Examensarbeit, 2014
74 Seiten, Note: 13/15
1. Einleitung
2. Was ist Inklusion?
2.1. Begriffsklärung
2.2. Die Verwendung des Inklusionsbegriffs in Deutschland
2.3. Die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen
2.4. Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit
2.4.1. Dazugehörigkeit und Teilhabe
3. Inklusion in Kanada
3.1. Wurzeln des kanadischen Inklusionskonzepts
3.2. Das kanadische Schulsystem
3.3. Migrationspolitik als Schlüsselfaktor?
3.4. New Brunswick – Ein Beispiel für Inklusion
3.4.1. Geschichte des Inklusionsgedankens in New Brunswick
3.4.2. Die Besonderheiten des Schulsystems in New Brunswick
3.4.2.1. Special Education Plan
3.4.2.2. Zusätzliche Fördermaßnahmen
3.4.3. Bildungsfinanzierung
3.4.4 PISA 2000
3.4.5. Die Lehren aus PISA 2000
3.4.6. Evaluation der SchülerInnen
3.4.7. Evaluation und Reflexion des Inklusionsprozesses
3.4.8. Ziele: Aktionsplan 2012 bis 2015
3.5. Zwischenfazit
4. Inklusion am deutschen Beispiel
4.1. Das Inklusions-Projekt der Gesamtschule Hungen
4.1.1. Voraussetzungen an der Schule
4.1.2. Die Projektklasse der Gesamtschule Hungen
4.1.3. Wichtige Aspekte der pädagogischen Arbeit in der Projektklasse
4.1.4. Wie inklusiv ist die Projektklasse wirklich?
4.1.5. Ergebnisse der Abschlussarbeiten in der Projektklasse
4.1.6. Vorschläge für die Zukunft des Projekts
5. Diskussion
5.1. Was kann Deutschland von New Brunswick lernen?
6. Zusammenfassung
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Transfermöglichkeiten des erfolgreich erprobten Inklusionsmodells der kanadischen Provinz New Brunswick auf das deutsche Bildungssystem zu untersuchen und konkrete Lösungsansätze für die zögerliche Umsetzung der Inklusion in Deutschland abzuleiten.
3.4.1. Geschichte des Inklusionsgedankens in New Brunswick
Die Inklusionsphilosophie begründet sich in New Brunswick auf sechs entscheidende Grundsätze, die die Entwicklung in den letzten zwanzig Jahren entscheidend beeinflusst haben (DEPARTMENT OF EDUCATION NEW BRUNSWICK 1994:1):
1. Alle Kinder können lernen.
2. Alle Kinder besuchen altersentsprechende Regelklassen in den Schulen ihres Umfelds.
3. Alle Kinder erhalten angemessene Bildungsangebote.
4. Alle Kinder erhalten ein Curriculum, das ihren Bedürfnissen entspricht.
5. Alle Kinder nehmen an co-curricularen und extra-curricularen Aktivitäten teil.
6. Alle Kinder profitieren von der Kooperation zwischen ihrem Zuhause, ihrer Schule und der Gemeinde.
Zwar gilt New Brunswick mit dieser Philosophie und seit den geänderten Schulgesetzen von 1986 als Inklusionsvorreiter, die eigentlichen Wurzeln dieses Gedankenguts liegen aber noch viel weiter zurück: Das moderne Schulsystem New Brunswicks wurde bereits 1871 eingerichtet und bereits 1892 wurde das erste Schulgesetz zur Erziehung und Bildung sehbehinderter Menschen erlassen. 1903 wurde dann auch gehörlosen Menschen nicht mehr das Recht auf Erziehung und Bildung abgesprochen, allerdings konnten noch bis 1957 die Schulträger selbst entscheiden, ob geistig und schwermehrfachbehinderte Kinder vom Schulunterricht ausgeschlossen werden oder nicht (STEIN 2011a:99).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz von Inklusion in Deutschland, insbesondere unter Berücksichtigung der UN-Behindertenrechtskonvention und des hessischen Schulgesetzes.
2. Was ist Inklusion?: In diesem Kapitel werden der Begriff der Inklusion definiert, begriffliche Unstimmigkeiten geklärt und die theoretischen Grundlagen sowie die Forderungen der Inklusionsphilosophie erörtert.
3. Inklusion in Kanada: Das Kapitel bietet einen umfassenden Überblick über das kanadische Schulsystem und die spezifische Inklusionspraxis in New Brunswick.
4. Inklusion am deutschen Beispiel: Anhand einer hospitierten Projektklasse einer Gesamtschule wird die praktische Umsetzung von Inklusion im deutschen Schulalltag analysiert und kritisch hinterfragt.
5. Diskussion: Die Diskussion reflektiert, welche Ansätze aus dem Modell New Brunswick auf Deutschland übertragbar sind und welche gesellschaftlichen Bedingungen hierfür geschaffen werden müssen.
6. Zusammenfassung: Das letzte Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und zieht ein Resümee über den langwierigen Prozess des Inklusionsumbaus.
Inklusion, Kanada, New Brunswick, Inklusionsmodell, Sonderpädagogik, Schulsystem, Bildungsgerechtigkeit, Chancengleichheit, UN-Behindertenrechtskonvention, Projektklasse, Mainstreaming, Pädagogische Arbeit, Schulentwicklung, Förderbedarf, Integration.
Die Arbeit untersucht, wie das Inklusionsmodell der kanadischen Provinz New Brunswick die Umsetzung der Inklusion in deutschen Schulen fördern kann.
Zentrale Felder sind die theoretische Definition von Inklusion, der internationale Vergleich zwischen Kanada und Deutschland sowie die praktische Analyse eines Inklusionsprojekts in Deutschland.
Die Arbeit verfolgt die Frage, welche spezifischen Elemente des Inklusionsmodells aus New Brunswick dazu dienen können, die Inklusion im deutschen Schulsystem effektiver voranzubringen.
Der Verfasser nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse und empirischer Hospitation an einer deutschen Gesamtschule, um die praktische Anwendung inklusiver Maßnahmen zu untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit dem Inklusionsbegriff, eine Analyse des kanadischen Schulsystems und eine Fallstudie zu einem Inklusionsprojekt in einer hessischen Schule.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Inklusion, kanadisches Schulmodell, Bildungsgerechtigkeit, Sonderpädagogik und Schulentwicklung charakterisiert.
New Brunswick zeichnet sich durch eine konsequente horizontale Gliederung des Schulsystems, den Verzicht auf Sonderschulen und ein ausgeprägtes Netzwerk von Fachkräften wie dem "methods and resource teacher" aus.
Sie sind ein dreistufiges Instrument zur individuellen Anpassung von Lerninhalten, um SchülerInnen bestmöglich im Klassenverband zu fördern, statt sie auszugrenzen.
Kanada verfolgt eine multikulturelle Politik, die Diversität als Bereicherung sieht, während Deutschland laut Arbeit lange assimilierende Tendenzen aufwies, die die Eingliederung erschwerten.
Die verantwortlichen Lehrkräfte bewerten das Projekt aufgrund hoher Abschlussquoten des Hauptschulabschlusses bei zuvor als "unbeschulbar" geltenden SchülerInnen als vollen Erfolg.
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