Bachelorarbeit, 2011
43 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Theorien der IP gesteuerten Kongruenz in der Generativen Syntax
2. 1 Strukturelle Positionen von I
2. 2 Affix-Hopping
2. 3 Die Deutsche Verbbewegung als V nach I Bewegung
3 Theorie der Merkmale
3. 1 Operationen des Minimalismus
3. 2 Nähere Betrachtung der I-Position im typologischen Vergleich
3.2.1 Verbpositionen im Deutschen und im Englischen
3.2.2 Infinitivpartikel und ihrer syntaktische Position
3. 3 I-Analyse im Deutschen
3. 4 Das externe Subjekt
4 Anwendung
5 Schlussbetrachtung
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der funktionalen Kategorie IP (Inflection Phrase) hinsichtlich ihrer Relevanz für eine minimalistische Analyse der deutschen Sprache, insbesondere im Hinblick auf die Subjekt-Verb-Kongruenz und die Frage, ob die IP für das Deutsche aus Gründen der Ökonomie entbehrlich ist.
Die Frage nach der Ableitung der Kongruenz
Die Frage nach der Ableitung der Kongruenz ist im Minimalismus von zentraler Bedeutung. Hierbei spielt unter anderem die Flexionsmorphologie und ihre Auswirkung auf die Syntax eine große Rolle. Syntaktische Relationen lassen sich an der Morphologie von Flexionsaffixen ablesen, da die Kategorien Kasus, Person, Numerus und Genus sowohl morphologisch anhand spezieller Merkmale realisiert werden als auch die Kongruenz und Rektion abbilden können (vgl. Sternefeld 2007: 1). So verwundert es nicht, dass Sternefeld ähnliche Mechanismen bei der Erzeugung morphologischer Strukturen bei Wörtern auch für die Syntax annimmt. Mit Bezug auf Wurzel (1984) betont Sternefeld (2007) zudem die Gemeinsamkeiten zwischen Syntax und Morphologie in Bezug auf die Interfaces. Die Interfaces stellen jene Stufe der Satzgenerierung dar, wo die derivational erzeugte Struktur zum einen hinsichtlich ihrer logischen Form, d.h. semantisch und zum anderen hinsichtlich ihrer phonologischen Form, d.h. wie sie lautlich – in Form eines akustischen Outputs – realisiert werden muss. Hierauf wird an späterer Stelle genauer eingegangen. Im Prinzip soll die Eigenschaft, dass hier zwischen lautlicher Form und Inhalt vermittelt wird unterstrichen werden (vgl. Sternefeld 2007: 1).
1 Einleitung: Einführung in die zentrale Bedeutung der Kongruenzableitung im Minimalismus und die Problematik der funktionalen Kategorie IP.
2 Theorien der IP gesteuerten Kongruenz in der Generativen Syntax: Diskussion theoretischer Modelle zur Verb- und Affixbewegung unter Einbeziehung von typologischen Parametern.
3 Theorie der Merkmale: Detaillierte Darstellung minimalistischer Operationen, Merkmalsklassifizierungen und der spezifischen I-Position im typologischen Vergleich.
4 Anwendung: Praktische minimalistische Strukturanalyse eines deutschen Satzes zur Erprobung der aufgestellten Hypothesen ohne IP.
5 Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse hinsichtlich der Ökonomie bei der Reduzierung syntaktischer Komplexität auf Kosten einer komplexeren Morphologie.
Minimalismus, IP, Inflection Phrase, Kongruenz, Syntax, Morphologie, Merkmale, Merge, Bewegung, Verbalkomplex, Subjekt-Verb-Kongruenz, Ökonomieprinzip, Generative Grammatik, SVO, SOV.
Die Arbeit untersucht die theoretische Berechtigung und die syntaktische Notwendigkeit der funktionalen Kategorie IP (Inflection Phrase) für das Deutsche im Rahmen des Minimalismus.
Die zentralen Themen umfassen die Kongruenz zwischen Subjekt und Verb, die minimalistischen Operationen der Verkettung (Merge) und Bewegung sowie den typologischen Vergleich der Verbpositionen im Deutschen und Englischen.
Ziel ist es zu klären, ob die IP als Projektion für die deutsche Sprache aus Gründen der Ökonomie entbehrlich ist, indem syntaktische Funktionen auf die Morphologie übertragen werden.
Es wird eine minimalistische Strukturanalyse angewendet, die sich primär auf die von Sternefeld (2007) vorgeschlagene morphologisch motivierte generative Beschreibung stützt.
Der Hauptteil befasst sich mit der Theorie der Merkmale, der Operation Merge, der Analyse von Infinitivpartikeln, der Negation sowie der Position des externen Subjekts innerhalb der VP.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Minimalismus, Merkmalsabgleich (Checking), Verbalkomplex, typologische Parameter und die Entbehrlichkeit funktionaler Projektionen.
Der Autor führt an, dass die Annahme einer IP zu einer redundanten Bewegung führt und dass deutsche morphologische Eigenschaften erlauben, Kongruenzphänomene eher als wortinterne oder morphologische Prozesse zu erklären.
Die Numeration ist der erste Schritt der Derivation, bei dem eine festgelegte Menge lexikalischer Elemente mit entsprechenden Merkmalen aus dem mentalen Lexikon selektiert wird, um darauf aufbauend die Struktur zu erzeugen.
Der Test zeigt, dass das finite Hilfsverb unabhängig von der restlichen Verbalphrase analysiert werden muss, was als Argument für die spezifische syntaktische Konfiguration von Verben im Deutschen dient.
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