Bachelorarbeit, 2011
61 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Frühe Tengu-Erwähnungen in China und im Nihon shoki
3. Das Konjaku monogatari shū
4. Die Tengu-Geschichten im Konjaku monogatari shū
4.1. Die Tengu kommen nach Japan
4.1.1. „Wie ein Tengu aus Indien das Geräusch des Wassers hörte und dieses überquerte“
4.1.2. „Wie der chinesische Tengu Chira Yōju eines Morgens zu uns kam“
4.2. Die wunderlichen Kräfte der Tengu
4.2.1. „Wie ein Tengu in Gestalt des Buddha auf einer Baumspitze erschien“
4.2.2. „Wie ein Tengu-Anbeter an den Kaiserhof gerufen, entlarvt und davongejagt wurde“
4.3. Tengu und Frauen
4.3.1. „Wie Jōten-sōjō vom Ninnaji einen Ama-Tengu traf“
4.3.2. „Wie ein Tengu von einer Frau Besitz ergriff und Ninsō-ajari vom Butsugenji in dessen Behausung aufsuchte“
4.4. Die Wiedergeburt als Tengu
4.4.1. „Wie die Kaiserin Somedono von einem Tengu geplagt wurde“ und „Wie Ryōgen-sōjō zu einem Geist wurde, zum Kannon-in kam und dort Yokei-sōjō niederstreckte“
4.5. Die Lehrlinge der Tengu
4.5.1. „Wie ein junger Mann von einem Tengu-Anbeter dessen Künste lernen wollte“
4.5.2. „Wie ein Wachmann im Auftrag des Yōzei Tennō Geld sammeln ging“
4.6. Der Tengu als Entführer
4.6.1. „Wie ein Drachenkönig von einem Tengu ergriffen wurde“
4.6.2. „Wie Meister Sanshu vom Berg Ibuki von einem Tengu abgeholt wurde“
5. Fazit
6. Karten und Tabellen
6.1. Reiseweg aus Erzählung 20:1
6.2. Einteilung von Heian-kyō
6.3. Genealogie aller Tendai-zasu bis Myōgu
6.4. Formelle Rangordnung in buddhistischen Institutionen
7. Glossar
7.1. Begriffe
7.2. Orte
7.3. Namen
7.4. Nengō
8. Literatur
Diese Arbeit analysiert die Darstellung und Funktion von Tengu-Wesen in frühgeschichtlicher japanischer Literatur, insbesondere im Nihon shoki und den zwölf Tengu-Erzählungen im 20. Kapitel des Konjaku monogatari shū, um deren didaktische Bedeutung und Rolle innerhalb der buddhistischen Institutionen und der Gesellschaft der Heian-Zeit zu untersuchen.
4.1.1. „Wie ein Tengu aus Indien das Geräusch des Wassers hörte und dieses überquerte“
„Es war einmal ein Tengu aus Indien. Als er von Indien aus nach China übersetzte, hörte er unterwegs die Wellen des Meeres in einem fort singen:
shogyōmujō ‚Nichts ist von Dauer. zeshōmeppō Dies ist das Gesetz von Leben und Tod. shōmetsumetsui Wenn schließlich selbst Leben und Tod vergehen, jakumetsuiraku wird ein Frieden eintreten, der wahres Glück verheißt.‘
Als er das so hörte, war er sehr überrascht und wunderte sich, ‚Warum gibt das Meereswasser da so ohne Unterbrechung derart tiefgründige Lehren von sich?‘ Er dachte sich, ‚Ich will die wahre Gestalt dieses Wassers wissen und es am Weitersingen hindern.‘ und folgte dem Geräusch des Wassers. So kam er bis nach China und auch dort konnte er das Wasser noch auf die gleiche Weise singen hören.
Er ließ China hinter sich und folgte dem Gesang des Wassers bis nach Japan, wo er schließlich am Hafen von Hakata auf Tsukushi ankam. Von dort aus ging er dann weiter nach Moji. Dort erklang der Gesang dann schon ein klein wenig lauter. Der Tengu begann darauf hin, noch wissbegieriger nach der Quelle zu suchen. In seiner Suche überquerte er viele Länder und gelangte so schließlich nach Kawajiri. Dort folgte er dann dem Lauf des Yodogawa, wo der Gesang des Wassers allmählich lauter wurde. Vom Yodogawa aus gelangte er an den Ujigawa, wo der Gesang noch lauter erklang. Er folgte dem Flusslauf bis an dessen oberes Ende und gelangte dort an den Ōmi-See, wo er den Gesang noch lauter erklingen hörte.
Als der Tengu abermals dem Gesang folgte, gelangte er schließlich an ein Bächlein, das bei Yokawa auf dem Berg Hiei entsprang. Dort ertönten die Verse in donnernder Lautstärke. Als er von dem Wasser des Baches aufblickte, sah er, wie dort die vier Himmelskönige und zahlreiche Schutzgottheiten das Wasser des Baches bewachten. Der Tengu erschrak, wagte nicht, näher zu treten und versteckte sich, grenzenlose Furcht verspürend. Er wartete eine kurze Weile versteckt in der Nähe der tendō, näherte sich diesen schließlich schüchtern und fragte, ‚Was ist mit diesem Wasser, das hier ununterbrochen von so tiefgründigen Weisheiten singt?‘. Die tendō antworteten ihm, ‚Dieser Fluss entspringt aus einer Latrine der zahlreichen Mönche, die auf dem Berg Hiei inbrünstig den Weg Buddhas praktizieren. So unentwegt, wie diese Mönche den Weg Buddhas praktizieren, so unentwegt singt auch dieses Wasser. Und aus diesem Grund wird auch das Wasser von uns bewacht.‘ Als der Tengu das hörte, verspürte er nicht länger den Wunsch,
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die mythologische Bedeutung des Tengu ein und umreißt das Ziel der Arbeit, die Tengu-Darstellungen im Nihon shoki und im Konjaku monogatari shū als didaktische Spiegel der buddhistischen Institutionen zu analysieren.
2. Frühe Tengu-Erwähnungen in China und im Nihon shoki: Dieses Kapitel beleuchtet die chinesischen Ursprünge des Tengu-Konzepts und die einzige, meteorologische Erwähnung im Nihon shoki, die als eine eher vereinzelte Rezeption gedeutet wird.
3. Das Konjaku monogatari shū: Hier wird der Charakter des Konjaku monogatari shū als eine bedeutende Sammlung von Setsuwa-Erzählungen analysiert, die wahrscheinlich als didaktisches Handbuch für Priester diente und literarische Qualitäten mit religiöser Lehre verknüpft.
4. Die Tengu-Geschichten im Konjaku monogatari shū: Dieser Hauptteil analysiert detailliert die zwölf Tengu-Erzählungen des 20. Kapitels, ihre thematische Gruppierung und die Rolle der Tengu als Antagonisten, die buddhistische Tugend und Macht hervorheben.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Tengu-Geschichten im Konjaku monogatari shū als didaktische Erzählungen fungieren, die den institutionalisierten Buddhismus stärken und religiöse Gruppierungen außerhalb dieses Systems diskreditieren.
6. Karten und Tabellen: Dieser Abschnitt bietet visuelle und tabellarische Hilfsmittel zur Einordnung der geografischen Reiserouten, Genealogien der Tendai-Abtfolge und der formalen buddhistischen Rangordnung.
7. Glossar: Das Glossar enthält eine umfassende Liste der in der Arbeit verwendeten Begriffe, Orte, Namen und Nengō (japanische Zeitrechnungen) zur Unterstützung des Verständnisses.
8. Literatur: Dieses Kapitel listet alle wissenschaftlichen Quellen und Werke auf, die für die Analyse der Tengu-Erzählungen und des historischen Kontextes herangezogen wurden.
Tengu, Konjaku monogatari shū, Nihon shoki, Buddhismus, Tendai-Sekte, Setsuwa-Literatur, Didaktik, Myōgu, Ryōgen, Heian-Zeit, Honji suijaku, Gejutsu, Ningu, Mythologie, Dämonologie
Die Arbeit untersucht die Darstellung des mythologischen Wesens „Tengu“ in der frühgeschichtlichen japanischen Literatur, wobei der Fokus auf dem Nihon shoki und insbesondere auf dem 20. Kapitel des Konjaku monogatari shū liegt.
Zentrale Themen sind die frühbuddhistische Literatur, die Entwicklung des Tengu-Bildes vom Naturphänomen zum Dämon sowie das Verhältnis zwischen buddhistischen Institutionen und konkurrierenden religiösen Strömungen in der Heian-Zeit.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass die Tengu-Geschichten nicht nur Unterhaltungszwecken dienten, sondern als didaktische Instrumente verwendet wurden, um die Überlegenheit des institutionalisierten Buddhismus zu festigen.
Die Arbeit nutzt eine philologische und historische Analyse, indem sie die Erzählungen textkritisch untersucht, mit historischen Personen abgleicht und in ihren gesellschafts- und religionsgeschichtlichen Kontext einbettet.
Der Hauptteil analysiert zwölf spezifische Tengu-Erzählungen aus dem 20. Kapitel des Konjaku monogatari shū, gruppiert diese nach Themen wie „Wunderkräfte“, „Frauen“ oder „Entführung“ und verknüpft sie mit den historischen Akteuren der Tendai-Sekte.
Wichtige Begriffe sind Tengu, Konjaku monogatari shū, Tendai-Sekte, didaktische Funktion, Heian-Zeit und buddhistische Machtansprüche.
Die Reiseroute spiegelt umgekehrt die Pilger- und Studienwege wider, die buddhistische Mönche wie Saichō und Kūkai nach China nahmen, und verortet das Erwachen des Tengu-Interesses am Hieizan, dem Sitz des Enryakuji.
Diese Mönche dienen in den Erzählungen als die eigentlichen Protagonisten, die durch ihre Macht und ihr Wissen die Tengu besiegen, was zur Erhöhung des Ansehens der buddhistischen Lehre beitragen sollte.
Die Arbeit identifiziert eine negative Darstellung von Frauen in diesen Texten, was möglicherweise auf die strengen internen Verhaltensregeln der buddhistischen Klöster oder auf ein sinkendes gesellschaftliches Ansehen von Frauen in dieser Zeit zurückzuführen ist.
„Gejutsu“ bezeichnet rituelle Praktiken oder Hexenkünste außerhalb des buddhistischen Kanons, die als unbeständig und sündhaft denunziert werden, um die Grenzen zwischen „wahrem“ Glauben und unerwünschten religiösen Praktiken zu ziehen.
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