Examensarbeit, 2013
77 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Grundlagen von Rechtsextremismus und rechtsextremen Einstellungen in Deutschland
2.1 Terminologie
2.1.1 Rechtsextremismus als Arbeitsbegriff
2.1.2 Was sind rechtsextreme Einstellungen?
2.2 Die Entwicklung seit der Wiedervereinigung
2.2.1 Zum Stand der Rechtsextremismusforschung
2.2.2 Die Rolle der Pädagogik
2.2.3 Tendenzen des Rechtsextremismus oder der moderne Rechtsextremismus
2.3 Zur Komplexität der Verursachung rechtsextremer Einstellungen
2.3.1 Erklärungsansätze
2.3.2 Der Primat der Bildung
2.3.2.1 Was ist Bildung?
2.3.2.2 Formale Bildung nach Schulabschluss
2.3.2.3 Kognitive Fähigkeiten
2.3.2.4 Sozial-Emotionale Fähigkeiten
2.3.3 Konsequenzen
3 Zur Logik des Dilemmas der politischen Bildung im Umgang mit Rechtsextremismus
3.1 Demokratische Verpflichtung
3.1.1 Das Konzept der wehrhaften Demokratie der BRD
3.1.2 Die Rolle der politischen Bildung im Kontext
3.2 Das liberale Paradigma der politischen Bildung und die Grundsätze des Beutelsbacher Konsenses
3.2.1 Zum Grundrecht der Freiheit der Meinung
3.2.2 Die Grundsätze des Beutelsbacher Konsenses
3.2.2.1 Das Indoktrinationsverbot
3.2.2.2 Das Kontroversitätsgebot
3.3 Konsequenzen für die theoretische und implikative Positionierung der politischen Bildung im Spannungsfeld
4 Einflussmöglichkeiten politischer Bildung auf Rechtsextremismus und rechtsextreme Einstellungen
4.1 Außerschulische politische Bildung
4.2 Schulische politische Bildung jenseits des Politikunterrichts
4.3 Politikunterricht
5 Zum Umgang mit differenten rechtsextremen Schülerkonzepten im Politikunterricht
5.1 Der Begriff des Schülerkonzepts und dessen Begründung
5.2 Das Massing-Modell rechtsextremer jugendlicher Zielgruppen
5.2.1 Systematik
5.2.2 Zielgruppenspezifische Konsequenzen für den Politikunterricht
5.2.2.1 Rechtsextrem organisierte Jugendliche
5.2.2.2 Rechtsextreme, in Cliquen eingebundene Jugendliche
5.2.2.3 Rechtsorientierte Jugendliche
5.2.2.4 Normaljugendliche mit rechtsextremen Gefährdungspotential
6 Grundsätze eines präventiven und gegenstrategischen Politikunterrichts
6.1 Grundsätze der Prävention
6.1.1 Grundsatz 1: Rechtsextremismus zum Thema machen
6.1.2 Grundsatz 2: Was ist moderner Rechtsextremismus?
6.1.3 Grundsatz 3: Diagnostizieren rechtsextremer Schülerkonzepte
6.1.4 Grundsatz 4: Politische Urteilsfähigkeit spezifisch fördern
6.1.5 Grundsatz 5: Empathie als Schlüsselkompetenz
6.1.6 Grundsatz 6: Die Kultur der Anerkennung
6.2 Grundsätze der Intervention
6.2.1 Grundsatz 7: rechtsextreme Vorurteile bearbeiten
6.2.2 Grundsatz 8: Kommunikation aufrecht erhalten
6.2.3 Grundsatz 9: Grenzsetzung der Urteils- und Handlungsfreiheit im Unterricht
6.2.4 Grundsatz 10: Die Gestaltung der Lehrerrolle
7 Fazit
Die Arbeit untersucht das Dilemma der politischen Bildung im Umgang mit rechtsextremen Einstellungen von Jugendlichen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die politische Bildung – insbesondere der Politikunterricht – ihrer demokratischen Verpflichtung nachkommen kann, ohne die grundlegenden Prinzipien der Mündigkeit und Meinungsfreiheit durch Indoktrination zu verletzen. Ziel ist es, praxistaugliche Grundsätze für eine präventive und gegenstrategische Unterrichtsgestaltung zu entwickeln.
2.1.1 Rechtsextremismus als Arbeitsbegriff
Schon die bewusst defensive Formulierung der Kapitelüberschrift soll darauf aufmerksam machen, dass es nicht das Ziel sein kann, eine eigenständige Definition des Rechtsextremismus zu postulieren. Diese würde schlichtweg die begründeten und enormen Schwierigkeiten bei der Findung eines einheitlichen Rechtsextremismusbegriffs ignorieren oder nur ungenügend berücksichtigen können.
Die Probleme haben insbesondere aus zwei Ursachen. Zum einen wurde an unterschiedlichen Stellen darauf hingewiesen, dass das Phänomen „Rechtsextremismus“ Gegenstand verschiedener (sozial-)wissenschaftlicher Disziplinen ist, so z. B. der Soziologie, Politikwissenschaft, Pädagogik, Geschichtswissenschaft (vgl. Winkler 2000: 38; Decker/Brähler 2005: 8f.; Decker/Brähler 2006: 11). Dies hat aufgrund der domänenspezifischen Anforderungen und Untersuchungsschwerpunkte – Decker und Brähler bezeichnen es als „Heterogenität des Forschungsgegenstandes“ (dies. 2005: 9) – eine ganz unterschiedliche Konnotation des Begriffs zur Folge. Wenngleich eine gemeinsame Begriffsbestimmung so logisch einer immer weiteren „Diversifikation des Untersuchungsgegenstandes“ (Winkler 2000: 38) unterliegt und sich zunehmend als schwierigeres Unterfangen erweist, halte ich es für verfehlt, wenn Jürgen R. Winkler beim Rechtsextremismus von einem der „amorphesten Begriffe [...] der Sozialwissenschaften“ (ebd.: 39) spricht. So kann man durchaus einen gemeinsamen Kern oder besser eine Übereinstimmung hinsichtlich bestimmter Merkmale ausmachen, wie sich im Folgenden zeigen wird.
Zum anderen – und das stellt die zweite Ursache eines problematischen Definitionsversuches dar – muss die Intension einer Rechtsextremismusdefinition immer auch alle relevanten Merkmale aufnehmen oder wie Winkler richtig bemerkt: „Die Festlegung der inhaltlichen Bedeutung des Rechtsextremismusbegriffs verlangt folglich eine Aufzählung der Merkmale, die den Objekten des Anwendungsbereiches zukommt.“ (ders. 2000: 41)
1 Einleitung: Die Einleitung motiviert die Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus in der politischen Bildung und skizziert die methodische sowie inhaltliche Anlage der Arbeit als Untersuchung eines Spannungsfeldes.
2 Grundlagen von Rechtsextremismus und rechtsextremen Einstellungen in Deutschland: Dieses Kapitel klärt die terminologischen Voraussetzungen und analysiert die Entwicklung sowie die Ursachen rechtsextremer Einstellungen unter besonderer Berücksichtigung des Primats der Bildung.
3 Zur Logik des Dilemmas der politischen Bildung im Umgang mit Rechtsextremismus: Das Kapitel arbeitet das demokratische Dilemma der politischen Bildung im Kontext der wehrhaften Demokratie und des Beutelsbacher Konsenses heraus.
4 Einflussmöglichkeiten politischer Bildung auf Rechtsextremismus und rechtsextreme Einstellungen: Hier werden die Möglichkeiten der außerschulischen Bildung, schulischer Bildung und des Politikunterrichts zur Beeinflussung rechtsextremer Einstellungen untersucht.
5 Zum Umgang mit differenten rechtsextremen Schülerkonzepten im Politikunterricht: Dieser Teil führt den Begriff der Schülerkonzepte ein und differenziert anhand eines Modells verschiedene Zielgruppen rechtsextremer Jugendlicher für den Unterricht.
6 Grundsätze eines präventiven und gegenstrategischen Politikunterrichts: Das Kapitel formuliert konkrete didaktische Grundsätze für die Prävention und Intervention im Politikunterricht.
7 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die unbestreitbare, jedoch durch systemische Grenzen gerahmte Verantwortung der politischen Bildung.
Rechtsextremismus, Politische Bildung, Politikunterricht, Rechtsextreme Einstellungen, Schülerkonzepte, Beutelsbacher Konsens, Wehrhafte Demokratie, Prävention, Intervention, Politische Urteilsfähigkeit, Indoktrinationsverbot, Kontroversitätsgebot, Demokratische Verpflichtung, Politische Sozialisation, Kompetenzorientierung.
Die Arbeit analysiert die Rolle und die Möglichkeiten der politischen Bildung im Umgang mit rechtsextremen Einstellungen von Jugendlichen im schulischen Kontext.
Zu den zentralen Themen gehören die theoretische Grundlegung von Rechtsextremismus, das Spannungsfeld zwischen demokratischer Verpflichtung und Meinungsfreiheit, sowie die Entwicklung didaktischer Strategien für den Politikunterricht.
Die Arbeit fragt danach, wie politische Bildung gegen Rechtsextremismus wirken kann, ohne dabei die für das Fach grundlegenden Prinzipien der Mündigkeit und der Kontroversität zu verletzen.
Die Arbeit nutzt eine systematische theoretische Aufarbeitung und Argumentationsanalyse, um basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen aus Soziologie, Politikwissenschaft und Pädagogik didaktische Grundsätze abzuleiten.
Der Hauptteil befasst sich mit der Klärung von Begrifflichkeiten, der Analyse von Erklärungsansätzen für rechtsextreme Einstellungen, dem Dilemma der politischen Bildung in der wehrhaften Demokratie und der konkreten Herleitung von Grundsätzen für präventives Handeln.
Wichtige Schlüsselwörter sind Rechtsextremismus, Politische Bildung, Politikunterricht, Beutelsbacher Konsens, Prävention und demokratische Verpflichtung.
Der Konzeptbegriff ist umfänglicher und bietet bessere Anknüpfungspunkte für die unterrichtliche Diagnose, da Konzepte mentale Repräsentationen strukturieren und damit eher für eine gezielte pädagogische Bearbeitung zugänglich sind als bloße Einstellungen.
Der Autor ordnet die Extremismusklausel in eine kritische Diskussion um das Selbstverständnis politischer Bildung ein und stellt fest, dass diese von vielen Bildnern als eine problematische Gesinnungserklärung wahrgenommen wird, die dem Auftrag zur Mündigkeit widersprechen kann.
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