Diplomarbeit, 2011
49 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Interkommunale Kooperation
2.1 Definition
2.2 Gründe für interkommunale Kooperation
2.3 Weiche und harte Formen interkommunaler Kooperation
2.4 Rechtliche Formen interkommunaler Kooperation
2.4.1 Formlose Zusammenarbeit
2.4.2 Öffentlich-rechtliche Rechtsformen
2.4.2.1 Zweckverband
2.4.2.2 Öffentlich-rechtliche Vereinbarung
2.4.2.3 Kommunale Arbeitsgemeinschaft
2.4.3 Privatrechtliche Rechtsformen
2.4.3.1 Gesellschaft mit begrenzter Haftung (GmbH)
2.4.3.2 Privatrechtliche Vereinbarung
2.4.3.3 Eingetragener Vereine (e.V.)
2.4.3.4 Weitere privatrechtliche Organisationsformen
2.5 Zwischenfazit interkommunaler Kooperation
3. Transaktionskostentheorie
3.1 Definition Transaktionskosten
3.2 Annahmen über Akteure
3.3 Dimensionen von Transaktionen
3.3.1 Faktorspezifität
3.3.2 Strategische Bedeutung
3.3.3 Häufigkeit
3.3.4 Unsicherheit
3.4 Agenturtheorie
3.5 Vertragsbeziehungen und deren Beherrschung und Überwachung
3.5.1 Die Welt des Vertrages
3.5.2 Ein einfaches Vertragsschema
3.5.3 Kontrollsysteme
4. Interkommunale Kooperation und Transaktionskosten
4.1 Modifikation der Rahmenbedingungen
4.2 Akteure interkommunaler Kooperation
4.3 Kooperationsfelder unter Berücksichtigung der Transaktionskostentheorie
4.3.1 Kooperation im EDV-Bereich
4.3.2 Bauhöfe
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht Möglichkeiten zur ex-ante-Beurteilung und Steuerung interkommunaler Kooperationen vor dem Hintergrund der Transaktionskostentheorie von Oliver Williamson. Ziel ist es, zu prüfen, ob die theoretischen Ansätze der Neuen Institutionenökonomik zur Steuerung und Absicherung kommunaler Zusammenarbeit geeignet sind oder Modifikationen erfordern.
3.3.1 Faktorspezifität
Die Faktorspezifität ist nach Williamson das wichtigste Merkmal, um Transaktionen voneinander zu unterscheiden. „Die Faktorspezifität bezieht sich auf den Grad der Wiederverwendbarkeit eines bestimmten Vermögensobjektes in alternativen Verwendungsrichtungen und bei unterschiedlichen Nutzern ohne Verlust an Produktionswert.“ Da im Extremfall der Besteller der einzige Abnehmer und der Lieferant der einzige Hersteller spezifischer Leistung sein kann, erhöhen sich mit zunehmender Spezifität der Leistung die gegenseitigen Abhängigkeiten und somit das Sicherungsbedürfnis. Nachfolgend wird die Faktorspezifität an einem fiktiven Beispiel näher erläutert
Ein Automobilhersteller fertigt für ein neues Modell aus seiner Produktpalette alle Teile mit Ausnahme der Felgen und der Reifen selbst an. Die Reifen erhält er von Firma R, die Felgen liefert ihm Firma F. Zwischen dem Automobilhersteller und den beiden Zulieferfirmen bestehen Verträge, die den Tausch, also den Kauf zwischen den Vertragspartnern, regeln. Der Automobilhersteller hat für sein neues Modell eine Vier-Loch-Felge zum schnelleren und sicheren Radwechsel entwickelt. Der Hersteller hat dafür ein Patent für dieses neue System. Der Felgenhersteller F hat seinen gesamten Maschinenpark umgerüstet, um die Vier-Loch-Felgen für den Automobilhersteller F zu produzieren. Eine Rückumrüstung auf gängige Felgen, um auch andere Hersteller beliefern zu können, ist nur unter hohem personellem und finanziellem Aufwand möglich. F hat somit spezifisch für einen längeren Produktionszeitraum investiert. Die benötigten Reifen für das neue Modell des Automobilherstellers liefert Firma R. Bei den Reifen handelt es sich nicht um Sonderanfertigungen, so dass Firma R auch jeden anderen Automobilhersteller beliefern kann. Eine spezifische Investition zur Herstellung der Reifen für den Automobilhersteller war durch Firma R nicht nötig. Nach Williamson verfügt der Reifenhersteller R über eine Mehrzwecktechnologie, währenddessen Firma F eine Einzwecktechnologie besitzt.
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die aktuelle finanzielle sowie demografische Drucksituation der Kommunen und führt interkommunale Kooperation als strategisches Instrument zur Sicherung der Handlungsfähigkeit ein.
2. Interkommunale Kooperation: Dieses Kapitel definiert den Begriff der interkommunalen Kooperation, diskutiert dessen Gründe und stellt die rechtlichen Organisationsformen von informellen Abstimmungen bis hin zu privatrechtlichen Gesellschaften vor.
3. Transaktionskostentheorie: Hier werden die theoretischen Grundlagen nach Oliver Williamson erörtert, insbesondere die Rolle von Transaktionskosten, Akteursannahmen, Unsicherheit und die verschiedenen Arten von Beherrschungs- und Überwachungssystemen.
4. Interkommunale Kooperation und Transaktionskosten: Dieses Kernkapitel modifiziert die theoretischen Annahmen für den kommunalen Kontext und analysiert exemplarisch die Anwendbarkeit auf die Kooperationsfelder EDV und Bauhöfe.
5. Fazit: Das Fazit bewertet die Einseitigkeit der Transaktionskostentheorie, betont die Notwendigkeit, Kooperationen eigenständig zu betrachten, und unterstreicht die Bedeutung von Vertrauen und Reputation als Steuerungsfaktoren.
Interkommunale Kooperation, Transaktionskostentheorie, Kommunalpolitik, Faktorspezifität, Neue Institutionenökonomik, Vertragsmanagement, Beherrschungssysteme, Öffentliche Verwaltung, Verwaltungshandeln, Effizienz, Kommunale Zusammenarbeit, Outsourcing, Wirtschaftlichkeit, Organisationsformen.
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie interkommunale Kooperationen im Rahmen der öffentlichen Verwaltung durch eine ex-ante-Beurteilung effizienter gestaltet und gesteuert werden können.
Das Hauptinstrument ist die Transaktionskostentheorie von Oliver Williamson, die um Erkenntnisse zur Agenturtheorie und Vertragsrecht ergänzt wird.
Es soll geklärt werden, ob und wie die ökonomischen Ansätze von Williamson auf die Besonderheiten der kommunalen Selbstverwaltung übertragen werden können, um Kooperationsrisiken zu minimieren.
Der Autor führt eine theoretische Analyse durch, modifiziert die klassischen Marktannahmen für den kommunalen Kontext und wendet die Kriterien auf konkrete Beispiele wie EDV-Verbundsysteme und Bauhöfe an.
Nach einer Begriffs- und Rechtsformanalyse werden die Dimensionen Faktorspezifität, Unsicherheit, Häufigkeit und strategische Bedeutung genutzt, um die Organisation kommunaler Aufgaben kritisch zu hinterfragen.
Zentrale Begriffe sind neben interkommunaler Kooperation die Transaktionskosten, Faktorspezifität, Kommunalverwaltung sowie die Frage nach passenden Kontrollsystemen.
Es illustriert praxisnah, wie sich eine Investitionssituation auf die Faktorspezifität und die daraus resultierende Unsicherheit für die beteiligten Kommunen auswirkt und welche vertraglichen Anpassungen notwendig werden.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Theorie in ihrer ursprünglichen Form für Kommunen nur bedingt geeignet ist, da sie den Markt als Steuerungsmechanismus voraussetzt, der so im kommunalen Geflecht nicht existiert.
Obwohl Williamson klassische ökonomische Faktoren priorisiert, arbeitet der Autor heraus, dass Reputation und Vertrauen in der interkommunalen Praxis essenzielle Steuerungsmechanismen sind, die die rein kostenorientierte Theorie ergänzen müssen.
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