Bachelorarbeit, 2013
68 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
2 BEGRIFFSKLÄRUNGEN
2.1 Märchen
2.1.1 Wortbedeutung und Historie
2.1.2 Unterschied zwischen Volks- und Kunstmärchen
2.1.3 Stilanalyse nach Max Lüthi
2.1.4 Strukturanalyse nach Vladimir Propp und Anderen
2.2 Gewalt
2.2.1 Wortbedeutung
2.2.2 Verletzende Gewalt
3 GEWALTDARSTELLUNGEN IN VOLKSMÄRCHEN
3.1 Ursprünge der Gewaltdarstellungen
3.2 Prägnante Gewalttaten
3.3 Darstellungsformen
3.4 Die Hexe – Die Gestalt des Bösen
4 GEWALTDARSTELLUNGEN IN HÄNSEL UND GRETHEL
4.1 Analyse der allgemeinen Gewaltdarstellungen im Text
4.2 Analyse der Darstellung der Hexenfigur und ihrer Gewalt
5 MÄRCHEN IN DER GEGENWART
5.1 Mediale Adaptionen von Märchen
5.2 Hänsel & Gretel: Hexenjäger – Der Film
5.2.1 Analyse der allgemeinen Gewaltdarstellungen im Film
5.2.2 Analyse der Darstellung der Hexenfigur und ihrer Gewalt
6 VERGLEICH DER GEWALTINSZENIERUNG DER LITERARISCHEN VORLAGE MIT DER FILMISCHEN ADAPTION
7 SCHLUSS
Diese Arbeit untersucht, wie Gewalt im Grimm’schen Märchen "Hänsel und Grethel" sowie in der filmischen Adaption "Hänsel & Gretel: Hexenjäger" inszeniert wird. Ziel ist es, die Art und Weise der Gewaltdarstellung zu analysieren und zu vergleichen, wobei insbesondere die filmische Umsetzung unter Berücksichtigung filmanalytischer Aspekte und der Abgrenzung von literarischen Vorlagen fokussiert wird.
1 Einleitung
Es war einmal ein kleiner Junge. Obwohl er schon sechs Jahre alt war und bald in die Schule kommen sollte, hatte er vor einer Sache immer noch große Angst: Er fürchtete sich vor dem dunklen Wald. Jedes Mal, wenn seine Eltern mit ihm spazieren gehen wollten, fing er kurz vor der Baumgrenze an zu weinen. Er tobte, bis sein Kopf rot anlief. "Da ist die Hexe drin, die frisst Kinder", schrie er.
Nein, das ist kein Auszug aus einem neumodernen Märchen. Hier handelt es sich um einen realen Sechsjährigen, der unbeschreibliche Angst vor Wäldern hat, da er an kannibalische Hexen glaubt, seit er das Märchen Hänsel und Grethel mit vier Jahren vorgelesen bekam.
Obwohl die Brüder Grimm aufgrund der geringen Verkaufszahlen und der Kritik, dass die Fassungen ihrer gesammelten Werke nicht für Kinder geeignet seien, ihre Märchensammlungen überarbeiteten, liegt der Fokus der Debatten über Märchen auch heute noch überwiegend auf den Gewaltdarstellungen in den Erzählungen.
1 EINLEITUNG: Hinführung zur Thematik der Gewalt in Märchen, Erläuterung des Forschungsinteresses und Vorstellung des zu untersuchenden Werkes.
2 BEGRIFFSKLÄRUNGEN: Definition der zentralen Termini "Märchen" und "Gewalt" unter Einbeziehung literaturwissenschaftlicher und soziologischer Ansätze.
3 GEWALTDARSTELLUNGEN IN VOLKSMÄRCHEN: Analyse der Ursprünge und Darstellungsformen von Gewalt in klassischen Volksmärchen sowie der Rolle der Hexe als böser Antagonist.
4 GEWALTDARSTELLUNGEN IN HÄNSEL UND GRETHEL: Detaillierte Untersuchung des literarischen Textes hinsichtlich seiner Gewaltinszenierung und der Charakterisierung der Hexe.
5 MÄRCHEN IN DER GEGENWART: Betrachtung der aktuellen medialen Adaptionen von Märchen mit besonderem Fokus auf den Film "Hänsel & Gretel: Hexenjäger".
6 VERGLEICH DER GEWALTINSZENIERUNG DER LITERARISCHEN VORLAGE MIT DER FILMISCHEN ADAPTION: Gegenüberstellung der literarischen Vorlage und der filmischen Umsetzung bezüglich formaler und inhaltlicher Gewaltaspekte.
7 SCHLUSS: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse sowie Ausblick auf weiterführende Forschungsfragen.
Märchen, Gewalt, Hänsel und Grethel, Hexenjagd, Literatur, Film, Splatter, Erzählstruktur, Hexendarstellung, Psychoanalyse, Medienadaption, Volksmärchen, Gewaltinszenierung, Kannibalismus, Grimm
Die Arbeit analysiert die Darstellung von Gewalt im Märchen "Hänsel und Grethel" und vergleicht diese mit der filmischen Adaption "Hänsel & Gretel: Hexenjäger".
Zu den zentralen Themen gehören die literarische Erzähltheorie, die Bedeutung von Märchen in der heutigen Gesellschaft sowie die filmanalytische Untersuchung von Horror- und Splatterelementen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Gewalt in verschiedenen Medien (Text vs. Film) inszeniert wird und welche Funktionen diese Gewalt jeweils erfüllt.
Die Arbeit nutzt formale literaturwissenschaftliche Analyseansätze (z.B. nach Propp und Lüthi) sowie eine systematische Filmanalyse basierend auf Kameraführung, Montage und Toneinsatz.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der literarischen Vorlage und die umfassende formale Analyse des Kinofilms, gefolgt von einem direkten Vergleich beider Werke.
Wichtige Begriffe sind Gewalt, Märchen, Inszenierung, Splatter, Distanzverlust, Gut-Böse-Schema und Hexendarstellung.
Der Film dient als prominenter, kommerziell erfolgreicher Vertreter moderner Märchenadaptionen, der das klassische Märchenmotiv in eine explizite Horror- und Action-Ästhetik überführt.
Die Hexe personifiziert das Böse und ist das primäre Ziel der Gewalt; im Film wird ihre Figur zudem stark tierähnlich und "monsterhaft" für das moderne Publikum inszeniert.
Während das Märchen Gewalt oft distanziert und indirekt beschreibt, setzt der Film auf eine explizite, oft "splatterartige" Darstellung, die körperliche Details in den Vordergrund rückt.
Die Autorin stellt fest, dass detaillierte Gewalt im modernen Film häufig zum Selbstzweck eingesetzt wird und die Grenze zwischen Notwehr und Rache durch das "Gut-Böse-Schema" oft verwischt wird.
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