Bachelorarbeit, 2014
35 Seiten, Note: A
1. Einleitung
2. Multimediale Übersetzung: eine Einführung
2.1. Definition
2.2. Formen der multimedialen Übersetzung
2.2.1. Untertitelung
2.2.1.1. Historische Entwicklung der Untertitelung
2.2.1.2. Arten von Untertiteln
2.2.1.3. Technische Richtlinien
2.2.1.4. Gestaltung von Untertiteln
2.2.1.5. Vor- und Nachteile der Untertitelung
2.2.2. Synchronisation
2.2.2.1. Historische Entwicklung der Synchronisation
2.2.2.2. Gestaltung der Synchronisation
2.2.2.3. Arbeitsablauf
2.2.2.4. Vor- und Nachteile der Synchronisation
2.2.3. Weitere Formen der multimedialen Translation
2.2.4. Tendenzen im europäischen Sprachraum
3. Sprachliche Varietäten: Theoretisches
3.1. Definition
3.1.1. Diatopische Varietäten
3.1.2. Diastratische Varietäten
3.1.3. Diaphasische Varietäten
3.1.4. Überschneidungen zwischen den Dimensionen
3.2. Übersetzungsschwierigkeiten
4. Varietäten in multimedialen Texten
4.1. Funktion
4.2. Übersetzungsstrategien für die Synchronisation
4.2.1. Übertragung in einen zielsprachlichen Dialekt
4.2.2. Übertragung in einen Soziolekt
4.2.3. Änderung des Registers
4.2.4. Übertragung in gebrochener Sprache
4.2.5. Übertragung in eine Kunstsprache
4.2.6. Neutralisierung
4.2.7. Verbalisierung
4.2.8. Ausdruck durch Stimmqualität und Sprechweise
4.2.9. Synchronisationstendenzen im deutschen Sprachraum
4.3. Übersetzungsstrategien für die Untertitelung
4.3.1. Abbildung auf grammatischer Ebene
4.3.2. Abbildung auf orthographischer Ebene
4.3.3. Abbildung auf typographischer Ebene
4.3.4. Wiedergabe auf lexikalischer Ebene
4.3.5. Verbalisierung
4.4. Ausblick
5. Konklusion
Die Arbeit untersucht die verschiedenen Strategien der Übersetzung von Sprachvarietäten (wie Dialekten oder Soziolekten) in multimedialen Medien wie Film und Fernsehen. Ziel ist es, die Eignung der Verfahren Synchronisation und Untertitelung hinsichtlich ihrer Funktionsäquivalenz und Wirkung beim Zielpublikum zu analysieren sowie aktuelle Tendenzen im deutschsprachigen Raum aufzuzeigen.
4.2.1. Übertragung in einen zielsprachlichen Dialekt
Die Möglichkeit, einen ausgangssprachlichen Dialekt kurzerhand durch einen zielsprachlichen Dialekt zu ersetzen, mag für einen Laien auf der Hand liegen. In Anbetracht der vorangegangenen Diskussion über die geographische Verankerung und die soziokulturellen Konnotationen von diatopischen Varietäten leuchtet jedoch ein, dass diese Übersetzungsstrategie in den meisten Fällen völlig ungeeignet ist und zu Widersprüchen führt (Kolb 1998:279). Wenn in einem auf Sizilien spielenden Film z.B. plötzlich Bayrisch gesprochen wird, verursacht dies beim deutschsprachigen Publikum Verwirrung, da die Sprachvarietät des Bayrischen an eine völlig andere Region und Kultur gebunden ist.
Eine Ausnahme stellen in dieser Hinsicht multimediale Texte dar, bei denen der soziokulturelle Hintergrund und die geographische Variable für die Handlung keine Rolle spielen (vgl. Brons 2012:185). Ein gutes Beispiel hierfür sind Zeichentrickfilme, in denen Dialekte oft nicht primär dazu dienen, ihre Sprecher einer bestimmten Region oder Sozialgruppe zuzuordnen, sondern vielmehr eine belustigende Wirkung haben sollen (Chiaro 2009:159). Im Sinne der funktionalen Äquivalenz geht es bei der Auswahl eines geeigneten zielsprachlichen Dialekts also darum, dass dieser auch von der Zielkultur als „lustig“ empfunden wird. Im Animationsfilm Die Monster AG aus dem Jahre 2001 spricht der „abominable snowman“ im amerikanischen Original einen breiten, kalifornischen Akzent, während der Yeti in der deutschen Synchronfassung Schwäbisch spricht. Auch inhaltlich unterscheiden sich die Szenen in den beiden Sprachen deutlich voneinander: In der Originalfassung beklagt sich der Yeti darüber, dass er von allen „abominable snowman“ genannt wird, obwohl er doch eigentlich lieber „agreeable snowman“ oder „adorable snowman“ heißen würde. In der deutschen Synchronfassung hingegen beklagt sich der schwäbische Yeti darüber, im Himalaya niemanden zu kennen und wünscht sich, stattdessen auf der Schwäbischen Alb zu sein. Im Sinne der Komödie funktionieren hier beide Sprachvarietäten.
1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsziele und Eingrenzung auf die Übersetzungsformen Synchronisation und Untertitelung im Kontext von Sprachvarietäten.
2. Multimediale Übersetzung: eine Einführung: Definition multimedialer Texte sowie detaillierte Betrachtung der Untertitelung und Synchronisation, einschließlich ihrer historischen Entwicklung und Vor- und Nachteile.
3. Sprachliche Varietäten: Theoretisches: Theoretische Einführung in die Varietätenlinguistik und Differenzierung zwischen diatopischen, diastratischen und diaphasischen Varietäten.
4. Varietäten in multimedialen Texten: Analyse der Funktionen von Sprachvarietäten im Film und detaillierte Untersuchung konkreter Übersetzungsstrategien für Synchronisation und Untertitelung.
5. Konklusion: Rekapitulation der Ergebnisse und Empfehlung, Sprachvarietäten als Herausforderung zu begreifen, anstatt auf Standardisierung zu setzen.
Multimediale Übersetzung, Sprachvarietäten, Dialekt, Soziolekt, Synchronisation, Untertitelung, Funktionsäquivalenz, Varietätenlinguistik, Neutralisierung, Kulturgebundenheit, audiovisuelle Translation, Register, Sprachvariation, Lokalkolorit, Authentizität.
Die Bachelorarbeit behandelt die Herausforderungen und Strategien bei der Übersetzung von Sprachvarietäten – wie Dialekten oder Soziolekten – in audiovisuellen Medien wie Film und Fernsehen.
Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretischen Grundlagen der Sprachvariation, die spezifischen Übersetzungsformen Synchronisation und Untertitelung sowie die Auswirkungen dieser Strategien auf das Zielpublikum.
Das Ziel ist es, zu analysieren, wie Übersetzer mit den funktionalen und kulturellen Aspekten von Sprachvarietäten umgehen und welche Tendenzen, insbesondere in Richtung Neutralisierung, im deutschsprachigen Raum erkennbar sind.
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse theoretischer Konzepte der Übersetzungswissenschaft und varietätenlinguistischer Modelle, illustriert durch Fallbeispiele aus Film und Fernsehen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Sprachvariation, die Vorstellung der technischen und translatorischen Besonderheiten von Synchronisation und Untertitelung sowie eine detaillierte Diskussion verschiedener Übersetzungsstrategien.
Zu den zentralen Begriffen zählen Multimediale Übersetzung, Sprachvarietäten, Synchronisation, Untertitelung, Funktionsäquivalenz und Neutralisierung.
Dialekte sind stark kulturgebunden und tragen spezifische soziokulturelle Konnotationen. In der Zielsprache fehlen oft direkte Entsprechungen, was bei einer 1:1-Übertragung zu ungewollten Verfremdungen oder Verwirrung beim Zuschauer führen kann.
Die Neutralisierung beschreibt den Trend, Sprachvarietäten in der Übersetzung zugunsten der Standardsprache zu glätten, wodurch oft wichtige Informationen über Charakter und Herkunft der Filmfiguren verloren gehen.
Die Arbeit hebt die deutsche Synchronfassung des französischen Films "Bienvenue chez les Ch'tis" hervor, bei der ein eigener Kunstdialekt entwickelt wurde, um den Varietätenkontrast des Originals erfolgreich abzubilden.
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