Examensarbeit, 2001
117 Seiten, Note: 1,3
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
1 Einführung
1.1 Einführung in das Thema
1.2 Problemstellung
2 Erklärungsansätze für Stadt-Umland-Wanderungen
2.1 Makroansätze
2.2 Verhaltenstheoretische Ansätze
2.3 Synthese der Ansätze und Bedeutung für die empirische Untersuchung
2.4 Allgemeine erkenntnisleitende Hypothesen
3 Eine allgemeine Standortbestimmung: Wanderungen in die und aus den Oberzentren seit Ende der 80er Jahre
4 Bevölkerungsentwicklung Duisburgs 1989-1999
4.1 Gesamtentwicklung des Einwohnerbestandes
4.2 Natürliche Bevölkerungsentwicklung
4.3 Wanderungen
4.4 Herkunft und Ziele der Wandernden
4.4.1 Wanderungen nach Strukturmerkmalen
4.5 Einwohnerentwicklung und Wanderungsbilanzen in den Duisburger Stadtbezirken
4.6 Zusammenfassung
4.7 Abgrenzung des Duisburger Umlands
5 Konzeption der Befragung
5.1 Forschungsleitende Hypothesen
5.2 Auswahl des Erhebungsinstruments
5.3 Konzeption des Messinstruments und Operationalisierungen
5.4 Pretests und Durchführung der Befragung
5.5 Grundgesamtheit, Stichprobe und Rücklaufquote
6 Wanderungsmotive ehemaliger Duisburger
6.1 Vorbemerkungen zur Statistischen Analyse des erhobenen Datenmaterials
6.2 Strukturelle Merkmale der fortgezogenen Haushalte
6.2.1 Altersstruktur
6.2.2 Typen fortgezogener Haushalte
6.2.3 Einkommen der Haushalte
6.3 Ziele und Herkunft der Gewanderten
6.3.1 Zielortpräferenzen der Haushalte – Überblick
6.3.2 Zielregion in Abhängigkeit vom Alter
6.3.3 Zielregion in Abhängigkeit vom Haushaltstyp
6.3.4 Haushalte mit Kindern unter 18 in den Zielregionen
6.3.5 Herkunft der Haushalte nach Stadtbezirken
6.3.6 Wanderungsströme aus den Stadtbezirken in die Nachbargemeinden
6.4 Weiterhin bestehende Beziehungen der Haushalte zu Duisburg
6.5 Eigentum und Miete
6.5.1 Suche nach geeignetem Wohnraum in Duisburg
6.5.2 Mieter und Eigentümer in den Zielregionen
6.5.3 Die Bildung von Eigentum nach strukturellen Merkmalen der Haushalte
6.5.4 Bewohnte Haustypen vor und nach dem Umzug
6.6 Motive für den Fortzug
6.6.1 Zufriedenheit mit dem alten und dem neuen Wohnstandort
6.6.2 Das Hauptmotiv für den Fortzug
6.6.3 Weitere Motive für den Fortzug
6.6.4 Hauptmotive nach Herkunftsort
6.6.5 Hauptmotive nach Zielregion
6.6.6 Hauptmotive nach Haushaltstyp
6.6.7 Hauptmotive des Fortzugs der ehemaligen Duisburger Eigentümer
6.6.8 Zusätzliche Motive der Käufer von Wohneigentum
6.7 Bewertung des neuen Wohnortes im Vergleich zu Duisburg
7 Zusammenfassung wesentlicher Untersuchungsergebnisse
7.1 Räumliche Muster und Umfang der Stadt-Umland-Wanderungen im Raum Duisburg, soziostrukturelle Merkmale der Migranten
7.2 Motive des Fortzugs
Die Arbeit untersucht die aktuellen Prozesse der Stadt-Umland-Wanderung im Raum Duisburg, um die Beweggründe der abwandernden Haushalte zu identifizieren und stadtplanerische Handlungsempfehlungen zu ermöglichen.
2.2 Verhaltenstheoretische Ansätze
Die zur Erklärung von Wanderung (bzw. Wohnortwechseln) entwickelten Mikroansätze haben den Akteur und seine Wahrnehmung, Vorstellungen sowie das Verhalten im Blickfeld des Interesses. Einzelne Merkmale der Persönlichkeit werden hierbei als Erklärungsfaktoren angesehen; es handelt sich um eine verhaltenstheoretische Perspektive, die Wünsche, Bedürfnisse, Meinungen und Motive der mobilen Individuen untersucht und interpretiert.
Hiernach analysiert eine Person (oder Haushalt) zunächst den gegenwärtigen „Wohnzustand“ (Ist-Zustand), der sowohl die Wohnung als auch die Wohnumgebung betreffende Aspekte beinhaltet. Neben diesen Aspekten können jedoch auch Faktoren von Bedeutung sein, die nicht in Zusammenhang mit der Wohnung oder dem Wohnumfeld stehen. Vor allem sind hier die Bereiche Ausbildung – Arbeit, Freizeit und das Familienleben anzuführen. Als Messlatte gelten jeweils die aktuellen bzw. zukünftigen Wohnbedürfnisse der jeweiligen Person.
Geht man von einem Wohngleichgewicht, also einem Zustand ausreichender Befriedigung der Wohnbedürfnisse aus, so stellt sich bei negativer Bewertung der Wohnsituation bzw. bei mangelnder Bedürfnisbefriedigung ein Ungleichgewicht ein, was sich schließlich in Wohnunzufriedenheit äußert und impliziert die Vorstellung von einem Soll-Zustand, der den Wünschen und Bedürfnissen entspricht. Grundsätzlich hat der Akteur mehrere Möglichkeiten, dieser Unzufriedenheit zu begegnen und einen akzeptablen (Soll-) Zustand herzustellen. Zu nennen sind hier vor allem:
- die Herabsetzung des Ziel- und Bedürfnisniveaus,
- die Möglichkeit, negativen Faktoren entgegenzuwirken und
- die Realisierung eines Wohnortwechsels.
1 Einführung: Hinführung zum Thema Suburbanisierung und Darstellung der aktuellen Relevanz von Stadt-Umland-Wanderungen.
2 Erklärungsansätze für Stadt-Umland-Wanderungen: Theoretische Fundierung durch Gegenüberstellung von Makro- und Mikroansätzen sowie Ableitung erkenntnisleitender Hypothesen.
3 Eine allgemeine Standortbestimmung: Wanderungen in die und aus den Oberzentren seit Ende der 80er Jahre: Überblick über bundesweite Wanderungstrends und die aktuelle Bedeutung des Stadt-Umland-Phänomens.
4 Bevölkerungsentwicklung Duisburgs 1989-1999: Analyse der demografischen Daten und Wanderungssalden im Untersuchungsgebiet Duisburg.
5 Konzeption der Befragung: Methodische Erläuterung der Primärdatenerhebung und Definition der Variablen und Hypothesen.
6 Wanderungsmotive ehemaliger Duisburger: Detaillierte statistische Auswertung der Befragungsergebnisse zu Motiven, Strukturen und Zielorten.
7 Zusammenfassung wesentlicher Untersuchungsergebnisse: Synthese der Forschungsergebnisse und Fazit zur soziostrukturellen Selektivität der Wanderungen.
Stadt-Umland-Wanderung, Suburbanisierung, Wanderungsmotive, Wohnmobilität, Duisburg, Demografie, Haushaltstypen, Lebenszyklus, Wohneigentum, Wohnzufriedenheit, Mikroansätze, Bevölkerungsentwicklung, Standortwahl, Erhebungsdesign, empirische Sozialforschung
Die Arbeit analysiert die Prozesse und insbesondere die Hintergründe der Abwanderung von Einwohnern aus der Kernstadt Duisburg in das Umland.
Die Schwerpunkte liegen auf den Wanderungsmotiven, der sozioökonomischen Struktur der abwandernden Haushalte und den stadtplanerischen Konsequenzen.
Ziel ist es, die individuellen Entscheidungsgründe für den Umzug zu verstehen und aufzuzeigen, welche Rolle dabei wohnungsbezogene und wohnumfeldbezogene Faktoren spielen.
Es wurde eine retrospektive Befragung der fortgezogenen Haushalte mittels computerunterstützter Telefoninterviews (CATI) durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einordnung, eine statistische Analyse der Bevölkerungsdaten und eine detaillierte Auswertung der erhobenen Motiv- und Haushaltsdaten.
Wesentliche Begriffe sind Suburbanisierung, Wanderungsmotive, Wohnmobilität, Duisburg und Wohneigentumsbildung.
Die Studie zeigt, dass der Wunsch nach Wohneigentum ein zentrales Motiv ist, wobei die preislichen Vorteile im Umland gegenüber der Kernstadt eine entscheidende Rolle spielen.
Die Mehrheit berichtet von einer Steigerung der Wohnzufriedenheit, insbesondere durch eine ruhigere Umgebung und eine bessere Eignung für Familien, trotz teilweise weiterer Arbeitswege.
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