Masterarbeit, 2012
99 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung und Fragestellung
2 Arzt-Patienten-Kommunikation
2.1 Motive und Ziele des ärztlichen Gespräches
2.2 Aufbau von Gesprächen
2.3 Die Rolle des Arztes
2.4 Techniken der ärztlichen Gesprächsführung
2.4.1 Verbale Techniken
2.4.2 Nonverbale Techniken
2.4.2.1 Mimik
2.4.2.2 Gestik
2.4.2.3 Räumliche Situation
2.4.3 Formen der Gesprächssteuerung
2.4.3.1 Umgang mit Pausen
2.4.3.2 Spiegeln von Emotionen
2.4.3.2.1 Angst
2.4.3.2.2 Mitleid
2.4.3.2.3 Wut
2.4.3.3 Fragetechniken
3 Die Besonderheiten in der Kommunikation bei Kindern als Patienten
3.1 Arzt-Kind-Beziehung
3.2 Sprachlicher und kommunikativer Entwicklungsstand des Kindes
3.3 Kommunikation durch das Spiel
4 Interkulturelle Aspekte der Arzt-Patienten-Kommunikation am Beispiel russischer Kinderpatienten
4.1 Dolmetscher als Träger der emotionalen und mündlichen Information in den interkulturellen Gesprächen
4.2 Die größten Kommunikationshindernisse
4.2.1 Fehlverhalten in der Kommunikation seitens des Arztes
4.2.2 Sprachblockaden
4.2.3 Hindernisse bei der Kommunikation mit Kindern
5 Die Bedeutung medialer Informationen für den Krebspatienten
6 Erfolgreiche Gespräche mit russischen Kinder-Krebs-Patienten
6.1 Die Voraussetzung für erfolgreiche Gespräche (ein Interview mit Dr. ……)
6.2 Die wichtigsten Gesprächssteuerungsmittel des Dolmetschers
7 Gesprächsanalyse von vier Kommunikationssituationen mit russischsprachigen Patienten und deren Eltern.
7.1 Setting 1
7.1.1 Die Rolle des Arztes in der Arzt-Patienten Kommunikation
7.1.2 Die Rolle der Dolmetscherin in der Arzt-Patienten Kommunikation
7.1.3 Die Rolle der Mutter in der Arzt-Patienten Kommunikation
7.1.4 Allgemeine Aspekte der Kommunikation
7.2 Setting 2
7.2.1 Die Rolle des Arztes in der Arzt-Patienten Kommunikation
7.2.2 Die Rolle der Dolmetscherin in der Arzt-Patienten-Kommunikation
7.2.3 Die Rolle der Eltern in der Arzt-Patienten-Kommunikation
7.2.4 Die Rolle des Patienten in der Arzt-Patienten-Kommunikation
7.2.5 Allgemeine Aspekte der Arzt-Patienten-Kommunikation
7.3 Setting 3
7.3.1 Die Rolle der Ärztin in der Arzt-Patienten Kommunikation
7.3.2 Die Rolle der Patientin in der Arzt-Patienten Kommunikation
7.3.3 Die Rolle der Dolmetscherin und der Mutter in der Arzt-Patienten Kommunikation
7.3.4 Allgemeine Aspekte der Arzt-Patienten Kommunikation
7.4 Setting 4
7.4.1 Die Rolle des Arztes in der Arzt-Patienten Kommunikation
7.4.2 Die Rolle der Dolmetscherin in der Arzt-Patienten-Kommunikation
7.4.3 Die Rolle der Mutter in der Arzt-Patienten-Kommunikation
7.4.4 Allgemeine Aspekte der Arzt-Patienten Kommunikation
8 Schlussfolgerung
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die komplexen Dynamiken und Herausforderungen in der interkulturellen Arzt-Patienten-Kommunikation am Beispiel russischer Kinderpatienten und deren Eltern in Deutschland. Ziel ist es, Kommunikationsdefizite zu identifizieren und Lösungsansätze zu entwickeln, um das Arzt-Patienten-Verhältnis sowie den Heilungsprozess durch eine optimierte Gesprächsführung und den Einbezug professioneller Dolmetscher zu verbessern.
2.4.2.1 Mimik
Schon kleine Kinder können die Mimik ihrer Mutter verstehen und diese Kommunikationsart unwillkürlich selbst anwenden. Bald nach der Geburt erkennen Neugeborene die Gesichter ihrer Eltern und reagieren auf ihre Stimmen. Auf diese oder ähnliche Weise gebraucht der Mensch während seines ganzen Lebens solche Kommunikationsmittel – zum Beispiel bei Wut, Angst, Überraschung, Trauer, Freude. Mit Mimik bezeichnet man das Mienenspiel im Gesicht, also aller Gesichtsmuskeln, motiviert durch die Psyche, einschließlich der Bewegung der Schultern. „Das Wort ‚Mimik‘ stammt aus dem Lateinischen, mimica, und bedeutet ursprünglich: Gebärdenspiel und Mienenspiel des Schauspielers.“ Zu den wichtigsten Elementen der nonverbalen Arzt-Patienten-Kommunikation gehören zweifellos Blickkontakt und Lächeln. Mit seinem Blick zeigt der Arzt, dass er bereit ist, dem Patienten Aufmerksamkeit zu schenken. Blickkontakt hilft, einen verbindlichen und freundlichen Kontakt zwischen Arzt und Patient zu konstituieren. Die „Augen sind der Spiegel unserer Seele“, wie ein Sprichwort besagt, und sie können mitteilen, wenn die Unwahrheit gesagt wird. Kinder, insbesondere Kleinkinder, vermeiden oft den Blickkontakt mit dem Arzt. Manchmal schämen sie sich, über ihre Krankheit zu berichten, oder sie sind zu schüchtern, und was noch häufiger der Fall ist, Kinder können sich noch nicht so gut konzentrieren. In diesem Fall könnte der Arzt zu dem Kind sagen: „Wenn Du mich anschaust, dann kann ich Dich besser verstehen.“ Oder der Arzt kann vorschlagen, ein Spiel zu spielen, in dem das Kind auf sein Lieblingsspielzeug schaut, das zuvor in die Nähe des Arztes gelegt wurde. „Echtes Lächeln öffnet die Türen zum anderen, weil es Friedlichkeit, Wohlwollen, Stil und Souveränität bekundet. Es zu investieren lohnt, weil es auch mehrfach zurückkommen kann. Wer lächelt, fühlt sich wohler. Wer sich wohler fühlt, lächelt mehr.“ Das Lächeln muss authentisch sein, damit es auch als freundlich und ehrlich aufgenommen werden kann. Der Arzt vermittelt auf diese Weise einen vertrauenswürdigen und selbstsicheren Eindruck.
1 Einleitung und Fragestellung: Das Kapitel führt in die Problematik der interkulturellen Arzt-Patienten-Kommunikation ein, beleuchtet die Rolle von Sprachbarrieren und definiert die Zielsetzung der empirischen Untersuchung.
2 Arzt-Patienten-Kommunikation: Dieses Kapitel behandelt die theoretischen Grundlagen des ärztlichen Gesprächs, inklusive verbaler und nonverbaler Techniken sowie der verschiedenen Rollen, die ein Arzt einnehmen kann.
3 Die Besonderheiten in der Kommunikation bei Kindern als Patienten: Hier werden der kindliche Entwicklungsstand, die Arzt-Kind-Beziehung und die Bedeutung des Spiels als kommunikative Brücke analysiert.
4 Interkulturelle Aspekte der Arzt-Patienten-Kommunikation am Beispiel russischer Kinderpatienten: Das Kapitel fokussiert auf die spezifischen Herausforderungen im interkulturellen Kontext, insbesondere die Rolle des Dolmetschers und typische Kommunikationshindernisse.
5 Die Bedeutung medialer Informationen für den Krebspatienten: Es wird untersucht, wie Medien und Internet-Informationen das Krankheitsverständnis und die psychische Belastung von Patienten und Eltern beeinflussen.
6 Erfolgreiche Gespräche mit russischen Kinder-Krebs-Patienten: Anhand eines Experten-Interviews mit einem praktizierenden Arzt werden Voraussetzungen und Strategien für gelungene Aufklärungsgespräche dargelegt.
7 Gesprächsanalyse von vier Kommunikationssituationen mit russischsprachigen Patienten und deren Eltern.: Der empirische Hauptteil bietet eine detaillierte Transkription und Analyse realer Gesprächsverläufe, um Kommunikationsmuster und Defizite aufzuzeigen.
8 Schlussfolgerung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und leitet Empfehlungen für eine verbesserte interkulturelle kommunikative Kompetenz in der medizinischen Ausbildung ab.
Arzt-Patienten-Kommunikation, Interkulturelle Kommunikation, Pädiatrische Onkologie, Dolmetscher, Sprachbarrieren, Nonverbale Kommunikation, Arzt-Kind-Beziehung, Gesprächssteuerung, Medizinische Ethik, Gesprächsanalyse, Krankheitsbewältigung, Emotionale Kompetenz, Mediale Information, Spieltherapie, Vertrauensbildung.
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen der Arzt-Patienten-Kommunikation im interkulturellen Kontext, speziell am Beispiel russischer Kinder mit Krebserkrankungen und deren Eltern in Deutschland.
Die zentralen Felder umfassen die ärztliche Gesprächsführung, die Besonderheiten bei der Kommunikation mit Kindern, die Funktion von Dolmetschern sowie die Auswirkungen von Kommunikationshindernissen auf den Behandlungsprozess.
Das Ziel ist es, Defizite in der Kommunikation zu identifizieren, die auf sprachliche und kulturelle Unterschiede zurückzuführen sind, und praktische Ansätze zur Verbesserung des Verhältnisses zwischen Ärzten, Patienten und deren Eltern zu liefern.
Die Autorin nutzt eine qualitative Forschungsansatz, der eine theoretische Aufarbeitung mit einer empirischen Gesprächsanalyse (Transkription und Auswertung von vier realen Kommunikationssettings) kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Kommunikationstechniken, die spezifischen Anforderungen in der pädiatrischen Onkologie, eine Untersuchung interkultureller Hindernisse sowie eine detaillierte Analyse aufgezeichneter Gespräche.
Wichtige Begriffe sind Arzt-Patienten-Kommunikation, interkulturelle Kommunikation, Dolmetscher, Sprachbarrieren, nonverbale Kommunikation und pädiatrische Onkologie.
Dolmetscher sind essenziell zur Überbrückung der Sprachbarriere, können jedoch das klassische Arzt-Patienten-Verhältnis stören oder durch unpräzise Übersetzung (beispielsweise bei komplexen medizinischen Fachbegriffen) zu neuen Missverständnissen führen.
Kinder benötigen altersgerechte Erklärungen und oft spielerische Vermittlungsansätze. Da sie oft schweigen oder durch Angst blockiert sind, ist es die Aufgabe des Arztes, aktiv Vertrauen zu schaffen, um auch das Kind als Akteur in den Behandlungsprozess einzubinden.
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