Examensarbeit, 2003
149 Seiten, Note: 1.0 (Sehr Gut mit Auszeichnung)
1. Einleitung
2. Die Kulturtechniken Lesen und Schreiben
2.1 Das Lesen
2.2 Die Schriftsprache
2.2.1 Die geschichtliche Entwicklung der Schrift
2.2.2 Charakterisierung unseres Schriftsystems
2.2.3 Bedeutung und Funktion von Schrift
2.2.4 Die strukturellen Zusammenhänge zwischen Laut- und Schriftsprache
2.2.5 Unterschiede zwischen Laut- und Schriftsprache
2.2.6 Erfahrungen zum Sprechenlernen
2.3 Die Bedeutung des Lesens und Schreibens in unserer Gesellschaft
3. Lesen und schreiben lernen
3.1 Voraussetzungen für das erfolgreiche Lesen- und Schreibenlernen
3.2 Die Entwicklung des Lesenlernens
3.3 Die Entwicklung des Schreibenlernens
3.4 Phasen des Lesen- und Schreibenlernens
4. Darstellung der Methoden des Lesen- und Schreibenlernens
4.1 Geschichtlicher Überblick
4.2 Klassische Ansätze
4.2.1 Die synthetischen Leselehrverfahren oder auch Lautiermethoden
4.2.2 Die ganzheitlichen Leselehrverfahren
4.2.3 Kritische Betrachtung der beiden klassischen Methoden
4.2.4 Die Methodenintegration: Das analytisch-synthetische Leselehrverfahren
5. Forderungen des Rahmenplans der Grundschule an den Deutschunterricht des ersten Schuljahres
6. Die Bedeutung des Anfangsunterrichts
7. Anfangsunterricht mit oder ohne Fibel?
7.1 Fibelorientierter Anfangsunterricht
7.1.1 Der Lehrgang „Meine liebe Fibel“
7.1.2 Kritik an dem fibelorientierten Unterricht bzw. an dem Lehrgang „Meine liebe Fibel“
7.1.2.1 Allgemeine Kritikpunkte
7.1.2.2 Kritik an „Meine liebe Fibel“
7.1.2.3 Konsequenzen
7.2 Fibelunterricht mit einer offeneren Fibel
7.2.1 Der Lehrgang „Löwenzahn und Pusteblume“
7.2.2 Kritik an den offeneren Fibeln bzw. an dem Lehrgang „Löwenzahn und Pusteblume“
7.3 Fibelunabhängiger Anfangsunterricht
7.3.1 Der Lehrgang „Lesen durch Schreiben“
7.3.2 Kritik an dem fibelunabhängigen Unterricht bzw. an dem Lehrgang „Lesen durch Schreiben“
7.4 Zusammenfassung
8. Exemplarische Beobachtungen in drei Schulklassen
8.1 Kriterien für die Unterrichtsanalyse
8.2 Grundschule Runkel „Meine liebe Fibel“
8.2.1 Ziele der Unterrichtsstunde
8.2.2 Verlaufsübersicht
8.2.3 Einordnung der Unterrichtsstunde in den Ablauf des Lehrgangs
8.2.4 Wie wird die Unterrichtsstunde im Lehrerkommentar beschrieben?
8.2.5 Wie hat die Unterrichtsstunde in der Praxis stattgefunden?
8.2.6 Kritische Betrachtung der Unterrichtsstunde
8.3 Grundschule Obertiefenbach „Löwenzahn und Pusteblume“
8.3.1 Ziele der Unterrichtsstunde
8.3.2 Verlaufsübersicht
8.3.3 Einordnung der Unterrichtsstunde in den Ablauf des Lehrgangs
8.3.4 Wie wird die Unterrichtsstunde im Lehrerkommentar beschrieben?
8.3.5 Wie hat die Unterrichtsstunde in der Praxis stattgefunden?
8.3.6 Kritische Betrachtung der Unterrichtsstunde
8.4 Grundschule Laubach „Lesen durch Schreiben“
8.4.1 Ziele des Unterrichts
8.4.2 Verlaufsübersicht
8.4.3 Einordnung des Unterrichts in den Ablauf des Lehrgangs
8.4.4 Wie wird der Unterricht bei REICHEN beschrieben?
8.4.5 Wie hat der Unterricht in der Praxis stattgefunden?
8.4.6 Kritische Betrachtung des Unterrichts
8.5 Perspektive: Ein halboffener Lehrgang
9. Interviews mit den Lehrerinnen
9.1 Interview mit der Lehrerin, die mit dem Lehrgang „Meine liebe Fibel“ arbeitet
9.2 Interview mit der Lehrerin, die mit dem Lehrgang „Löwenzahn und Pusteblume“ arbeitet
9.3 Interview mit der Lehrerin, die mit dem Lehrgang „Lesen durch Schreiben“ arbeitet
9.4 Kommentar
10. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die wesentlichen Faktoren für den Erfolg oder Misserfolg des Lese- und Schreiblernprozesses in der Grundschule und hinterfragt die Effektivität verschiedener Lehrmethoden, um einen kindgerechten und erfolgreichen Anfangsunterricht zu identifizieren.
2.2.1 Die geschichtliche Entwicklung der Schrift
„Die Schrift entstand, als der Mensch lernte, seine Gedanken und Gefühle durch sichtbare Zeichen mitzuteilen, die nicht nur er, sondern auch alle anderen Personen, die dieses System kannten, verstanden.“ (GELB 1958, 20)
Die ersten Beweise für diese Fähigkeit des Menschen stammten von den Sumerer aus dem 4. Jahrtausend v. Chr. und wurden in Mesopotamien, dem heutigen Syrien und Irak, gefunden. Auch in Ägypten und später in China fand man schriftliche Aufzeichnungen, die fast so alt waren wie die sumerischen. Die ersten Schriften waren Bildschriften, bei denen jeweils ein Zeichen für ein Wort stand. Aus der sumerischen Bilderschrift entstand dann nach und nach eine Keilschrift, die von verschiedenen Völkern übernommen wurde.
„Zu Anfang gaben Bilder dem menschlichen Gedanken einen optischen Ausdruck; sie waren zum größten Teil von der Sprache unabhängig, die die menschlichen Gedanken in akustischer Form wiedergibt. Die Beziehung zwischen Schrift und Sprache war in den frühen Stufen der Schrift nur sehr lose, die geschriebene Mitteilung entsprach den sprachlichen Formen nicht exakt. Eine bestimmte Botschaft hatte nur eine einzige Bedeutung und konnte durch den `Leser` nur in einer einzigen Art gedeutet, aber in Worten sogar verschieden ausgedrückt und `gelesen` werden.“ (GELB 1958, 20)
1. Einleitung: Definiert das Ziel der Arbeit, den Anfangsunterricht im Fach Deutsch zu untersuchen und die Faktoren für erfolgreiches Lese- und Schreibenlernen zu analysieren.
2. Die Kulturtechniken Lesen und Schreiben: Vermittelt die theoretischen Grundlagen des Lesens und der Schriftsprache, einschließlich historischer Entwicklungen und struktureller Merkmale.
3. Lesen und schreiben lernen: Beleuchtet die individuellen Lernvoraussetzungen, Entwicklungsphasen und den Prozess der Schriftspracheaneignung bei Kindern.
4. Darstellung der Methoden des Lesen- und Schreibenlernens: Bietet einen Überblick über historische und klassische Lehrmethoden, wie synthetische, ganzheitliche und analytisch-synthetische Verfahren.
5. Forderungen des Rahmenplans der Grundschule an den Deutschunterricht des ersten Schuljahres: Fasst die Empfehlungen für einen modernen, entdeckenden Schriftspracherwerb zusammen.
6. Die Bedeutung des Anfangsunterrichts: Hebt die zentrale Rolle des Erstlese- und Schreibunterrichts für die gesamte weitere Schulkarriere und Lernmotivation hervor.
7. Anfangsunterricht mit oder ohne Fibel?: Diskutiert kritisch verschiedene methodische Ansätze von fibelorientiertem bis hin zu fibelunabhängigem Unterricht.
8. Exemplarische Beobachtungen in drei Schulklassen: Analysiert praxisnah drei spezifische Unterrichtsbeispiele und die Anwendung der jeweiligen Lehrmethoden im Schulalltag.
9. Interviews mit den Lehrerinnen: Dokumentiert persönliche Erfahrungen und Haltungen von Lehrkräften gegenüber den angewandten Lehrmethoden und Materialien.
10. Schlussbetrachtung: Führt die Ergebnisse der Arbeit zusammen und betont die Bedeutung individueller Förderung sowie der pädagogischen Haltung des Lehrers.
Anfangsunterricht, Schriftspracherwerb, Lesen lernen, Schreiben lernen, Fibel, Methodenintegration, Lautiermethode, Ganzheitsmethode, offener Unterricht, Werkstattunterricht, Anlauttabelle, Sprachbewusstheit, Lernvoraussetzungen, Differenzierung, Deutschunterricht.
Die Arbeit untersucht, wie Kinder im Anfangsunterricht die Kulturtechniken Lesen und Schreiben lernen und welche Rolle dabei unterschiedliche Lehrmethoden wie Fibel-Lehrgänge oder der offene Werkstattunterricht spielen.
Die Themen umfassen die theoretischen Grundlagen der Schriftsprache, die Analyse klassischer Methoden (synthetisch/ganzheitlich), die Anforderungen des Rahmenplans sowie die praktische Umsetzung in Schulen.
Das Ziel ist es, Faktoren aufzuzeigen, die zu einem kindgerechten und schülerzentrierten Unterricht beitragen, in dem Kinder erfolgreich lesen und schreiben lernen.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie einer empirischen Untersuchung durch Unterrichtsbeobachtungen in drei verschiedenen Schulklassen und geführte Interviews mit den jeweiligen Lehrerinnen.
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Modelle zum Lesen- und Schreibenlernen vorgestellt als auch eine detaillierte Analyse der Unterrichtspraxis in drei Klassen vorgenommen, inklusive der Reflexion durch Lehrkräfte.
Wichtige Begriffe sind Anfangsunterricht, Schriftspracherwerb, Fibel, Methodenintegration, Werkstattunterricht und individuelle Lernwege.
Das Längezeichen "h" dient als exemplarisches Beispiel, um zu zeigen, wie eine Lehrkraft innerhalb eines strukturierten Lehrgangs ("Löwenzahn und Pusteblume") methodische Entscheidungen zur Einführung von Rechtschreibphänomenen trifft.
Die Methode "Lesen durch Schreiben" setzt auf einen offenen Werkstattunterricht, in dem Kinder über eine Anlauttabelle selbstständig Wörter verschriften, anstatt strikt vorgegebenen Lektionsabfolgen einer Fibel zu folgen.
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