Diplomarbeit, 2004
82 Seiten, Note: 2,5
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmungen
2.1 Drogen
2.2 Sucht und Abhängigkeit
3.3 Substitution
3. Ansätze in der Suchtkrankenhilfe
3.1 Akzeptanz
3.2 „Harm Reduction“
4. Substitutionsbehandlung
4.1 Geschichte
4.2 Rechtliche Grundlagen
4.3 Finanzierung und Indikation
4.4 Behandlung
4.5 Medizinischer Bereich
4.5.1 Aufgaben
4.5.2 Substitutionsmittel
4.5.3 Durchführung
4.6 Psychosoziale Begleitung
4.6.1 Aufgaben
4.6.2 Angebote und Alltagsperspektiven
4.6.3 Durchführung
4.7 Kooperation zwischen dem medizinischen Bereich und der Psychosozialen Begleitung
5. Situation von Opiatabhängigen
5.1 Gesundheitliche Situation
5.2 Psychische Situation
5.3 Soziale Situation
6. Substitutionsdiskussion in Deutschland
7. Modelle und Erfahrungen aus anderen Ländern
7.1 USA
7.2 Niederlande
7.3 Schweiz
8. Befragung von Substituierten
9. Auswertung der Fragebögen
10. Schlussteil
Die Arbeit untersucht den Stellenwert von sozialarbeiterischen Unterstützungsmaßnahmen für den Erfolg einer medizinischen Substitutionsbehandlung bei Opiatabhängigen, wobei ein besonderer Fokus auf der sozialen Situation der Betroffenen liegt.
4.5.2 Substitutionsmittel
Zum besseren Verständnis soll an dieser Stelle noch einmal kurz das pharmakologische Wirkprinzip der Behandlung aufgezeigt werden. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen den natürlich vorkommenden Opiaten (hierzu zählen z.B. Codein, Morphium und Opium) und den künstlich hergestellten Opioden (hierzu gehört das Methadon und das Buprenorphin). Heroin dagegen ist ein halbsynthetisches Opiat, da an das Morphiummolekül eine chemische Gruppe (Diacetyl) zusätzlich angehängt wurde.
Der regelmäßige Konsum von Opiaten und Opioden verursacht eine starke psychische und körperliche Abhängigkeit. Wird der Konsum dieser Substanz beendet, so entstehen die sogenannten Entzugssyndrome wie z.B. Gliederschmerzen, Schwitzen, Frieren oder Durchfall. Diese Symptome verschwinden allerdings auch wieder, sobald ein Opiat zugeführt wird. Da der menschliche Körper auch eigene Opiate, sogenannte Endorphine produziert, gibt es in unserem Gehirn Rezeptoren, die nach dem Schloss-Schlüssel-Prinzip bei Kontakt mit einer entsprechenden Substanz eine Opiatwirkung, wie Schmerzstillung, Euphorie, aber auch Unterdrückung der Atmung auslösen.
Daraus ergibt sich, dass ein Opiat, wie beispielsweise Heroin, durchaus durch ein anderes (z.B. Methadon) ersetzt werden kann. Wird dies aus therapeutischen Gründen für eine Substitutionsbehandlung gewünscht, muss eine Substanz gefunden werden, die durch ihre sonstigen Eigenschaften hierfür geeignet ist.
1. Einleitung: Einführung in die medizinische Substitutionsbehandlung und die Bedeutung der psychosozialen Begleitung bei der Drogensucht.
2. Begriffsbestimmungen: Definition der zentralen Begriffe Drogen, Sucht und Substitution zur Vorbereitung der theoretischen Auseinandersetzung.
3. Ansätze in der Suchtkrankenhilfe: Erörterung der Konzepte von Akzeptanz und Schadensminimierung (Harm Reduction) als Basis der modernen Drogenhilfe.
4. Substitutionsbehandlung: Detaillierte Darstellung der Geschichte, Rechtsprechung, medizinischen Aspekte und der psychosozialen Betreuung im Rahmen der Substitution.
5. Situation von Opiatabhängigen: Analyse der gesundheitlichen, psychischen und sozialen Lebensumstände von Drogenabhängigen vor Beginn einer Therapie.
6. Substitutionsdiskussion in Deutschland: Rückblick auf die historische Entwicklung und die gesellschaftliche Etablierung der Substitutionspraxis.
7. Modelle und Erfahrungen aus anderen Ländern: Vergleich internationaler Ansätze in den USA, den Niederlanden und der Schweiz.
8. Befragung von Substituierten: Vorstellung der Methodik und Zielsetzung der anonymen Untersuchung im Rahmen der Arbeit.
9. Auswertung der Fragebögen: Präsentation und Diskussion der empirischen Ergebnisse zur Lebenssituation und zur Relevanz der psychosozialen Begleitung.
10. Schlussteil: Zusammenfassung der Erkenntnisse und Forderungen zur qualitativen Verbesserung der psychosozialen Betreuung.
Substitution, Substitutionsbehandlung, Methadon, Opiatabhängigkeit, Psychosoziale Begleitung, PSB, Suchtkrankenhilfe, Harm Reduction, Soziale Integration, Drogenberatung, Drogenabhängigkeit, Suchtmedizin, Lebenssituation, Fallmanagement, Sozialarbeit.
Die Diplomarbeit untersucht die medizinische Substitutionsbehandlung und den essenziellen Stellenwert der psychosozialen Begleitung bei der Rehabilitation von Opiatabhängigen.
Neben den rechtlichen und medizinischen Rahmenbedingungen der Substitution werden insbesondere die psychosoziale Begleitung, internationale Vergleichsmodelle und die soziale Situation von Drogenabhängigen thematisiert.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie wichtig ergänzende soziale Unterstützungsmaßnahmen für den therapeutischen und langfristigen Erfolg einer Substitutionstherapie sind.
Der Autor führt eine theoretische Aufarbeitung der Literatur durch und ergänzt diese um eine empirische Erhebung mittels eines anonymen, standardisierten Fragebogens unter 20 substituierten Personen.
Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Ausgestaltung der Substitutionsbehandlung, den verschiedenen therapeutischen Modellen sowie der konkreten Finanzierung und Organisation der psychosozialen Betreuung.
Wichtige Schlagworte sind Substitution, psychosoziale Begleitung, Schadensminimierung, soziale Integration und der gesundheitliche Allgemeinzustand.
Der Autor plädiert für eine bundeseinheitliche Regelung der Finanzierung, da die aktuelle Situation unzureichend ist und oft personelle Mängel in der Betreuung verursacht.
Obwohl die Studie selbst nicht in die Tiefe geht, stellt der Autor fest, dass über die Hälfte der befragten Substituierten Kinder hat, diese jedoch größtenteils nicht bei ihnen leben, was einen hohen Hilfebedarf in diesem Bereich markiert.
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