Magisterarbeit, 2012
88 Seiten
1 Einleitung
1.1 Relevanz des Themas
1.2 Forschungsfragen
1.3 Aufbau der Arbeit
2. Theoretische Einbettung
2.1 Sexualität bei Migrantinnen und Migranten aus der Türkei als Thema für die Soziologie?
2.2 Begriffserklärungen
2.2 1 Sexualität und Sexualität als Sozialität
2.2.2 Migration und Migrationshintergrund
2.2.3 Geschlecht als soziale Wirklichkeit
2.3 Sexualität und Islam in der türkischen Kultur
2.3.1 Sunniten und Sexualität
2.3.2 Aleviten und Sexualität
2.4 Stand der Forschung
3. Theorienansätze
3.1 Marginal Man Konzept
3.2 Das Coping-Konzept
4. Methodik
4.1 Methodenwahl
4.1.1 Qualitative Sozialforschung
4.1.2 Gütekriterien
4.1.3 Das qualitative Interview
4.2 Fallauswahl
4.2.1 Leitfadengespräch
4.3 Feldzugang
4.3.1 Leitfaden
4.3.2 Kontaktpersonen
4.3.3 Feldphase
4.4 Auswertungsstrategien
4.4.1 Software für die qualitative Datenanalyse
4.4.2 Transkriptionsregeln
4.4.3 Codesystem und Codes
4.4.4 Codierregeln
5. Überleitung von der Theorie zur Empirie
5.1 Thesen/Vermutungen
5.1.1 These von der geschlechtsbezogen marginalisierten Persönlichkeit
5.1.2 These vom kulturell und sexuell motivierten, asymmetrisch geschlechtsspezifischen Coping
5.1.3 These von der religiösen Asymmetrie der Konfessionen
6. Ergebnisdarstellung und Diskussion
6.1 Zusammenfassung der Interviews
6.2 Typenbildung
6.2.1 Bewusst stillschweigender Typ
6.2.2 Stillschweigender Akzeptanz Typ
6.2.3 Extremer Typ
6.2.4 Marginalisierter Typ
6.2.5 Nicht marginalisierter Typ
6.3 Die Ergebnisse im Licht der Thesen
6.3.1 Ergebnisse zur These von der geschlechtsbezogen marginalisierten Persönlichkeit
6.3.2 Ergebnisse zur These vom kulturell und sexuell motivierten, asymmetrisch geschlechtsspezifischen Coping
6.3.3 Ergebnisse zur These von der religiösen Asymmetrie der Konfessionen
7. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen traditionellen religiösen Normen und westlichen liberalen Werten bei in Deutschland geborenen jungen Erwachsenen mit türkischem Migrationshintergrund, mit besonderem Fokus auf deren sexuelle Einstellungen und Verhaltensweisen.
Der soziologische Blick
Der soziologische Blick löst das Sexuelle aus all den Einkleidungen, Überhöhungen und Verstecken heraus, um es nüchtern als ein zwischenmenschliches Geschehens zu betrachten, als einer unter mehreren Feldern unseres Zusammenlebens (Lautmann 2002:9).
Mit der Sexualität beschäftigen sich viele Wissenschaften, vor allem Medizin und Biologie. Das Fach Soziologie hat das Thema Sexualität lange Zeit nicht hinreichend ernst genommen, aber die neueren Geschlechterbewegungen haben diese beengte Sicht zusehends verändert. Wenn über die Soziologie der Sexualität geredet wird, stellt sich die Frage, was an der Sexualität sozial sein soll. Sexualität ist nicht eine ausschließlich subjektiv mentale Erscheinung, sie ist vielmehr auch ein kulturelles Phänomen. Die Kultur beeinflusst alle Lebensbereiche. Das „Sexuelle“ wird auch seine Gestalt durch die Kultur finden. (vgl. Lautmann 2002:9ff.) Es gibt sehr unterschiedliche Kulturen und Wertvorstellungen. Dadurch wird auch Sexualität in verschiedenen Kulturen unterschiedlich wahrgenommen und interpretiert.
1 Einleitung: Einführung in die Problemstellung der Migration und die Tabuisierung von Sexualität bei jungen Erwachsenen mit türkischem Migrationshintergrund.
2. Theoretische Einbettung: Theoretische Grundlagen zu Begriffen wie Sexualität, Migration und Geschlecht sowie Analyse der Rolle des Islams (Sunniten und Aleviten).
3. Theorienansätze: Darstellung der Konzepte "Marginal Man" und "Coping", die als theoretischer Rahmen der Untersuchung dienen.
4. Methodik: Detaillierte Erläuterung der qualitativen Forschungsweise, der Leitfadeninterviews und der angewandten Auswertungsstrategien.
5. Überleitung von der Theorie zur Empirie: Formulierung der forschungsleitenden Thesen zur marginalisierten Persönlichkeit, zu Coping-Strategien und religiösen Asymmetrien.
6. Ergebnisdarstellung und Diskussion: Vorstellung der Interviewergebnisse, Typenbildung (z.B. bewusst stillschweigender Typ) und Diskussion der Ergebnisse im Kontext der Thesen.
7. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse über die Verheimlichungsstrategien und den Einfluss kultureller Prägung auf das Sexualverhalten.
Migration, Sexualität, türkischer Migrationshintergrund, Soziologie, Islam, Alevitentum, Sunnitentum, Coping-Strategien, Marginal Man, Identitätsbildung, qualitative Sozialforschung, Familienehre, Geschlechterrollen, Sozialisation, Vorurteile
Die Arbeit analysiert die sexuellen Einstellungen und das reale Verhalten junger, in Deutschland verheirateter Erwachsener mit türkischem Migrationshintergrund.
Zentral sind der Einfluss von Religion und kultureller Prägung auf die Sexualität, der Umgang mit Familienehre und der soziologische Begriff der Identität bei Migranten der zweiten Generation.
Das Ziel ist es, Unterschiede zwischen verschiedenen religiösen Orientierungen (Aleviten/Sunniten) und Geschlechtern aufzuzeigen sowie die Bewältigungsstrategien der Befragten im Umgang mit tabuisierten Themen zu erfassen.
Es handelt sich um eine explorativ-qualitative Untersuchung. Als Instrument dienten 13 leitfadengestützte Interviews, die inhaltsanalytisch ausgewertet wurden.
Der Hauptteil widmet sich der theoretischen Einbettung durch das "Marginal Man"- und "Coping"-Konzept sowie der empirischen Auswertung durch eine Typenbildung.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Migration, Sexualität, Coping-Strategien, Identität, Alevitentum und Sunnitentum.
Die Arbeit untersucht, ob es bei der Auslebung von Sexualität signifikante Unterschiede zwischen den konfessionellen Gruppen gibt, und kommt zu dem Schluss, dass die religiöse Praxis oft in den Hintergrund gegenüber soziokulturellen Anpassungen tritt.
Die Verheimlichung vorehelicher sexueller Erfahrungen fungiert bei den Befragten als eine zentrale Stressbewältigungsstrategie (Coping), um den Druck der Familienehre und externer Sanktionen zu minimieren.
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