Diplomarbeit, 2000
141 Seiten, Note: 1,8
Einleitung
1. Die Ebene des Globalen - Städte in Zeiten der Globalisierung
1.1 Vom Fordismus zum Postfordismus
1.2 Die World-City-Hypothesis
1.3 Global Cities
1.4 Sozialräumliche Polarisierung
1.5 Globalisierung und Soziologie
2. Die Ebene des Lokalen
2.1 Die Konvergenz- und die McDonaldisierungsthese
2.2 Die Divergenzthese
2.3 Die These der „glokalen“ Entwicklung
2.4 Urbanität der Moderne
2.4.1 Urbanität in der Stadtentwicklung
2.5 Neue Urbanität
2.5.1 Kulturpolitik als Standortpolitik
2.5.2 Die Ökonomie der Symbole
2.6 Das Verschwinden der Städte - Die Digitale Stadt
2.7 Raum-Zeit-Verdichtung
2.8 Die Feldtheorie von Pierre Bourdieu
2.8.1 Die Kapitalarten
2.8.2 Physischer Raum und sozialer Raum
2.9 Die Postmoderne Stadt
3. Das Projekt: Hafencity Hamburg
3.1 Das Stadtentwicklungskonzept
3.2 Das Projekt
3.2.1 Daten und Fakten
3.2.2 Geschichtlicher Hintergrund des Gebietes
3.3 Der städtebauliche Wettbewerb
3.4 Der Masterplan
3.4.1 Das erste Projekt: SAP Schulungszentrum
3.5 Perspektiven
4. HafenCity – Die neue Stadt mitten in Hamburg?
4.1 Das Hans Albers Syndrom - Hamburg-Bilder und Identitäten
4.2 Digital City – Die HafenCity als Epizentrum der New Economy?
4.3 Über Yetties und Yuppies – Die feinen Unterschiede
4.4 www.hafencity.com - HafenCity digital
4.5 HafenCity - ein Ort?
4.6 HafenCity in der Kritik - Der Altenwerder-Fluch
4.7 Die HafenCity und die Magie der Europäischen Stadt
4.8 Hamburg und die HafenCity im Spannungsfeld von Globalität und Lokalität
Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis von Globalisierung und Lokalisierung am Beispiel des Hamburger Stadtentwicklungsprojekts HafenCity. Das zentrale Ziel besteht darin aufzuzeigen, dass globale und lokale Gegebenheiten in diesem Kontext keine objektiven Fakten, sondern diskursive Konstruktionen darstellen, die durch lokale Akteure und Politik gezielt genutzt werden.
2.4.1 Urbanität in der Stadtentwicklung
Auf der Ebene der Stadtentwicklung wurde 1933 in der Charta von Athen die zergliederte und aufgelockerte Stadt als Reaktion auf die enge, krankmachende mittelalterliche Stadt formuliert. Die Leitbilder der Stadtentwicklung, so könnte man sagen, sind fast so etwas wie Innovationstheorien oder Modernisierungstheorien, welche wahrgenommene Defizite zum Ausgang nehmen. Die Kardinalfrage der Stadtentwicklung ist aber nach wie vor, ob sich Gesellschaft durch Bauen positiv beeinflussen lässt.
In den 1950er und 60er Jahren wird Urbanität als Leitbild der Stadtentwicklung propagiert. Probleme der Städte wie Suburbanisierung, Verödung der City und die Unwirtlichkeit von Großsiedlungen sollten über das Konstrukt Urbanität gelöst werden. Der 5-Punkte Vorschlag von Salin (1960) beinhaltet unter anderem auch die Forderung, die Stadt in einen lebendigen Organismus zu verwandeln. Dies sollte unter anderem auch durch aktive Bürgerbeteiligung erreicht werden. Hier zeigt sich deutlich die Idealvorstellung der Moderne, über „bessere“ Menschen zu einer „besseren“ Gesellschaft zu gelangen. Mit Urbanität verbindet sich seit jeher die Vorstellung, dass ein Lebensraum der als urban beschrieben wird, ein Ort der Begegnung und der Kommunikation und ein lebendiger, vielfältiger Raum ist.
1. Die Ebene des Globalen - Städte in Zeiten der Globalisierung: Dieses Kapitel erörtert den Strukturwandel vom Fordismus zum Postfordismus und analysiert die World-City-Hypothese sowie das Konzept der Global Cities als theoretische Bezugsrahmen.
2. Die Ebene des Lokalen: Hier werden stadtsoziologische Theorien wie Urbanität, Neue Urbanität, die Feldtheorie von Bourdieu und der medientheoretische Diskurs zur Digitalen Stadt diskutiert, um die lokale Ebene zu beleuchten.
3. Das Projekt: Hafencity Hamburg: Dieses Kapitel stellt das konkrete Planungsvorhaben vor, beleuchtet das Stadtentwicklungskonzept, den Wettbewerb sowie den Masterplan.
4. HafenCity – Die neue Stadt mitten in Hamburg?: Das abschließende Kapitel setzt das Projekt HafenCity in Bezug zum theoretischen Rahmen, analysiert die Rolle von Identität, die Bedeutung der New Economy (Yetties) und übt Kritik an der Realisierung.
Globalisierung, Lokalisierung, HafenCity, Stadtentwicklung, Urbanität, Digitale Stadt, New Economy, Yetties, Bourdieu, Raumproduktion, Standortpolitik, Segregation, Symbolökonomie, Identität, Europäische Stadt
Die Arbeit analysiert das komplexe Wechselspiel zwischen globalen ökonomischen Prozessen und lokalen städtebaulichen Entwicklungen am Beispiel der Hamburger HafenCity.
Im Zentrum stehen die Konzepte der Globalisierung, der Urbanität, der Stadtbilder als diskursive Konstruktionen sowie die soziologische Analyse von Machtstrukturen im physischen Raum.
Die Autorin/der Autor geht der Frage nach, wie sich das Verhältnis von Globalität und Lokalität konkret am Beispiel der HafenCity manifestiert und welche Rolle diskursive Konstruktionen dabei spielen.
Es handelt sich um eine theoretisch fundierte Analyse, die soziologische Feldtheorien (Bourdieu), stadtsoziologische Konzepte und medientheoretische Ansätze mit einer kritischen Begutachtung von Planungsgrundlagen und Experteninterviews verbindet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung (Globales vs. Lokales) und eine empirisch orientierte Analyse des konkreten Projekts HafenCity inklusive der Hintergründe zum Masterplan und der Kritik am Umgang mit dem Erbe der Speicherstadt.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Globalisierung, Urbanität, Standortpolitik, symbolische Raumaneignung und die New Economy charakterisieren.
Die Arbeit betrachtet die Zielgruppe der New Economy (speziell die "Yetties") kritisch als eine durch die lokale Politik favorisierte Gruppe, deren Lebensstil jedoch nur bedingt mit den geplanten städtebaulichen Konzepten korrespondiert.
Die Speicherstadt fungiert in der HafenCity-Planung als "Milieugeber" und historischer Anker, um das ansonsten auf "grüner Wiese" geplante Projekt als gewachsenen Ort zu legitimieren.
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