Diplomarbeit, 2013
53 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Material und Methoden
2.1. Beprobungsgebiet
2.2. Probenahme an Seen in West-Grönland
2.3. Kultivierung von Protozoen
2.4. Gänsekotproben
2.5. Tierfellabstriche
2.6. Morphologische Untersuchung
2.7. Statistische Auswertung
3. Ergebnisse
3.1. Morphologische Analyse der Protozoengemeinschaft
3.1.1. Artenverteilung in den Seen
3.1.2. Schmelzwasserproben
3.1.3. Gänsekotproben
3.1.4. Tierfellabstriche
3.2. Korrelationen
3.3. Vergleichende Analyse von Arten-/Gattungenzusammensetzungen
4. Diskussion
5. Zusammenfassung
6. Danksagung
7. Quellenangaben
8. Anhang
8.1. Tabellen: Rohdaten kultivierter Proben, Vollständige Artenlisten (Tabellen I-III) Aliquotproben, Gänsekotproben, Tierfellabstriche
8.2. Rohdaten biotischer und abiotischer Faktoren (Tabelle IV)
8.3. Zusammensetzung WC-Medium
8.4. Abbildungen der untersuchten Gewässer
8.5. Rohdaten Korrelationen und Signifikanzen
Die Studie zielt darauf ab, die pelagische und benthische Protozoengemeinschaft in geologisch jungen Seen Westgrönlands unter dem Einfluss des Gletscherrückgangs zu erfassen. Dabei wird untersucht, welche Eintragswege für die Neubesiedlung der Gewässer durch Einzeller entscheidend sind und inwieweit ökologische Faktoren die Artenzusammensetzung und die Struktur der Nahrungsgewebe beeinflussen.
1. Einleitung
Diese Studie beinhaltet die erste Untersuchung der pelagischen und benthischen Protozoengemeinschaft in geologisch jungen Seen Westgrönlands, unter Einfluss der globalen Erwärmung. Hierbei wird unter anderem versucht, die Rolle hydrologischer und biotischer Faktoren zu beurteilen, zu denen Leitfähigkeit, Tiefe, Größe, Temperatur, pH-Wert, organische Belastung, Bakterienzahl und Fischbestand zählen. Von Interesse ist dabei auch, inwieweit sich die Artenzusammensetzung mit steigendem Alter der Seen unterscheidet, und ob sich die vorgefundene Biodiversität aufgrund der zunehmenden Nährstoffanreicherung und Organismenmigration erhöht. Außerdem soll überprüft werden, ob sich in der Zusammensetzung der Nahrungsgewebe Hinweise für eine Bottom-Up- oder Top-Down-Kontrolle ergeben, da in vorangegangenen Ansätzen beide Möglichkeiten in Betracht gezogen wurden (Jeppesen et al., 2003, Worm et al., 2002).
Längst ist bekannt, dass auch die früher als gänzlich lebensfeindlich wahrgenommene Umgebung von Schnee, Eisseen und Gletschern ein Biom darstellt, das besonders frei lebenden, einzelligen Organismen aller acht großen Eukaryotengruppen (Adl et al., 2012) eine Lebensgrundlage bietet, und in dem sie eine entscheidende Rolle spielen (Anesio & Laybourn-Parry, 2011). Dabei haben speziell heterotrophe Einzeller durch ihre bakteriophage Lebensweise einen wichtigen Einfluss auf die innere Dynamik terrestrischer und aquatischer Ökosysteme (Adl & Grupta, 2006, Arndt et al., 2000, Azam et al., 1983). Sie prägen das Nahrungsnetz gemeinsam mit Bakterien vor allem in oligotrophen und ultraoligotrophen Gewässern, wie sie in der Arktis verbreitet sind, entscheidend (Rautio et al., 2011). In Anbetracht des schnell fortschreitenden Gletscherrückgangs und der besonders intensiven Klimaerwärmung vor Ort scheint eine Erhebung der Protozoengemeinschaft besonders dringend. Im Rahmen dieser Arbeit bietet sich die seltene Gelegenheit, sehr junge arktische Gewässersysteme (Briner et al., 2011) zu untersuchen und ihre sukzessive Besiedlung durch Protozoen miteinander zu vergleichen.
1. Einleitung: Einführung in die ökologische Bedeutung der Protozoen in arktischen Gewässern sowie Darstellung der Forschungsfragen hinsichtlich Besiedlung und Diversität.
2. Material und Methoden: Beschreibung des Beprobungsgebiets, der Kultivierungsmethoden sowie der morphologischen und statistischen Untersuchung der Daten.
3. Ergebnisse: Detaillierte Auswertung der identifizierten Arten, ihrer Abundanz sowie der Korrelationen mit abiotischen und biotischen Faktoren.
4. Diskussion: Interpretation der Ergebnisse im Kontext der Besiedlungsdynamik, der Eintragswege und der trophischen Struktur der Seen.
5. Zusammenfassung: Kompakte Darstellung der zentralen Erkenntnisse und der Bedeutung der Studie für die arktische Limnologie.
Protozoen, Westgrönland, arktische Seen, Flagellaten, Biodiversität, Besiedlungswege, Limnologie, Nahrungsgewebe, Gletscherrückgang, ökologische Forschung, Liquid Aliquot Methode, Mikroorganismen, Ciliaten, Amöben, Taxonomie
Die Arbeit untersucht die Protozoengemeinschaft in geologisch jungen Seen in Westgrönland, die durch den Rückzug des Sermeq Kujalleq-Gletschers entstanden sind.
Die zentralen Themen sind die Artenzusammensetzung, die Dynamik der Neubesiedlung durch Protozoen sowie die Identifikation potenzieller Eintragsvektoren.
Das Ziel ist es, einen Einblick in die Diversität der Protozoen in diesen neuen Ökosystemen zu geben und zu verstehen, wie Faktoren wie Alter der Seen oder Nährstoffverfügbarkeit die Gemeinschaften prägen.
Es wurde die "Liquid Aliquot Methode" (LAM) zur Kultivierung verwendet, ergänzt durch mikroskopische morphologische Bestimmungen und statistische Korrelationsanalysen.
Der Hauptteil befasst sich mit der morphologischen Analyse, der Verteilung der Arten, den Korrelationen mit Umweltfaktoren und dem Vergleich der Seen mit anderen Quellen wie Eis, Schnee und Tieren.
Wichtige Begriffe sind Protozoen, Arktis, Biodiversität, Besiedlungswege und ökologische Nahrungsgewebe.
Die Untersuchung zeigt, dass Gänse durch den Transport von Zysten im Verdauungstrakt sowie durch Nährstoffeintrag über ihren Kot maßgeblich die Besiedlung und die Nährstoffbilanz der untersuchten Seen beeinflussen könnten.
Die Studie vergleicht Seen unterschiedlichen Alters (1-150 Jahre), um zu verstehen, wie sich Gemeinschaften im Laufe der Zeit nach dem Eisfreiwerden sukzessive etablieren.
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