Magisterarbeit, 2003
116 Seiten, Note: 1,7
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media
1 Einleitung
2 Public Relations im Unternehmen
2.1 Annäherung an den Begriff „unternehmerische Public Relations“
2.2 Ansätze zur PR von Unternehmen
2.2.1 Gesellschaftstheoretische Ansätze
2.2.2 Organisationstheoretische Ansätze
2.3 Funktionen von PR
2.3.1 Reguläre Funktionen
2.3.2 Funktionen von PR in Krisen
2.4 Rahmenbedingungen unternehmerischer PR
2.4.1 Externe und interne Umweltfaktoren
2.4.2 PR und Massenmedien - Determination oder Intereffikation?
2.5 Zwischenfazit
3 Kommunikationspolitische Krisenprävention von Unternehmen
3.1 Unternehmenskrisen als Existenzbedrohung von Unternehmen
3.1.1 Begriff der Unternehmenskrise
3.1.2 Prozess von Unternehmenskrisen
3.1.3 Ursachen von Unternehmenskrisen
3.1.4 Folgen von Unternehmenskrisen
3.2 Schlussfolgerung: Frühinformation als Instrument der Krisenprävention
3.2.1 Notwendigkeit von Frühinformation
3.2.2 Begriffliche Abgrenzung
3.2.3 Der Prozess der strategischen Frühinformation
3.3 Zur Rolle von Public Relations in der Frühinformation
4 Frühinformation durch Public Relations
4.1 Öffentliche Meinung
4.1.1 Zum Begriff Öffentlichkeit
4.1.2 Öffentliche Meinung – Versuch einer Begriffsbestimmung
4.1.3 Funktionen öffentlicher Meinung
4.1.4 Das Problem der Messbarkeit von öffentlicher Meinung
4.2 Öffentliche Themen
4.2.1 Zum Begriff „öffentliches Thema“
4.2.2 Wie öffentliche Themen entstehen - Selektionskriterien und Nachrichtenwerte
4.2.3 Lebenszyklen von Themen
4.2.4 Konflikt oder Konsens? Zum Deutungsrahmen von Themen
4.2.5 Wie Agenda-Setting Themen formiert
4.3 Zwischenfazit
5 Integratives Modell – Unternehmerische Früherkennung durch PR
5.2 Stufe I: Identifikation von Themen (Scanning)
5.2.1 Erfassung bekannter Themen (deduktives Scanning)
5.2.2 Erfassung neuer Themen (Induktives Scanning)
5.3 Stufe II: Bewertung von Themen (Monitoring)
5.4 Zwischenfazit und kritische Betrachtung des Modells
6 Fallbeispiel: Lebensmittelindustrie und Ernährungstrends
6.1 Stufe I: Identifikation von Themen für die Lebensmittelindustrie
6.1.1 Erfassung ernährungsbezogener Themen (deduktives Scanning)
6.1.2 Erfassung neuer Themen für Lebensmittelindustrie (induktives Scanning)
6.2 Stufe II: Bewertung ernährungsbezogener Themen (Monitoring)
7 Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Public Relations (PR) als Schnittstelle zwischen Unternehmen und ihrer Umwelt in unternehmerische Frühinformationssysteme zu integrieren. Die zentrale Forschungsfrage ist, wie Unternehmen durch die systematische Beobachtung der Medienberichterstattung Risiken und Chancen in ihrem Umfeld frühzeitig identifizieren können, um drohende Unternehmenskrisen zu vermeiden oder proaktiv auf Veränderungen zu reagieren.
Die Notwendigkeit einer umfassenderen Beobachtung der Unternehmensumwelt
Die Anforderungen an unternehmerische Öffentlichkeitsarbeit sind in den letzten Jahren zunehmend gestiegen. Geprägt von einer Internationalisierung der Unternehmenstätigkeit, Wettbewerbsdruck und Mediatisierung, agieren Unternehmen in einer komplexer werdenden Umwelt. Die Beobachtung rein ökonomischer Frühindikatoren scheint zur Vermeidung von Krisen nicht mehr ausreichend. Es wird deshalb eine systematische und umfassende Beobachtung der Medienberichterstattung vorgeschlagen, um relevante Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und dadurch sich ankündigende Unternehmenskrisen zu vermeiden.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, welche Möglichkeiten Public Relations dem Unternehmen zur frühzeitigen Identifikation von Risiken und Chancen in der Medienberichterstattung bietet. Ziel dabei ist es, Public Relations als Schnittstelle zwischen Unternehmen und seiner Umwelt in die unternehmerische Frühinformation zu integrieren. Dazu wird aufbauend auf kommunikations- und medienwissenschaftlichen Ansätzen ein zweistufiges Modell entwickelt. Durch die beschriebene Methodik und die dazugehörigen Instrumente bietet das Modell eine systematische Beobachtung der Medienberichterstattung nach schwachen Signalen.
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die zunehmende Umweltkomplexität für Unternehmen und begründet die Notwendigkeit, PR als Instrument der strategischen Frühinformation zu etablieren.
2 Public Relations im Unternehmen: Dieses Kapitel definiert unternehmerische PR und beleuchtet theoretische Ansätze sowie deren Funktionen im Kontext von Organisationen und Gesellschaft.
3 Kommunikationspolitische Krisenprävention von Unternehmen: Das Kapitel definiert den Prozess und die Ursachen von Unternehmenskrisen und betont die Bedeutung von Frühinformation als Präventionsinstrument.
4 Frühinformation durch Public Relations: Hier werden medientheoretische Grundlagen erarbeitet, um Themen der Berichterstattung als Indikatoren für Risiken und Chancen nutzen zu können.
5 Integratives Modell – Unternehmerische Früherkennung durch PR: Dieses Kapitel präsentiert das zweistufige Modell zur Identifikation und Bewertung von Themen, basierend auf Scanning und Monitoring.
6 Fallbeispiel: Lebensmittelindustrie und Ernährungstrends: Die Anwendung des Modells wird exemplarisch an der Lebensmittelindustrie und aktuellen Ernährungstrends demonstriert.
7 Zusammenfassung und Ausblick: Die Arbeit resümiert die Ergebnisse und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Rolle von PR im Risikomanagement.
Public Relations, Frühinformation, Unternehmenskrise, Risikomanagement, Medienberichterstattung, Nachrichtenwert-Theorie, Agenda-Setting, Issue Monitoring, Früherkennung, Schwache Signale, Unternehmensumwelt, Krisenprävention, Themenmanagement, Deutungsrahmen, Lebensmittelindustrie.
Die Magisterarbeit untersucht, wie Public Relations als Schnittstelle zwischen einem Unternehmen und seinem Umfeld genutzt werden kann, um Risiken und Chancen frühzeitig zu erkennen und somit Unternehmenskrisen zu vermeiden.
Zentrale Themen sind die Integration von PR in das Risikomanagement, die Analyse der Medienberichterstattung als Frühwarnsystem sowie der systematische Umgang mit öffentlichen Themen (Issues).
Das Ziel ist die Entwicklung eines zweistufigen Modells zur unternehmerischen Früherkennung, das durch die Beobachtung von Medieninhalten ermöglicht, schwache Signale für zukünftige Krisen oder Chancen rechtzeitig zu identifizieren.
Die Arbeit stützt sich auf kommunikations- und medienwissenschaftliche Ansätze, insbesondere die Nachrichtenwert-Theorie und den Agenda-Setting-Ansatz, sowie auf Methoden der Inhaltsanalyse und Szenariotechnik.
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen der PR-Forschung und Krisenprävention dargestellt, ein integratives zweistufiges Modell (Scanning/Monitoring) hergeleitet und dessen Anwendbarkeit in einem Fallbeispiel zur Lebensmittelindustrie illustriert.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Public Relations, Frühinformation, Früherkennung, Krisenprävention, Medienberichterstattung und Issue Monitoring charakterisieren.
Unternehmen agieren in einer komplexeren, mediatisierten Umwelt, in der Krisen zunehmend durch öffentliche Themen und mediale Skandalisierung ausgelöst werden, was klassische ökonomische Indikatoren alleine nicht mehr abdecken können.
Das Modell ermöglicht durch die Einordnung von Themen in eine Hierarchisierungsmatrix eine Priorisierung, ob ein Unternehmen aktiv (proaktiv) handeln oder das Thema lediglich beobachten (adaptiv) sollte.
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