Masterarbeit, 2014
60 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Vorkommen von Mikroorganismen im Hochgebirge
1.1.1 Bacteria
1.1.2 Archaea
1.2 Bedeutung der Mikroorganismen für die Bodenbildung
1.2.1 Gesteinsverwitterung
1.2.2 Laugung
2 Zielsetzung
3 Material und Methoden
3.1 Standort und Probennahme
3.1.1 Schrankogel
3.1.2 Probennahme
3.1.3 Probenvorbereitung und Biofilmbildung
3.2 Versuchsdesign
3.2.1 Überblick des Gesamtkonzepts
3.2.2 Untersuchungen an der Extraktionslösung
3.2.3 Untersuchungen von anaeroben Mischkulturen
3.2.4 Untersuchungen an aeroben Mischkulturen
3.2.5 Untersuchungen an aeroben Reinkulturen
3.3 Analytik
3.3.1 Chemische Parameter
3.3.1.1 pH Wert
3.3.1.2 High Performance Liquid Chromatography
3.3.1.3 Fatty Acid Methyl Ester Analysis
3.3.2 Mikrobiologische Methodik
3.3.2.1 Aerobe cfu-Bestimmung
3.3.2.2 Optische Dichte 600 nm
3.3.3 Molekular Biologische Methodik
3.3.3.1 DNA Extraktion
3.3.3.2 Polymerase Chain Reaction
3.3.3.3 Denaturing Gradient Gel Electrophoresis
3.3.3.4 Sequenzierung
3.4 Statistik
4 Ergebnisse und Diskussion
4.1 Untersuchungen der Extraktionslösung
4.1.1 Aerobe Keimzahlbestimmung der Steine
4.1.2 DGGE der Extraktionslösung
4.2 Untersuchungen von anaeroben Mischkulturen
4.2.1 Methanmessung im Headspace der anaeroben Mischkulturen
4.3 Untersuchungen von aeroben Mischkulturen
4.3.1 pH-Wert in aeroben Mischkulturen
4.3.2 Konzentrationen organischer Säuren in aeroben Mischkulturen
4.3.3 Konzentrationen von Fettsäuren in aeroben Mischkulturen
4.4 Untersuchungen an aeroben Reinkulturen
4.4.1 Phänotypische Unterscheidung der Reinkulturen
4.4.2 pH-Wert von aeroben Reinkulturen
4.4.3 Mikrobielles Wachstum von aeroben Reinkulturen
4.4.4 Konzentrationen organischer Säuren in aeroben Reinkulturen
4.4.5 Konzentrationen von Fettsäuren in aeroben Reinkulturen
4.4.6 Auswirkungen unterschiedlicher Temperaturen auf aerobe Reinkulturen
4.4.7 Auswirkung unterschiedlicher Nährmedien Konzentrationen auf aerobe Reinkulturen
4.4.8 Ergebnisse der Sequenzierung der PCR Produkte
5 Synopsis und Ausblick
Die Arbeit untersucht den Einfluss der Meereshöhe auf die lithobiontische Mikroflora von Gesteinsproben des Schrankogels unter Verwendung von Kultivierungsmethoden, chemischer Analytik (FAME, HPLC) und molekularbiologischen Verfahren (DGGE), um Hinweise auf Bodenbildungsprozesse aus mineralischem Ausgangsgestein zu gewinnen.
1 Einleitung
Mikroorganismen sind im Verlauf der Pedogenese die ersten Lebewesen, die Gesteinsmaterial besiedeln und zu biologischen Verwitterungsprozessen führen. Damit schaffen sie die Grundlage für die weitere Besiedelung durch höhere und anspruchsvollere Organismen. Die biologische Verwitterung durch Mikroorganismen stellt damit einen wichtigen Schritt der Bodenbildung dar. Mit steigender Höhe sinkt im Allgemeinen die Luftfeuchtigkeit (Schuh 1989), die UV Strahlung wird intensiver (Drexel 1981) und die Durchschnitts-temperatur sinkt (Hann 1870). Dadurch sind Böden in höheren Lagen kürzere Zeit eisfrei und durch die kältebedingte Verlangsamung biologischer Vorgänge noch weniger weit entwickelt als tiefer gelegene gleich alte Böden.
Womöglich lässt sich auch ähnlich dem „space for time substitution“ Konzepts (Pickett 1989) das für Gletscher Vorfelder gilt, die Sukzession der Mikrobiota im Laufe der Pedogenese anhand des Höhenverlaufes untersuchen. Der Einfluss der Meereshöhe und der damit verbundenen Umweltfaktoren auf die Mikrobiota wurde bereits mehrfach untersucht, wobei es zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen kam, sodass diese noch nicht als vollends verstanden gelten kann. Während Margesin et al. (2008) und Byrant et al. (2008) einen signifikanten Höhentrend feststellen konnten, kamen Wang et al. (2013) zu dem Ergebnis dass der Einfluss der Höhe nur minimal ist.
1 Einleitung: Diese Einleitung beschreibt die Rolle von Mikroorganismen bei der Pedogenese und diskutiert den aktuellen Forschungsstand zum Einfluss der Meereshöhe auf mikrobielle Gemeinschaften im Hochgebirge.
2 Zielsetzung: Ziel ist die Untersuchung des Höheneinflusses auf die Zusammensetzung der lithobiontischen Mikroflora auf Gesteinsproben des Schrankogels mittels kulturtechnischer, chemischer und molekularbiologischer Methoden.
3 Material und Methoden: Dieser Abschnitt erläutert die Probennahme am Schrankogel, die Kultivierung von Misch- und Reinkulturen sowie die angewandten analytischen Verfahren wie HPLC, FAME-Analyse, DGGE und PCR.
4 Ergebnisse und Diskussion: Hier werden die Keimzahlbestimmungen, DGGE-Profile, Methanmessungen, Analysen organischer Säuren und Fettsäuren sowie das Wachstum der Reinkulturen detailliert dargestellt und im Kontext der Höhengradienten interpretiert.
5 Synopsis und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der verwendeten Methoden und Diskussion der Ergebnisse hinsichtlich des mikrobiellen Höhentrends sowie Ansätze für weiterführende Studien.
Mikrobiologie, Schrankogel, Hochgebirge, lithobiontische Mikroflora, Gesteinsverwitterung, Pedogenese, DGGE, HPLC, FAME-Analyse, aerobe Kulturen, anaerobe Kulturen, Pseudomonaden, Fettsäuremarker, Bodenbildung, bakterielle Diversität.
Die Masterarbeit befasst sich mit der Untersuchung der lithobiontischen Mikroflora auf Gesteinsproben entlang eines Höhengradienten am Schrankogel in den Ötztaler Alpen.
Zentrale Themen sind die mikrobielle Besiedelung von Gesteinen im Hochgebirge, Prozesse der biologischen Gesteinsverwitterung (Laugung) und die Frage, wie sich mikrobielle Gemeinschaften mit der Höhe verändern.
Das Hauptziel besteht darin zu klären, ob ein signifikanter Einfluss der Seehöhe auf die Zusammensetzung und Beschaffenheit der Mikroflora nachweisbar ist und welche Rolle diese Mikroorganismen bei der initialen Bodenbildung spielen.
Die Studie nutzt einen methodischen Mix aus Kultivierungstechniken, chemischer Analytik (HPLC für organische Säuren, FAME-Analyse für Fettsäuremuster) und molekularbiologischen Methoden (DGGE zur Diversitätsanalyse sowie PCR und Sequenzierung zur Artidentifizierung).
Der Hauptteil dokumentiert die detaillierten Ergebnisse der Extraktionsversuche, der aeroben und anaeroben Kultivierungen sowie die statistische Auswertung der molekularbiologischen und chemischen Daten im Hinblick auf den Höhenverlauf.
Wichtige Fachbegriffe sind Pedogenese, lithobiontische Mikroorganismen, FAME-Analyse, HPLC, DGGE, Höhengradient, Schrankogel und Gesteinsverwitterung.
Pseudomonaden wurden in den Mischkulturen aller Höhenstufen nachgewiesen, was auf ein ubiquitäres Vorkommen dieser Bakteriengruppe auf den Gesteinen des Schrankogels hindeutet.
Keine der direkt gemessenen Größen zeigte einen durchgängigen, signifikanten Höhentrend, jedoch konnten in den Mischkulturen und durch DGGE-Analysen deutliche Veränderungen der mikrobiellen Gemeinschaft im Höhenverlauf beobachtet werden.
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