Bachelorarbeit, 2015
70 Seiten
1. Einleitung
Theoretischer Teil
2. Die Entwicklung des gegliederten Schulsystem
2.1. Inklusion als Gegenentwurf des gegliederten Schulsystems
2.2. Fünf Standards für die Umsetzung einer inklusiven Schule
2.2.1. Ethnokulturelle Gerechtigkeit ausüben und Antirassismus stärken
2.2.2. Geschlechtergerechtigkeit herstellen und Sexismus ausschließen
2.2.3. Diversität in den sozialen Lebensformen zulassen und Diskriminierungen in den sexuellen Orientierungen verhindern
2.2.4. Sozio-ökonomische Chancengerechtigkeit erweitern
2.2.5. Chancengerechtigkeit von Menschen mit Behinderungen herstellen
3. Forschungsstand
4. Fragestellungen und Hypothesen
Empirischer Teil
5. Die Methode der schriftlichen Befragung
5.1. Untersuchungsdesign
5.2. Darstellung des Erhebungsinstruments
5.3. Aufbau des Fragebogens
5.4. Beschreibung der Stichprobe
5.5. Durchführung der Erhebung
6. Methode der Datenauswertung
7. Ergebnisse der Datenauswertung
8. Diskussion über die Ergebnisse der Datenauswertung
9. Fazit und Ausblick
Die Arbeit untersucht das Wohlbefinden und die subjektive Schulsituation von Schülerinnen und Schülern an Förder-, Haupt- und Gesamtschulen aus deren eigener Perspektive, um daraus Erwartungen und Voraussetzungen für eine gelingende Inklusion abzuleiten.
2.1. Inklusion als Gegenentwurf des gegliederten Schulsystems
Schon früh wurde auf internationaler Ebene die Pädagogik des Selektierens von Kindern, die der „Norm“ nicht entsprachen, und dessen Folgen untersucht und kritisch betrachtet. Deshalb entschieden sich 25 internationale Organisationen und 92 Regierungen 1994 die Salamanca-Erklärung in Spanien zu unterzeichnen. In dieser Erklärung wird die „Bildung für Alle“ (Education for all) als internationales Bildungsziel definiert, um eine inklusive Pädagogik zu unterstützen und Benachteiligungen von Kindern in Schulen entgegenzuwirken. (vgl. UNESCO, 1994, S. 1-18). In Deutschland ist die Diskussion über die Entwicklung des allgemeinbildenden Schulwesens, insbesondere im gegliederten Sekundarbereich I, im Rahmen der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung und deren Ratifizierung seit dem Jahr 2009 entbrannt. Gemeinsam mit dem Bund und den Ländern steht Deutschland vor der Aufgabe, ein bisher hochselektives Bildungssystem inklusiv umzustrukturieren.
Die Ziele der Inklusion gehen über die damaligen Ziele der Integrationspädagogik durch Einheitsschulen beziehungsweise der Gesamtschulen hinaus. Zwischen den Begriffen der Integration und Inklusion wird strengsten unterschieden.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung des inklusiven Bildungsansatzes seit der Salamanca-Erklärung und formuliert die zentralen Fragestellungen der Arbeit hinsichtlich des Wohlbefindens und der Schulerfahrungen in verschiedenen Schulformen.
2. Die Entwicklung des gegliederten Schulsystem: Dieses Kapitel zeichnet die historische Genese des deutschen Schulsystems nach und diskutiert Inklusion als Gegenmodell zum traditionell leistungsorientierten und selektiven Schulaufbau.
3. Forschungsstand: Hier wird aufgezeigt, dass die Perspektive der Schülerinnen und Schüler in der bisherigen Schulforschung häufig vernachlässigt wurde, was die Notwendigkeit der vorliegenden empirischen Untersuchung begründet.
4. Fragestellungen und Hypothesen: Das Kapitel leitet aus der theoretischen Auseinandersetzung acht konkrete Hypothesen ab, die den Zusammenhang zwischen Schulform, Wohlbefinden und Inklusionsbereitschaft untersuchen.
5. Die Methode der schriftlichen Befragung: Hier werden das Design der Querschnittstudie, der Aufbau des Fragebogens sowie die Durchführung der Befragung an den drei beteiligten Schulen methodisch dargelegt.
6. Methode der Datenauswertung: Dieses Kapitel erläutert den Einsatz der Statistiksoftware SPSS zur Analyse der erhobenen Daten, inklusive der Kodierung und Variablenbildung.
7. Ergebnisse der Datenauswertung: Die erhobenen Daten werden in diesem umfangreichen Kapitel grafisch und deskriptiv ausgewertet, wobei insbesondere Unterschiede zwischen den Schulformen deutlich werden.
8. Diskussion über die Ergebnisse der Datenauswertung: Die empirischen Ergebnisse werden kritisch reflektiert und in Bezug auf die theoretischen Grundlagen sowie die aufgestellten Hypothesen diskutiert.
9. Fazit und Ausblick: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und die Forderung nach einem inklusiven Schulsystem bekräftigt, das individuelle Lernvoraussetzungen besser berücksichtigt.
Inklusion, gegliedertes Schulsystem, Schulerfahrung, Wohlbefinden, Gesamtschule, Förderschule, Hauptschule, Chancengerechtigkeit, Schülerperspektive, Sonderbeschulung, Bildungsforschung, Selektion, Diversität, Leistungsfähigkeit, empirische Sozialforschung.
Die Bachelorarbeit beschäftigt sich mit der subjektiven Wahrnehmung von Schülerinnen und Schülern an verschiedenen Schulformen hinsichtlich ihrer aktuellen Schulsituation und ihrer Einstellung zur Inklusion.
Zentrale Felder sind die historische Entwicklung des gegliederten Schulsystems, das inklusive Bildungskonzept von Kersten Reich, die Bedeutung von Interessenverwirklichung in der Schule sowie das Wohlbefinden und die Gerechtigkeitswahrnehmung der Lernenden.
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob Schülerinnen und Schüler sich in ihrer jeweiligen Schulform adäquat beschult fühlen und welche Erwartungen sie an eine inklusive Beschulung haben.
Es handelt sich um eine quantitative, empirische Querschnittstudie, bei der eine standardisierte schriftliche Befragung von 75 Schülerinnen und Schülern an drei verschiedenen Schulen durchgeführt wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Entwicklung des Schulwesens und der Inklusionsstandards sowie einen empirischen Teil, der das methodische Vorgehen, die Ergebnisse und eine ausführliche Diskussion der Daten umfasst.
Wichtige Begriffe sind Inklusion, Chancengerechtigkeit, Schülerperspektive, Förder- und Hauptschulen sowie die allgemeine Bildungsqualität im Vergleich der Schulformen.
Die Ergebnisse zeigen, dass sich Förderschüler deutlich weniger geeignet für ihre Schulform fühlen und eine höhere Unzufriedenheit bezüglich der Fächervielfalt und ihrer Interessenverwirklichung äußern als Gesamtschüler.
Die Beziehung wird als wesentlicher Faktor für das Wohlbefinden identifiziert; während Schüler an Gesamtschulen diese oft als sehr gut bewerten, schätzen Förderschüler die Beziehung zu ihren Lehrkräften tendenziell kritischer ein.
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