Magisterarbeit, 2004
61 Seiten, Note: 1.0
1. Einleitung
2. Johannes Gutenberg und die Er n dung des Buchdrucks
2.1 Mythos Gutenberg
2.2 Das Werk der Bücher
2.3 Gutenbergs Motiv
2.4 Gutenbergs Schicksal
3. Die Buchproduktion im Inkunabelzeitalter
3.1 Die Ausbreitung der Buchdruckerkunst
3.2 Was wurde gedruckt?
3.3 Das Problem der exemplaria
4. Buchdruck und Sprache
4.1 Absatzsteigerung und Sprachausgleich
4.2 Orthotypographia
5. Schlußbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht den Anteil des Buchdrucks an der Herausbildung einer allgemeinen deutschen Hochsprache während des Inkunabelzeitalters. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit technische Erfindungen und ökonomische Faktoren der Buchherstellung als förderliche Kräfte für die schriftsprachliche Vereinheitlichung fungierten und wie sie den bestehenden sprachlichen Raum beeinflussten.
2.3 Gutenbergs Motiv
Aufgrund der mangelnden Quellenlage ist wenig überraschend, daß über die Intention, die der Erfindung Gutenbergs zugrundelag, keine Zeugnisse überliefert sind. Andreas Venzke folgert aus den wenigen überlieferten Dokumenten über Gutenbergs Leben und Handeln, dieser sei in erster Linie an ökonomischem Erfolg interessiert gewesen:
Gutenbergs Ziel bestand sicher nicht darin, seinem Zeitalter durch den Buchdruck das Licht der Erkenntnis darzubringen, oder auch nur »das Wort Gottes« zu vervielfältigen [...], und es bestand nicht einmal darin, den Buchdruck per se auf eine künstlerische Höhe zu führen. Sein Ziel bestand vielmehr in der massenhaften Fertigung eines bis dahin nur einzeln zu denkenden Produkts. Auf diese geniale Weise wollte er sich eine sprudelnde Einkommensquelle verschaffen. [...] Der energische Erfinder muß ein Gespür für den »Markt« gehabt haben, der nach Schriften verlangte, die fast alle dem religiös verbrämten, symbolisch-mystischen, abergläubischen Denken jener Zeit entsprachen, Schriften, die zwar formal neu gekleidet waren, die aber inhaltlich den Menschen nur weiterhin die Zwangsjacke der kirchlich-feudalen Herrschaft anlegten.
1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung des Buchdrucks als Meilenstein der Kulturgeschichte und Darstellung der wissenschaftlichen Kontroverse über seine Rolle bei der Herausbildung einer deutschen Schriftsprache.
2. Johannes Gutenberg und die Er n dung des Buchdrucks: Analyse der Biografie Gutenbergs und der technischen sowie wirtschaftlichen Voraussetzungen, die zur Entwicklung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern führten.
3. Die Buchproduktion im Inkunabelzeitalter: Untersuchung der geografischen Ausbreitung von Druckereien, der ökonomischen Zwänge der Produzenten und der Herausforderungen bei der Beschaffung geeigneter Textvorlagen.
4. Buchdruck und Sprache: Erörterung der Frage, ob der Buchdruck und der Vertrieb überregionaler Literatur aktiv zur Normierung der deutschen Sprache beitrugen oder lediglich bestehende Strukturen beeinflussten.
5. Schlußbetrachtung: Fazit zur wechselseitigen Beziehung zwischen Buchdruck und sprachlicher Normierung sowie Ausblick auf die tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen durch die Medientechnik.
Buchdruck, Johannes Gutenberg, Inkunabelzeitalter, deutsche Hochsprache, Sprachgeschichte, Mobilletterndruck, Sprachausgleich, Orthotypographia, frühneuhochdeutsch, Buchmarkt, Buchherstellung, Normierungsprozess, Medienkultur, Literaturverbreitung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle des frühen Buchdrucks im 15. Jahrhundert bei der Entwicklung und Standardisierung der deutschen Sprache.
Zu den Schwerpunkten gehören die Geschichte Gutenbergs, die wirtschaftlichen Bedingungen in frühen Druckereien sowie der Einfluss des massenhaften gedruckten Wortes auf sprachliche Normen.
Es wird untersucht, ob der Buchdruck und das damit verbundene wirtschaftliche Interesse der Drucker als Motor für die Entstehung einer einheitlichen deutschen Hochsprache betrachtet werden können.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung zeitgenössischer Dokumente sowie historischer Quellen zur Buch- und Sprachgeschichte.
Im Hauptteil werden die Erfindung des Buchdrucks, die Ausbreitung der Drucktechnik in Europa, das ökonomische Kalkül der Drucker und der Zusammenhang zwischen Druckpraxis und Sprachwandel analysiert.
Wichtige Begriffe sind Gutenberg, Buchdruck, Inkunabelzeitalter, Sprachnormierung und der frühe deutsche Buchmarkt.
Ja, trotz der ästhetischen Ambitionen war Gutenberg als unternehmender Kaufmann an effizienten Verfahren interessiert, wobei jedoch hohe Kapitalinvestitionen für Schriftmaterial und Personal notwendig waren.
Die Flugschrift entwickelte sich parallel zur Buchliteratur und erreichte als Medium für Nachrichten und Propaganda auch die mittleren und unteren Schichten der Bevölkerung, wodurch sie mündliche Kommunikationswege ergänzte.
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