Masterarbeit, 2014
115 Seiten, Note: 1,3
1. EINLEITUNG
2. COUNTRY RISK UND SOVEREIGN RISK
3. SCHULDEN UND GLÄUBIGERGRUPPEN
4. KRISENARTEN UND IMPLIKATIONEN FÜR DAS MODELL
4.1 BANKENKRISEN TYP I/II
4.2 SCHULDENKRISEN
5. ZAHLUNGSAUSFALL UND FOLGEN
5.1 RESTRUKTURIERUNG VON SOVEREIGN DEBT
5.2 PROZESS DER SCHULDENRESTRUKTURIERUNG
6. VORSTELLUNG DES MODELLS
6.1 FUNKTIONSWEISE DES MODELLS
6.2 PEERGROUPS
6.3 PEERGRUPPANALYSE UND ABHÄNGIGKEITEN
7. QUALITATIVE BEWERTUNG
7.1 „WORLD GOVERNANCE INDICATORS“ UND „EASE OF DOING BUISNESS“ INDEX
7.2 SCORING
7.3 VERGLEICH MIT DEN OECD-COUNTRY RISK CLASSIFICATIONS
8. QUANTITATIVE BEWERTUNG
8.1 KRITERIENGRUPPE: DEMOGRAPHIC
8.2 KRITERIENGRUPPE: ECONOMICAL
8.3 KRITERIENGRUPPE: FISCAL
8.4 KRITERIENGRUPPE: DEBT
8.4.1 SCHULDENINTOLERANZ
8.4.2 SCORING UND ERGEBNISSE
8.5 BANKS
8.6 BEWERTUNG VON DATENLÜCKEN
9. WÄHRUNGSSTATUS UND BERECHNUNG DER GESAMTSCORE
10. ANALYSE DER ERGEBNISSE
10.1 VERGLEICH MIT EXTERNEN RATINGAGENTUREN
10.2 VERGLEICH MIT CREDIT DEFAULT SWAP SPREADS
11. MODELLKRITIK UND SPECIAL INFLUENCES
12. KRITIK AN SOVEREIGN RATINGS UND REGULIERUNG
13. FAZIT
Die vorliegende Masterarbeit verfolgt das Ziel, ein quantitatives Sovereign Rating Modell zu entwickeln, um die Kreditwürdigkeit eines breiten Spektrums von Staaten objektiv zu bewerten und die Ergebnisse einer kritischen Würdigung zu unterziehen. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, inwieweit ein solches Modell unter Einbeziehung ökonomischer, politischer und institutioneller Faktoren realisierbar ist und wie es im Vergleich zu den Ratings etablierter Agenturen sowie zu marktinduzierten Credit Default Swap Spreads abschneidet.
Die Trennschärfe zwischen Country Risk und Sovereign Risk
Die Definition von Sovereign Risk ist enger gefasst: Sovereign Risk beschreibt das Risiko, dass souveräne Staaten ihren Kapitaldienst gegenüber ihren Gläubigern nicht fristgerecht erbringen wollen oder können.
Standard and Poors differenziert ebenfalls zwischen Sovereign Risk und Country Risk und grenzt beide Begriffe wie folgt voneinander ab: „Sovereign ratings capture the risk of a country defaulting on its commercial debt obligations and country risk covers the downside of a country’s business environment including legal environment, levels of corruption, and socioeconomic variables such as income disparity.“ (S&P Capital IQ, 2012, S. 1)
Die Trennschärfe zwischen beiden Risikoarten ist relativ gering.
Als Reaktion auf die Finanzkrise organisierte der „International Monetary Fund“ (IMF) im März 2011 eine Spitzenkonferenz, um die neue Dynamik von Sovereign Risks sowie deren Auswirkungen zu diskutieren. Dort wurden unter anderem weitreichendere - der aktuellen Lage angemessenere Definitionen diskutiert. So zum Beispiel die des damaligen Direktors des IMF, Dominique Strauss-Kahn. „Sovereign risks have been transformed in a number of important ways as a direct consequence of the crisis and major fault lines in the financial sector. As the public sector intervened to support financial institutions, distinctions between sovereign and non-sovereign and private liabilities have been blurred, and public exposure to private risks has increased [...] A wider definition of sovereign risk is warranted, one where core fiscal variables and the macroeconomic context are complemented with elements reflecting broader balance sheet developments, debt portfolio structure, investor base, cross-border linkages, and financial assets of a country.” (OECD, 2013)
1. EINLEITUNG: Einführung in die Problematik von Sovereign Ratings während der Euro-Schuldenkrise und Vorstellung des Ziels, ein quantitatives Ratingmodell zu entwickeln.
2. COUNTRY RISK UND SOVEREIGN RISK: Abgrenzung der beiden zentralen Risikobegriffe und Erörterung ihrer Bedeutung für Investoren und Staatsbewertungen.
3. SCHULDEN UND GLÄUBIGERGRUPPEN: Klassifizierung staatlicher Verbindlichkeiten nach Rechtsprechung, Gläubigergruppen und Laufzeiten zur Vorbereitung der Modell-Inputfaktoren.
4. KRISENARTEN UND IMPLIKATIONEN FÜR DAS MODELL: Darstellung von Banken- und Schuldenkrisen sowie deren spezifische Auswirkungen auf die Stabilität eines Landes.
5. ZAHLUNGSAUSFALL UND FOLGEN: Erläuterung der Mechanismen von Zahlungsausfällen und der Prozesse bei der anschließenden Umschuldung.
6. VORSTELLUNG DES MODELLS: Beschreibung des systemischen Aufbaus des Modells, der Peergroup-Logik und der Einteilung in quantitative und qualitative Bewertungsebenen.
7. QUALITATIVE BEWERTUNG: Analyse politischer und regulatorischer Einflussfaktoren anhand von Indikatoren wie den World Governance Indicators.
8. QUANTITATIVE BEWERTUNG: Detaillierte Betrachtung der fünf quantitativen Kriteriengruppen (Demographic, Economical, Fiscal, Debt, Banks) und deren Scoring.
9. WÄHRUNGSSTATUS UND BERECHNUNG DER GESAMTSCORE: Finale Integration des Währungsstatus als Reservewährung und Aggregation aller Modellscores zum Endergebnis.
10. ANALYSE DER ERGEBNISSE: Verifizierung der Modellwerte durch Vergleich mit externen Agenturen und marktseitigen CDS-Spreads sowie Durchführung von Szenarioanalysen.
11. MODELLKRITIK UND SPECIAL INFLUENCES: Kritische Reflexion der Modellschwächen, insbesondere bezüglich Datenverfügbarkeit und der Notwendigkeit qualitativer Notching-Anpassungen.
12. KRITIK AN SOVEREIGN RATINGS UND REGULIERUNG: Zusammenfassende Betrachtung der Probleme von Ratingagenturen wie Transparenzmangel und Interessenkonflikte.
13. FAZIT: Resümee über die Durchführbarkeit des quantitativen Ansatzes und Ausblick auf notwendige Weiterentwicklungen für eine gesteigerte Prognosegüte.
Sovereign Risk, Country Risk, Ratingmodell, quantitative Bewertung, qualitative Bewertung, Schuldenkrise, Zahlungsausfall, Peergroup-Analyse, World Governance Indicators, Staatsschulden, Bankensektor, Finanzmarktregulierung, CDS-Spreads, Datenverfügbarkeit, Makroökonomie.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung eines transparenten und quantitativen Modells zur Bewertung der Kreditwürdigkeit von Staaten, kurz Sovereign Rating genannt.
Die zentralen Felder umfassen die Unterscheidung von Country Risk und Sovereign Risk, die Analyse von Schuldentragfähigkeit sowie die Bewertung von Wirtschaftsdaten und Governance-Indikatoren in verschiedenen Ländergruppen.
Ziel ist es, ein quantitatives Modell zu etablieren, das auf Basis objektiver Daten eine Einschätzung zur Zahlungsfähigkeit von Staaten liefert und sich dabei durch eine Peergroup-Logik von klassischen, oft kritisierten Rating-Agenturen abhebt.
Es kommt ein Peergroup-Scoring-Verfahren zum Einsatz, das quantitative Indikatoren (wie BIP-Wachstum, Staatsverschuldung) mit qualitativen Indikatoren (wie Governance-Indizes) sowie einer linearen Regression historischer Daten kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Risikobegriffe, die Erläuterung des Modellausbaus, die detaillierte Vorstellung der Kriteriengruppen und die Validierung der Ergebnisse durch Vergleiche mit externen Ratings und Marktdaten.
Sovereign Risk, Ratingmodell, Schuldenkrise, quantitative Bewertung, fiskalische Stabilität, Peergroup-Analyse und Finanzmarktregulierung.
Ein direkter Vergleich von hochentwickelten Industrienationen mit Schwellen- oder Entwicklungsländern ist aufgrund massiv unterschiedlicher Ausgangslagen und Wachstumspfade nicht sinnvoll, daher ist eine Kategorisierung nach Einkommensgruppen zwingend erforderlich.
Das Modell nutzt ein sogenanntes Wasserfallsystem, bei dem fehlende Datenpunkte durch Werte nächstwichtiger Kriterien ersetzt oder mit Risikoabschlägen versehen werden, um eine umfassende Abdeckung zu erreichen.
Da Länder mit Reservewährungsstatus (z. B. USA, Euro-Länder) einen privilegierten Zugang zur Refinanzierung haben, wird dies als Bonus in der finalen Score-Berechnung gewürdigt, da dieser Status einen wesentlichen Faktor für die Kreditwürdigkeit darstellt.
Da das rein quantitative Modell bestimmte Schocks oder historische Ereignisse nicht vollumfänglich erfassen kann, ist eine manuelle oder qualitative Korrektur durch „Notching“ essenziell, um die Realität der jeweiligen Staatsfinanzen präzise abzubilden.
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