Masterarbeit, 2014
86 Seiten, Note: Sehr gut
1 Einleitung
2 Geldtheorie
2.1 Funktionen des Geldes
2.2 Geldmengenkonzept
2.3 Geldangebot und Geldschöpfung
2.4 Geldnachfrage und Inflationstheorien
2.4.1 Die älteren Quantitätstheorien
2.4.2 Die Keynesianische Liquiditätspräferenztheorie
2.4.3 Neoquantitätstheorie
3 Entstehung, Aufbau und Ziele der EZB und der Fed
3.1 Die Europäische Zentralbank
3.1.1 Geschichtliche Entwicklung
3.1.2 Organisationsstruktur
3.1.3 Grundsätze und Ziele
3.2 Das Federal Reserve System
3.2.1 Geschichtliche Entwicklung
3.2.2 Organisationsstruktur
3.2.3 Grundsätze und Ziele
4 Geldpolitische Instrumente der EZB und der Fed
4.1 Mindestreserven
4.2 Offenmarktgeschäfte
4.3 Ständige Fazilitäten
5 Transmissionsmechanismen der Geldpolitik
5.1 Zinskanal
5.2 Vermögenspreiskanäle
5.2.1 Wechselkurskanal
5.2.2 Aktienkurskanal
5.2.3 Immobilienpreiskanal
5.3 Kreditkanäle
5.3.1 Bankkreditkanal
5.3.2 Bilanzkanal
6 Unkonventionelle Maßnahmen seit Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2007
6.1 Offenmarktgeschäfte
6.2 Mindestreserve
6.3 Ständige Fazilitäten
6.4 Forward Guidance
7 Analyse der unkonventionellen Maßnahmen
8 Schlussbetrachtung
Die Arbeit analysiert die geldpolitischen Instrumente der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Federal Reserve Systems (Fed) und untersucht, wie diese Institutionen nach der Finanzkrise 2007 auf unkonventionelle Maßnahmen zurückgriffen, um ihre geldpolitischen Ziele trotz gestörter Transmissionsmechanismen zu erreichen.
3.2.1 Geschichtliche Entwicklung
Die erste amerikanische Notenbank wurde im Jahr 1791 gegründet, wobei der Einführung heftige Debatten vorausgingen. Diskutiert wurde vor allem, ob der Kongress überhaupt zur Schaffung einer Zentralbank ermächtigt war. Befürworter Alexander Hamilton überzeugte die Kritiker, indem er argumentierte, dass der Kongress dermaßen viel monetäre und finanzpolitische Macht besitzt, dass es nur richtig wäre, eine Bank zu gründen, um diese auch tatsächlich auszuüben.66 Die erste Zentralbank der USA, mit Hauptsitz in Philadelphia, war zum damaligen Zeitpunkt nicht nur die größte Bank mit einem Kapital von rund zehn Millionen US-Dollar, sondern auch das größte Unternehmen. Sie war verantwortlich für die Annahme von Einlagen, die Ausgabe von Banknoten, für die Kreditgewährung und den Ankauf von Sicherheiten.
Die Angst vor dem mächtigen Einfluss dieser Bank war sicherlich mitverantwortlich dafür, dass ihr Chartervertrag nach 20 Jahren auslief und nicht verlängert wurde, wenngleich der Vorschlag zur Erneuerung nur wegen einer Stimme scheiterte. Fünf Jahre später verschlechterte sich jedoch die wirtschaftliche Situation dermaßen, dass dem Kongress im Jahr 1816 ein Gesetzesentwurf für die Gründung der „Second Bank of the United States“ vorgelegt wurde, der von einer knappen Mehrheit abgesegnet wurde. Die zweite amerikanische Notenbank war der ersten hinsichtlich Aufgaben und Funktionen sehr ähnlich, übertraf diese jedoch, was die Kapitalisierung in der Höhe von 35 Millionen US-Dollar betraf. Da sie aufgrund ihrer immensen Einflussnahme allerdings von großen Teilen der Bevölkerung, Politikern sowie Geschäftsmännern als Bedrohung für die Demokratie gesehen wurde, kam es auch hier im Jahr 1836 zu keiner Verlängerung des Vertrages.67
Das anschließende Bankwesen war geprägt durch eine Unzahl von Banken, ohne jegliche bundesstaatliche Regulierung. Der „National Banking Act of 1863“ versuchte die entstandenen Unsicherheiten im Bankensystem durch staatlich zugelassene Banken in den Griff zu bekommen und brachte zudem eine Einheitswährung hervor. Ohne eine einheitliche Zentralbankenleitung erwies sich dieser Versuch jedoch als unzulänglich. Der industrielle Aufschwung Ende des 19. Jahrhunderts machte eine Reform des Bankensystems notwendig und ebnete somit den Weg für die Gründung des Federal Reserve System.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Aufgabenstellung ein, die zwei größten Zentralbanken (EZB und Fed) zu vergleichen, sowie die Rolle unkonventioneller Maßnahmen nach der Finanzkrise 2007 zu untersuchen.
2 Geldtheorie: Das Kapitel erläutert die ökonomischen Grundlagen, insbesondere die Funktionen des Geldes, Geldmengenkonzepte sowie klassische und moderne Theorien zur Geldnachfrage und Inflation.
3 Entstehung, Aufbau und Ziele der EZB und der Fed: Hier werden die historische Entwicklung, die Organisationsstruktur und die Grundsätze der EZB und des Federal Reserve Systems detailliert gegenübergestellt.
4 Geldpolitische Instrumente der EZB und der Fed: Dieses Kapitel beschreibt die klassischen Instrumente wie Mindestreserven, Offenmarktgeschäfte und ständige Fazilitäten, die den Zentralbanken unter normalen wirtschaftlichen Bedingungen zur Verfügung stehen.
5 Transmissionsmechanismen der Geldpolitik: Die Übertragungswege, über die geldpolitische Impulse die Wirtschaft erreichen (Zinskanal, Vermögenspreiskanäle, Kreditkanäle), werden hier analysiert, wobei besonders auf Störungen während der Krise eingegangen wird.
6 Unkonventionelle Maßnahmen seit Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2007: Eine detaillierte Übersicht der außergewöhnlichen Maßnahmen von EZB und Fed, wie Quantitative Easing, Credit Easing und Forward Guidance, zur Krisenbewältigung.
7 Analyse der unkonventionellen Maßnahmen: Das Kapitel bewertet die Erfolge und Risiken der ergriffenen unkonventionellen Maßnahmen hinsichtlich der Marktstabilisierung und der Auswirkungen auf die Realwirtschaft.
8 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die Herausforderungen für die Geldpolitik beim Ausstieg aus den expansiven Maßnahmen.
Europäische Zentralbank, EZB, Federal Reserve, Fed, Finanzkrise 2007, Geldpolitik, unkonventionelle Maßnahmen, Quantitative Easing, Credit Easing, Transmissionsmechanismen, Geldmenge, Zinskanal, Kreditkanal, Preisstabilität, Forward Guidance.
Die Arbeit befasst sich mit einem vergleichenden Analyseansatz der zwei weltweit bedeutendsten Zentralbanken, der EZB und der Fed, und untersucht deren Maßnahmen zur Krisenbekämpfung ab 2007.
Zentral sind die theoretischen Grundlagen des Geldes, die Struktur und Ziele der jeweiligen Zentralbanken sowie eine eingehende Analyse der konventionellen und unkonventionellen geldpolitischen Instrumente im Krisenkontext.
Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, wie EZB und Fed nach der Finanzkrise auf unkonventionelle Instrumente ausgewichen sind, um ihre Preisstabilitätsziele zu halten, obwohl die klassischen Übertragungsmechanismen gestört waren.
Es handelt sich um eine deskriptive und analysierende Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturrecherche, dem Vergleich institutioneller Strukturen und der Auswertung von Wirtschaftsdaten basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Zentralbank-Strukturen, der geldpolitischen Instrumente, der Funktionsweise von Transmissionskanälen und eine detaillierte Ausarbeitung der unkonventionellen Krisenmaßnahmen.
Zu den prägenden Begriffen gehören Europäische Zentralbank, Federal Reserve, Finanzkrise 2007, Geldpolitik, unkonventionelle Maßnahmen, Quantitative Easing und Transmissionsmechanismen.
Während die EZB ihren Fokus primär auf die direkte Kreditvergabe an Banken legte, dehnte die Fed ihre monetäre Basis durch umfangreiche Anleihekäufe (Quantitative Easing) massiv aus.
Forward Guidance wird als kommunikationspolitisches Instrument analysiert, das helfen soll, die Erwartungen der Marktteilnehmer hinsichtlich der zukünftigen Geldpolitik zu lenken, wenn klassische Instrumente an ihre Grenzen stoßen.
Die Arbeit beleuchtet die Sorgen vor einer Hyperinflation sowie die Gefahr einer Fehlleitung von Kapital in Immobilienblasen und diskutiert die schwierigen Exit-Strategien der Notenbanken.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die unkonventionellen Maßnahmen maßgeblich zur Stabilisierung der Märkte beigetragen haben, die Ergebnisse bezüglich einer nachhaltigen Belebung der Realwirtschaft jedoch gemischt sind.
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