Bachelorarbeit, 2014
74 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Trennung und Scheidung- Auflösung der Familie?
2.1 Scheidung als Phasenspezifischer Prozess
2.1.1 Ambivalenzphase
2.1.2 Trennungs- und Scheidungsphase
2.1.3 Nachscheidungsphase
3. Familienrecht
3.1 Scheidungsrecht
3.2 Sorgerecht
3.3 Umgangsrecht
4. Auswirkungen von Trennung und Scheidung auf die kindliche Entwicklung
4.1 Phasen kindlicher Entwicklung
4.1.1 Kinder im Alter von 0- 3 Jahren
4.1.2 Kinder im Alter von 3-5 Jahren
4.1.3 Kinder im Alter von 5-6 Jahren
4.2 Auswirkungen kindlicher Entwicklung bei Trennung und Scheidung in Bezug auf die Scheidungsphasen
4.2.1 In Bezug auf das Alter und die kindliche Entwicklung
4.2.2 In Bezug auf das Geschlecht der Kinder
4.3 Aufwachsen bei der Mutter- Besuche beim Vater
4.3.1 Chancen und Grenzen der elterlichen Kooperation
5. Herausforderungen für pädagogische Fachkräfte in der Kindertageseinrichtung
6. Fazit – Ausblick
Anhang 1
Anhang 2
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen von Trennung und Scheidung auf die Entwicklung von Kindern im frühen Kindesalter, wobei ein besonderer Fokus auf der Rolle des Vaters liegt. Die zentrale Forschungsfrage geht der These nach, inwieweit die Abwesenheit des Vaters die kindliche Entwicklung negativ beeinflusst und welche Bedeutung die Aufrechterhaltung einer qualitativ hochwertigen Vater-Kind-Beziehung für das kindliche Wohlbefinden und die Bewältigung des Trennungsprozesses hat.
4.2.2 In Bezug auf das Geschlecht der Kinder
Geschlechtsspezifische Auswirkungen einer Trennung und Scheidung werden durch Studien unterschiedlich belegt. Borchert (2011) vergleicht Studien und zitiert Wallerstein und Kelly (1975, 1980a, 1980b) aus ihrer Längsschnittstudie, die feststellten, dass Mädchen und Jungen beinahe die gleichen emotionalen Reaktionen zeigten. Bei genauerer Betrachtung im Verlauf einer Trennung und Scheidung fiel jedoch auf, dass Mädchen sich schneller in ihrer Rolle stabilisierten als Jungen. (vgl. Borchert 2011, S. 31 zit. n. Wallerstein und Kelly (1975, 1980a, 1980b) Auch Sams beschreibt, dass Mädchen sich schneller an die Situation anpassten und sich ruhiger und unauffälliger verhielten. Jungen hingegen wiesen enorme psychische Belastungen nach. (vgl. Sams 2000, S. 116f.) Untersuchungen von Wallerstein und Kelly brachten das Ergebnis, dass die Belastungen bei Jungen nach zehn Jahren nahezu abgeklungen waren, jedoch bei Mädchen zunahmen. Bei ihnen nahmen mit der weiteren Entwicklung das Selbstbewusstsein ab und psychische Störungen zu. Dieser Effekt wird nach Wallerstein und Blakeslee (1990) als „sleepers effect“ bezeichnet und sagt aus, dass Mädchen die Scheidung anfangs scheinbar leichter bewältigen können.
In der Literatur werden nach den Ergebnissen der Studien lediglich Mutmaßungen abgegeben, da eine eindeutige Analyse der geschlechtsspezifischen Auswirkungen nur schwer zu erfassen ist. (vgl. Borchert 2011, S. 31 zit. n. Wallerstein und Kelly (1975, 1980a, 1980b)) Der Verbleib der Kinder bei der Mutter nach der Scheidung kann für die unterschiedliche geschlechtliche Verarbeitung ebenfalls verantwortlich sein. Das Mädchen hat eine gleichgeschlechtliche Bezugsperson, mit der es sich über Gefühle und Probleme austauschen kann. Für den Jungen steht der Vater nach einer Trennung und Scheidung nur eingeschränkt oder gar nicht zur Verfügung (vgl. Borchert 2011, S. 31 zit. n. Jaede u.a. 1996). Strohbach fügt hinzu, dass die gleichgeschlechtliche Identifikationsperson dem Jungen fehlt. (vgl. Borchert 2011, S. 31 zit. n. Strohbach 2002)
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigenden Scheidungsraten und deren Relevanz für die kindliche Entwicklung, wobei das Ziel verfolgt wird, die Rolle des Vaters nach der Trennung zu analysieren.
2. Trennung und Scheidung- Auflösung der Familie?: Dieses Kapitel beschreibt Scheidung als einen komplexen Transitions- und Entwicklungsprozess für das Familiensystem und ordnet ihn in verschiedene psychologische Modelle ein.
3. Familienrecht: Das Kapitel erläutert die rechtlichen Grundlagen von Scheidung, Sorgerecht und Umgangsrecht, wobei die Bedeutung des Kindeswohls und die elterliche Verantwortung im Vordergrund stehen.
4. Auswirkungen von Trennung und Scheidung auf die kindliche Entwicklung: Hier werden die entwicklungspsychologischen Phasen des Kindes und die spezifischen Auswirkungen von Trennungserfahrungen in Abhängigkeit von Alter, Entwicklung und Geschlecht detailliert analysiert.
5. Herausforderungen für pädagogische Fachkräfte in der Kindertageseinrichtung: Dieses Kapitel thematisiert die Rolle der Kindertageseinrichtung als Schutzfaktor und zeigt auf, wie Fachkräfte Eltern in der Trennungssituation partnerschaftlich unterstützen können.
6. Fazit – Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und betont die Dringlichkeit präventiver Angebote für Familien in Trennungssituationen sowie die Stärkung des väterlichen Engagements.
Trennung, Scheidung, kindliche Entwicklung, Vater-Kind-Beziehung, Sorgerecht, Resilienz, Bindungstheorie, Transitionsphase, Familienrecht, Kindertageseinrichtung, Elternkooperation, Familienzentren, Entwicklungspsychologie, Kindeswohl, Prävention
Die Arbeit befasst sich mit den Auswirkungen von elterlicher Trennung und Scheidung auf die kindliche Entwicklung im frühen Kindesalter und beleuchtet insbesondere die Rolle und Bedeutung des Vaters in diesem Prozess.
Die zentralen Themen umfassen die entwicklungspsychologische Perspektive des Kindes, die rechtlichen Aspekte von Sorge- und Umgangsrecht, die Bedeutung der Vater-Kind-Bindung sowie die Rolle von Kindertageseinrichtungen als Unterstützungssystem für betroffene Familien.
Das Hauptziel ist es, die These zu prüfen, ob die Abwesenheit des Vaters nach einer Trennung die kindliche Entwicklung erheblich negativ beeinflusst, und herauszuarbeiten, wie eine stabile Beziehung zum Vater zur Bewältigung des Trennungsprozesses beitragen kann.
Die Arbeit basiert primär auf einer fundierten Literaturrecherche und einer Analyse bestehender Längsschnittstudien sowie theoretischer Konzepte der Entwicklungspsychologie und des Familienrechts.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Scheidungsprozesses, die rechtlichen Rahmenbedingungen, eine detaillierte Analyse der Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung unter Berücksichtigung von Alter und Geschlecht sowie die Anforderungen an die pädagogische Fachpraxis.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Trennung, Scheidung, kindliche Entwicklung, Vater-Kind-Beziehung, Resilienz, Bindungstheorie und Erziehungspartnerschaft.
Das Residenzmodell beschreibt eine Wohn- und Betreuungsform, bei der das Kind bei einem Elternteil (meist der Mutter) aufwächst und den anderen Elternteil in regelmäßigen Abständen besucht.
Die Einrichtung fungiert als Schutzfaktor, indem sie durch einen festen Tagesablauf Sicherheit und Orientierung bietet und durch ein partnerschaftliches Verhältnis zu beiden Elternteilen zur Minderung von Entwicklungsrisiken beiträgt.
Der "sleepers effect" beschreibt ein Phänomen, bei dem Mädchen eine Scheidung anfangs scheinbar leichter bewältigen, jedoch im weiteren Verlauf der Entwicklung vermehrt psychische Störungen und ein sinkendes Selbstbewusstsein zeigen können.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

