Diplomarbeit, 2011
91 Seiten
Einleitung
1. Das „Geschlecht“ im Wandel der Postmoderne
1.1. „doing gender“ – von der sozialen Konstruktion des Geschlechts
1.2. Entwicklung und aktueller Stand der Männerforschung
1.3. Zu den Theorien deutscher Männerforschung im Detail
1.3.1 Die „hegemoniale Männlichkeit“ nach R. Connell
1.3.2. Die „männliche Herrschaft“ und das „Spielen der Spiele“ nach Bourdieu
1.4. Zusammenfassung der Theorien nach Connell und Bourdieu
1.5. „Männlichkeit“ aus intersektionaler Perspektive
2. „doing ethnicity“ – von der soziale Konstruktion der „Ethnizität“
2.1. Der Prozess des „doing ethnicity“ aus historischer Sicht
2.2. Die „rassisierten Regime der Repräsentationen“ nach Hall
2.3. Die Symbolik „des bösen schwarzen Mannes“ - Der Fall Oury Jalloh
2.4. Methodische Vorbemerkungen zur Dokumentenanalyse
2.5. Die öffentlich mediale Repräsentation männlichen/weiblichen Geschlechts im Migrationsdiskurs
3. „Männlichkeit“ im Migrationsdiskurs – eine kritische Gegendarstellung
3.1. Lebensbiografie Abdul und Analyse anhand aufgezeigter Theorien
3.2. Lebensbiografie Iwan und Analyse anhand aufgezeigter Theorien
3.3. Abdul und Iwan – zwei Fallbeispiele fernab vom „rassisierten Regime der Repräsentationen“
4. Ausblick
5. Literatur- und Quellverzeichnis
6. Anhang
Die Arbeit untersucht die Konstruktion von „Männlichkeit“ innerhalb des Migrationsdiskurses, mit dem Ziel, die einseitigen, stereotypen Bilder von „migranter Männlichkeit“ kritisch zu hinterfragen und einen Gegendiskurs zu entwickeln. Dabei wird erforscht, wie gesellschaftliche Benachteiligung und Machtstrukturen das Bild männlicher Migranten prägen und wie diese auf individueller Ebene mit Identitätskonstruktionen interagieren.
1.1. „doing gender“ - von der sozialen Konstruktion des Geschlechts
Grundlegend sieht die Geschlechterforschung das Geschlecht als Konstruktion, welches zum einen Produkt von Historie als auch Produzent dieser ist und diese bestimmt. In sozialer Interaktion wird Geschlecht aufgrund körperlicher Merkmale und dessen Kategorisierung in „männlich“ oder „weiblich“ bis heute in der vorherrschenden Gesellschaft zweigeschlechtlich konstruiert. Diesen Prozess benennt die Genderforschung als „doing gender“ (vgl. Connell 1999). Das Konzept des „doing gender“ fand seinen Ursprung in der interaktionstheoretischen Soziologie und wird in der Geschlechterforschung bedeutungsgleich für die in dieser Tradition der „sozialen Konstruktion von Geschlecht“ verwendet.
„Doing gender“ verweist auf den Prozess, in dem „Geschlecht bzw. Geschlechtszugehörigkeit nicht als Eigenschaft oder Merkmal von Individuen zu betrachten“ ist, „sondern jene soziale Prozesse in den Blick zu nehmen“ sind, „in denen ’Geschlecht’ als sozial folgenreiche Unterscheidung hervorgebracht und reproduziert“ werden. (Gildemeister 2004, 132) Im Wesentlichen beschreibt das Konzept „doing gender“, „dass Geschlechtszugehörigkeit und Geschlechtsidentität als fortlaufender Herstellungsprozess aufzufassen ist, der zusammen mit faktisch jeder menschlichen Aktivität vollzogen wird und in den unterschiedliche institutionelle Ressourcen eingehen“.
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den problematischen Diskurs, der „Männlichkeit“ von Migranten einseitig mit Kriminalität verknüpft, und stellt die Kulturdifferenzhypothese kritisch in Frage.
1. Das „Geschlecht“ im Wandel der Postmoderne: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen des Geschlechts als soziale Konstruktion unter Einbeziehung der Gender Studies sowie der Männerforschung nach Connell und Bourdieu.
2. „doing ethnicity“ – von der soziale Konstruktion der „Ethnizität“: Hier wird der Prozess der Ethnisierung analysiert, wobei „doing ethnicity“ als Mechanismus der Hierarchisierung und Identitätsstiftung sowie als Basis für rassisierte Repräsentationen herausgearbeitet wird.
3. „Männlichkeit“ im Migrationsdiskurs – eine kritische Gegendarstellung: Dieses Kapitel verknüpft die theoretischen Ansätze mit den biografischen Fallbeispielen von Abdul und Iwan, um die Auswirkungen von Benachteiligung auf die männliche Identitätskonstruktion aufzuzeigen.
4. Ausblick: Der Ausblick resümiert die Notwendigkeit, Geschlecht und Ethnizität als hybride, intersektionale Kategorien zu verstehen und fordert die Pädagogik zu einer kritischen Reflexion dieser Differenzkonstruktionen auf.
5. Literatur- und Quellverzeichnis: Umfassendes Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literatur.
6. Anhang: Enthält ergänzendes Material, darunter die literarische Quelle „Die Geschichte von den schwarzen Buben“.
Männlichkeit, Migration, doing gender, doing ethnicity, Intersektionalität, Rassismus, Kriminalisierung, soziale Konstruktion, Hegemoniale Männlichkeit, Bourdieu, Connell, Identität, Diskurs, Repräsentation, Benachteiligung
Die Arbeit analysiert kritisch, wie Männlichkeit im Kontext von Migration in Deutschland konstruiert wird, insbesondere unter dem Einfluss medialer und gesellschaftlicher Diskurse.
Zentrale Themen sind die soziale Konstruktion von Geschlecht und Ethnizität, die Mechanismen von Macht und Herrschaft sowie die Auswirkungen von Ausgrenzung auf die Identitätsbildung männlicher Migranten.
Das primäre Ziel ist es, einen Gegendiskurs zu den einseitigen, oft auf die „Kulturdifferenzhypothese“ reduzierten Darstellungen von männlichen Migranten zu etablieren und die Vielschichtigkeit ihrer Lebenswelten aufzuzeigen.
Die Autorin verwendet eine Dokumentenanalyse, um Bild- und Textkombinationen des öffentlich-medialen Diskurses kritisch zu untersuchen und die dort produzierten Männlichkeitsbilder zu dekonstruieren.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Abschnitte zu „doing gender“ und „doing ethnicity“ sowie eine empirische Betrachtung anhand zweier detaillierter Fallbiografien (Abdul und Iwan), die die Auswirkungen von Exklusion und struktureller Gewalt illustrieren.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Intersektionalität, „doing gender“, „doing ethnicity“, hegemoniale Männlichkeit, rassisierte Regime der Repräsentation und symbolische Gewalt.
Die Biografie-Analysen zeigen, dass sowohl Abdul als auch Iwan in instabilen Verhältnissen aufwuchsen, in denen die kulturelle Herkunft und die daraus resultierende gesellschaftliche Stigmatisierung als Hindernis für eine gefestigte Identität wirkten.
Gewalt wird in den Biografien nicht als kulturell determiniert, sondern als eine Strategie der „Männlichkeitsreproduktion“ unter Bedingungen von Marginalisierung, Ohnmacht und dem Mangel an alternativen sozialen Handlungsspielräumen interpretiert.
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