Bachelorarbeit, 2014
37 Seiten, Note: 2,0
1. Problemaufriss und Herangehensweise
2. Die Entstehung des Skandalbegriffs
2.1 Der historische Skandalbegriff
2.2 Die heutige Skandaldefinition
2.3 Allgemeine Skandalvoraussetzungen
2.3.1 Die Skandal-Triade: Skandalierer, Skandalierter und Skandalpublikum
2.3.2 Die Phasen eines Skandals
2.3.3 Menschliches, normgesteuertes Handeln
3. Der Unternehmensskandal
3.1 Bisherige Begriffsdefinition des Unternehmensskandals
3.2 Besondere Skandalvoraussetzungen des Unternehmensskandals
3.2.1 Auf Unternehmensinteresse gerichtetes, wirtschaftliches Handeln
3.2.2 Die Multi-Dimensionalität des Stakeholder-Ansatzes
3.3 Die CSR-Debatte: Unternehmensskandale als Phänomen introvertierter Unternehmensführung
3.3.1 Das Konzept einer Hypernorm als kulturübergreifende Referenzskala normativ erwünschten Handelns
3.3.2 Corporate Social Responsibility oder Corporate Social Irresponsibility: zwei Seiten derselben Medaille
3.3.3 Die öffentliche Wahrnehmung von Normverstößen
3.4 Kategorisierung von Unternehmensskandalen
3.4.1 Klassifikation verschiedener Unternehmensskandale
3.4.2 Der Enron-Fall: Anwendung auf das Schema der Unternehmensskandale
4. Ein anwendungsbezogener Ausblick auf die Auswirkungen von Unternehmensskandalen und deren Vorbeugung/Bewältigung
4.1 Auswirkungen des Unternehmensskandals
4.2 Skandalvorbeugung und Skandalbewältigung als Schutz für das Unternehmen
5. Zusammenfassung der Ergebnisse und Desiderata
Die vorliegende Bachelorarbeit hat zum Ziel, auf der Basis einer Analyse bestehender Literatur eine theoretisch fundierte und einheitliche Klassifikation für Unternehmensskandale zu entwickeln. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich ein Unternehmensskandal von anderen negativen Ereignissen abgrenzen lässt und durch welche Merkmale – insbesondere im Hinblick auf menschliches Handeln und gesellschaftliche Normen – er definiert und kategorisiert werden kann.
3.2.1 Auf Unternehmensinteresse gerichtetes, wirtschaftliches Handeln
Die verschiedenen Ansätze aus der Literatur haben gezeigt, dass es verschiedene allgemeine Voraussetzungen gibt, damit eine Handlung als Skandal deklariert werden kann (vgl. Abschnitt 2.3). Bezogen auf den Unternehmensskandal müssen diese einzelnen Voraussetzungen nun auf diesen bezogen werden. Leitfrage dabei ist: Was sind die besonderen Prämissen für eine Kategorisierung als Unternehmensskandal?
Ein Unternehmensskandal ist erst dann als solcher einzuordnen, wenn eine in der Sphäre des Unternehmens handelnde Person im Interesse des Unternehmens handelt (hier auch als „Mitarbeiter“ bezeichnet). Das bedeutet, dass erst wenn ein Mitarbeiter bspw. Steuern für ein Unternehmen hinterzieht, man von einem Skandal in der Sphäre des Unternehmens sprechen kann. Wenn ein Mitarbeiter aber zu seinem eigenen Vorteil Steuern hinterzieht, dann handelt dieser in einer solchen Situation für sich persönlich und aus eigenem Interesse. Eigene Bereicherung steht in dieser Situation im Vordergrund und nicht die des Unternehmens. Dies ist ein wichtiger Punkt, der von den Medien nicht immer auseinandergehalten wird.
Auch muss man beachten, dass nicht jeder Mitarbeiter im gleichen Maße einen Skandal begehen kann. Entscheidend ist immer, wer den Absender des Skandals darstellt und welchen Status dieser innehat. Würde bspw. ein „Otto-Normal-Verbraucher“ ein Kind mit seinem Auto anfahren, weil das Kind beim Überqueren der Straße nicht auf die Verkehrsregeln geachtet hätte und der Autofahrer durch sein Mobiltelefon ablenkt gewesen wäre, dann würde dies zunächst keinen sonderlich großen Skandal auslösen. Wäre der Fahrer aber ein leitender Mitarbeiter eines Unternehmens für Kinderbekleidung, dann würde dieses Verhalten auf das Unternehmen projiziert werden, obwohl dieser beim Autofahren als Privatperson nicht im Interesse des Unternehmens gehandelt hätte. Erste besondere Voraussetzung ist also die Prämisse, dass ein der Unternehmenssphäre zuzurechnender Mitarbeiter agiert haben muss.
1. Problemaufriss und Herangehensweise: Diese Einleitung skizziert die Relevanz des Themas und erläutert die Zielsetzung, eine Klassifikation für Unternehmensskandale auf Basis der Literatur zu etablieren.
2. Die Entstehung des Skandalbegriffs: In diesem Kapitel werden die historischen und theoretischen Grundlagen des Skandalbegriffs sowie die beteiligten Akteure und Phasen eines Skandals erörtert.
3. Der Unternehmensskandal: Hier wird der Unternehmensskandal als spezifische Unterkategorie definiert, wobei Konzepte wie CSR, Hypernormen und der Stakeholder-Ansatz zur Klassifikation genutzt werden.
4. Ein anwendungsbezogener Ausblick auf die Auswirkungen von Unternehmensskandalen und deren Vorbeugung/Bewältigung: Dieses Kapitel behandelt die Folgen von Skandalen für Unternehmen und zeigt Strategien zur Prävention sowie zum Krisenmanagement auf.
5. Zusammenfassung der Ergebnisse und Desiderata: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zur Kategorisierung zusammen und weist auf den weiteren empirischen Forschungsbedarf hin.
Unternehmensskandal, Skandaltheorie, Corporate Social Responsibility, CSR, Corporate Social Irresponsibility, CSI, Stakeholder-Ansatz, Hypernorm, Skandal-Triade, Normverstoß, Klassifikation, Wirtschaftsunternehmen, Reputationsverlust, Devianz, Schutzgüter
Die Arbeit untersucht das bisher weitgehend unerforschte Feld der Klassifizierung von Unternehmensskandalen und erarbeitet ein theoretisches Raster, um diese von anderen negativen Ereignissen wie Unfällen abzugrenzen.
Zu den zentralen Themen gehören die theoretische Definition von Skandalen, die Rolle von Normen und Hypernormen, die CSR/CSI-Debatte sowie der Stakeholder-Ansatz im unternehmerischen Kontext.
Das primäre Ziel ist es, die vorhandene Literatur zu bündeln und daraus eine eindeutige und belastbare Klassifikation für die Erscheinungsform des Unternehmensskandals abzuleiten.
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, bei der deduktiv aus allgemeinen Skandalelementen Kategorien für den Unternehmensskontext entwickelt werden.
Im Hauptteil liegt der Schwerpunkt auf der Herleitung von Skandalvoraussetzungen und der systematischen Einteilung von Skandalformen basierend auf verletzten Schutzgütern.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Unternehmensskandal, Skandaltheorie, CSR/CSI, Stakeholder-Ansatz, Hypernorm und Normverstoß beschreiben.
Ein zentrales Unterscheidungsmerkmal ist die bewusste versus unbewusste Devianz. Während ein bewusster Normverstoß im Unternehmensinteresse als Skandal gewertet wird, fallen unabsichtliche Schäden eher in die Kategorie Unfall oder Katastrophe.
Der Enron-Fall dient als praktische Fallstudie, um das entwickelte Klassifikationsschema anzuwenden und als „Finanzskandal“ in die Systematik einzuordnen.
Hypernormen dienen als kulturübergreifende Referenzskala für normativ erwünschtes Handeln. Ihre Verletzung gilt als notwendiges Element, damit ein Vorfall in der Öffentlichkeit als Skandal wahrgenommen wird.
Die CSR-Debatte ist essenziell, da sie hilft, gesellschaftliche Schutzgüter (wie Ökonomie, Ökologie und Soziales) zu identifizieren, deren Verletzung die Grundlage für die Kategorisierung verschiedener Skandalformen bildet.
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