Bachelorarbeit, 2012
45 Seiten, Note: 1,7
1. EINLEITUNG
2. DEMASKIERUNG DES BEWUSSTSEINS ALS OBERSTES ZIEL
2.1. Eine Erneuerung des Volkstücks
2.2. Gescheiterte Kommunikation: Der Bildungsjargon als literarische Strategie
2.3. Motive der Gesellschafts- und Geschlechterrollenkritik
2.3.1. Liebe, Kitsch und Illusion
2.3.2. Silvia Bovenschen: Die imaginierte Weiblichkeit
2.3.3. Weiblichkeit in Kasimir und Karoline und Glaube Liebe Hoffnung
3. FAZIT
Die vorliegende Bachelorthesis untersucht die Gesellschafts- und Geschlechterkritik in ausgewählten Werken von Ödön von Horváth, mit einem besonderen Fokus auf die Stücke Kasimir und Karoline sowie Glaube Liebe Hoffnung. Das primäre Ziel ist es, die literarischen Strategien Horváths – insbesondere die Verwendung des sogenannten Bildungsjargons – zu analysieren, um aufzuzeigen, wie diese zur „Demaskierung des Bewusstseins“ beitragen und die Abgründe innerhalb des kleinbürgerlichen Milieus der 1920er und 1930er Jahre enthüllen.
2.2. Gescheiterte Kommunikation: Der Bildungsjargon als literarische Strategie
Die Sprache ist für Horváth das wichtigste Mittel um seine angestrebte Demaskierung des Bewusstseins zu erreichen. Mehr noch ist sie der Mittelpunkt der Darstellung, denn er sagt in seiner Gebrauchsanweisung „der Mensch wird erst lebendig durch die Sprache“ (Horváth: GLH, S.79). Es ist also kein Wunder, dass Horváth dem Dialog eine Vorrangstellung einräumt und in seinen wenigen poetologischen Schriften immer wieder daraufhin weist. Wie sehr der Dialog der eigentlichen Handlung vorangestellt wird, zeigt Punkt sieben seiner Gebrauchsanweisung: „Es muß jeder Dialog herausgehoben werden – ein stummes Spiel der anderen ist streng untersagt.“(Ebd., S. 81). Sprache ist demzufolge der Hauptakteur seiner Werke, sie „ist ihm Medium und Objekt zugleich“ (Bartsch: Ödön von Horváth, S. 43).
In seinem modernen Volksstück soll sich das Publikum mehr dem Dialog zuwenden als nach der Handlung fragen. Das viele seine Werke missverstehen, liegt seiner Meinung nach an dem Unvermögen des Publikums sich auf die Dialoge zu konzentrieren, denn „es hat sich leider entwöhnt auf das Wort im Drama zu achten.“(Horváth: K+K, S.161). Dazu definiert Horváth ebenso seine Auffassung von dramatisch, die nicht unbedingt in der Handlung liegen muss. Stattdessen ist der „Zusammenstoß zweier Temperamente- die Wandlungen usw.“ (Ebd., S.161) für ihn Hauptbestandteil des Stückes. Demzufolge sind seine Werke auf jeden Fall dramatisch, weil sich in jeder Dialogszene eine Person wandle.
1. EINLEITUNG: Einführung in das dramatische Grundmotiv Horváths und die poetologischen Schriften, wobei die Zielsetzung der Arbeit und die methodische Vorgehensweise skizziert werden.
2. DEMASKIERUNG DES BEWUSSTSEINS ALS OBERSTES ZIEL: Untersuchung der Gattungserneuerung des Volksstücks und des epischen Charakters bei Horváth.
2.1. Eine Erneuerung des Volkstücks: Analyse der theoretischen Begründung des modernen Volksstücks durch Horváth und dessen Abgrenzung zu anderen zeitgenössischen Strömungen.
2.2. Gescheiterte Kommunikation: Der Bildungsjargon als literarische Strategie: Untersuchung der Sprache als zentrales, oft täuschendes Medium, das soziale Schichten und deren Bildungsanspruch widerspiegelt.
2.3. Motive der Gesellschafts- und Geschlechterrollenkritik: Analyse der thematischen Schwerpunkte ökonomische Not, zwischenmenschliche Konflikte und deren Darstellung in den Stücken.
2.3.1. Liebe, Kitsch und Illusion: Erörterung der Rolle von Kitsch und Liebe als Fluchtmittel vor der Realität und als Bestandteil kleinbürgerlicher Ideologie.
2.3.2. Silvia Bovenschen: Die imaginierte Weiblichkeit: Theoretische Grundlegung zur Analyse der Frauenrollen anhand der kulturhistorischen Theorie von Silvia Bovenschen.
2.3.3. Weiblichkeit in Kasimir und Karoline und Glaube Liebe Hoffnung: Konkrete Anwendung der Theorie Bovenschens auf die Frauenfiguren Elisabeth und Karoline.
3. FAZIT: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse zur Gesellschafts- und Geschlechterkritik sowie die Bedeutung von Horváths Werk für die Gegenwart.
Ödön von Horváth, Volksstück, Demaskierung des Bewusstseins, Bildungsjargon, Kleinbürgertum, Gesellschaftskritik, Geschlechterrolle, Kommunikationsstörung, Silvia Bovenschen, Imaginierte Weiblichkeit, Kasimir und Karoline, Glaube Liebe Hoffnung, Illusion, Kitsch, Weimarer Republik.
Die Arbeit analysiert, wie Ödön von Horváth in seinen Volksstücken gesellschaftliche Missstände und die Rolle der Geschlechter kritisch hinterfragt.
Im Zentrum stehen die Entlarvung kleinbürgerlicher Ideologien, die Funktion von Sprache als Mittel zur sozialen Identitätsvortäuschung sowie die ökonomische und soziale Bedrängnis von Individuen.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Horváth durch die Demaskierung des Bewusstseins seiner Figuren den Zuschauer dazu anregt, seine eigene Wirklichkeit und vorgefertigte Weltbilder kritisch zu reflektieren.
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die poetologische Schriften Horváths, zeitgenössische Theaterkritik und die kulturhistorische Theorie der „Imaginierten Weiblichkeit“ von Silvia Bovenschen kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Erneuerung des Volksstücks, eine detaillierte Analyse der sprachlichen Strategien (Bildungsjargon) sowie eine motivorientierte Untersuchung von Liebe, Kitsch und der Rolle der Frau.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Demaskierung des Bewusstseins, Bildungsjargon, Gesellschaftskritik, Volksstück und Geschlechterrollen definiert.
Der Bildungsjargon dient Horváth als „Ersatzsprache“, die es den Figuren ermöglicht, sozialen Aufstieg vorzutäuschen und sich hinter leeren Phrasen vor der schmerzhaften Realität ihrer Lebensumstände zu verstecken.
Bovenschens Konzept der „Imaginierten Weiblichkeit“ bietet einen theoretischen Rahmen, um die Diskrepanz zwischen der realen Lebenswelt der Frauenfiguren und ihrer literarischen Darstellung als männlich konstruiertes Objekt oder museale Projektionsfläche zu durchleuchten.
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