen Räumlichkeiten erlaubt werden. Fehlt diese Räumlichkeit jedoch, ist es zu überlegen, ob jegliche Form des Drogenkonsums in der Einrichtung nicht verboten werden sollte.
Diese festgelegten Regeln bilden den Grundsatz für die Errichtung des Schutzraumes für die Klienten. Die Mitarbeiter_innen müssen diese Regeln im Notfall mit einem Sanktionshandeln durchsetzen und Zuwiderhandeln sanktionieren. Dadurch entsteht die bipolare Rollensituation der Mitarbeiter_innen in Notübernachtungen. Einerseits soll ein Schutzraum und eine vertrauensvolle Atmosphäre geschaffen werden, andererseits wird Zuwiderhandeln mit Strafen belegt, welche eine Vertrauensatmosphäre zerstören können.
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die persönliche Motivation des Autors und die Entstehung der Forschungsfrage im Rahmen der Tätigkeit in einer Krisenwohnung.
2. Beschreibung des Untersuchungsgegenstands: Es wird dargelegt, dass männliche wohnungslose Heroinkonsumenten im Fokus stehen und mittels leitfadengestützter Interviews analysiert werden sollen.
3. Substanzabhängigkeit und Gesundheit: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Abhängigkeit, beleuchtet die gesundheitlichen Auswirkungen von Heroin und diskutiert genderspezifische Aspekte bei Männern.
4. Wohnungslosigkeit: Hier wird das Phänomen der Wohnungslosigkeit in den Kontext der Hilfesysteme eingeordnet und die Bedeutung von Notübernachtungen sowie der Krisenwohnung erörtert.
5. Schnittstellen Wohnungslosigkeit und Sucht: Das Kapitel behandelt die Problematiken in der Kooperation der beiden Hilfesysteme und die daraus resultierenden Herausforderungen für die Sozialarbeit.
6. Der Weg aus der Abhängigkeit: Es werden verschiedene Behandlungsansätze wie Therapie und Substitution gegenübergestellt und hinsichtlich ihres Erfolgs bewertet.
7. Fazit/Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Ausgangsfrage hinsichtlich der Unterstützungsmöglichkeiten durch Notübernachtungen.
Heroinabhängigkeit, Wohnungslosigkeit, Notübernachtungen, Soziale Arbeit, Genderspezifik, Suchthilfesystem, Krisenwohnung, Qualitative Forschung, Leitfadeninterviews, Suchtprävention, Sozialarbeiter, Klientenarbeit, Akzeptierende Drogenarbeit, Gesundheit, Lebenswelt.
Die Arbeit befasst sich mit der Lebenssituation männlicher, wohnungsloser Heroinkonsumenten und deren Inanspruchnahme von Notübernachtungseinrichtungen.
Zentrale Themen sind die Auswirkungen von Wohnungslosigkeit auf den Drogenkonsum, die Rolle des Hilfesystems sowie geschlechtsspezifische Unterschiede bei Sucht und Männlichkeit.
Ziel ist es zu klären, ob Notübernachtungen eine Ressource auf dem Weg aus der Sucht darstellen oder ob sie das Hilfeverhalten der Betroffenen aufgrund struktureller Probleme erschweren.
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der auf drei leitfadengestützten Interviews mit Klienten der Krisenwohnung basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Sucht und Wohnungslosigkeit sowie einen empirischen Teil, in dem die Interviews ausgewertet und diskutiert werden.
Die zentralen Begriffe sind Heroinabhängigkeit, Wohnungslosigkeit, akzeptierende Drogenarbeit, Soziale Arbeit und Genderspezifik.
Die Krisenwohnung arbeitet mit einem spezifischen Regelwerk, erfordert Übernachtungsscheine und ist explizit als Schutzraum für nicht abstinente Konsumenten konzipiert.
Der Autor warnt davor, professionelle Sozialarbeit durch rein ehrenamtliche Strukturen zu ersetzen, da dies keine langfristige und fachlich fundierte Unterstützung für die Klienten gewährleistet.
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