Magisterarbeit, 2003
93 Seiten, Note: Gut (2)
1. Einleitung
2. Vorgeschichte des Black Nationalism
2.1. Anfänge des organisierten Black Nationalism in den USA
2.1.1. Die prä-nationalistische Phase
2.1.2. Die formative Phase
2.1.3. Die „klassische“ Phase
2.2. Pioniere des Black Nationalism
2.2.1. Marcus Mosiah Garvey und die Universal Negro Improvement Association
2.2.2. Noble Drew Ali und der Moorish Science Temple
3. Die Nation of Islam
3.1. Die Geschichte der Nation of Islam
3.1.1. Wallace D. Fard Muhammad
3.1.2. Elijah Muhammad
3.1.3. Malcolm X in der Nation of Islam
3.1.4. The Fall of the Nation
3.1.5. Der Wiederaufbau der Nation of Islam durch Louis Farrakhan
4. Die Ideologie der Nation of Islam
4.1. Die fantastische Mythologie und zentrale Glaubensvorstellungen der NOI
4.2. Regeln und Normen in der Nation of Islam
4.3. Sakrale Wissenschaften der Nation of Islam
4.4. Die Struktur der Nation of Islam
4.4.1. Fruit of Islam (FOI)
4.4.2. Muslim Girl’s Training Class (MGTC) und die General Civilization Class (GCC)
4.5. Integration vs. Separation
4.6. Der Antisemitismus in der Nation of Islam
5. Die Nation of Islam und die Musikrichtung HipHop
5.1. Entstehung und Entwicklung der Musikrichtung HipHop
5.1.1. Ursprünge
5.1.2. Rap auf Schallplatten – Old School
5.1.3. New School
5.1.4. Native Tongues
5.2. Nation Conscious Rap
5.2.1. Prophets of Rage – Public Enemy
5.2.2. The Teacher – KRS-One
5.2.3. Afrozentrischer Rap – X-Clan
5.2.4. Der nationalistische Gangsta – Ice Cube
5.2.5. The Minister of Rap – Prince Akeem
6. Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische und ideologische Entwicklung der Nation of Islam und analysiert deren tiefgreifenden Einfluss auf die afroamerikanische Kultur, insbesondere auf den politischen HipHop und den sogenannten Nation Conscious Rap. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, wie die Lehren dieser Bewegung zur Identitätsbildung und politischen Mobilisierung innerhalb der schwarzen Gemeinschaft beigetragen haben.
2.2.1. Marcus Mosiah Garvey und die Universal Negro Improvement Association
Marcus Garvey wurde am 17. August 1887 in St. Ann’s Bay an der Nordküste Jamaikas als Sohn eines Bauarbeiters und einer Bedienerin geboren. Im Alter von 16 Jahren verließ Garvey seinen Geburtsort und übersiedelte in die Hauptstadt Kingston, um dort eine bereits begonnene Buchdruckerlehre abzuschließen. Seine ersten Erfahrungen mit der politischen Praxis sammelte er mit 18 Jahren während eines Druckerstreiks, wo er als einer der Wortführer auftrat und dafür nach Beendigung des Streiks auch entlassen wurde. 1909 trat Marcus Garvey dem Nation Club, einer politischen Vereinigung in Kingston, bei. Diese politische Arbeit erwies sich für Garvey zwar als sehr lehrreich, konnte aber seinen Tatendrang nicht dauerhaft befriedigen.
Deshalb bereiste er in den Jahren 1910 bis 1912 mehrere Staaten Mittel- und Südamerikas, um die Situation der schwarzen Bevölkerung in diesen Teilen des Kontinents kennen zu lernen. Aus diesem Grund reiste er 1912 schließlich auch nach London. Dort lernte er den ägyptischen Autor und Nationalisten Duse Mohammed Ali, Herausgeber der Africa Times und der Orient Reviews, kennen. Dieser half ihm, Kontakte zu afrikanischen Nationalisten, Studenten und Arbeitern zu knüpfen, Bekanntschaften, die es ihm ermöglichten, tiefere Einblicke in die Bedingungen der Menschen auf dem afrikanischem Kontinent zu gewinnen. Zusätzlich begann er sich für die Probleme der Afrikaner in den USA zu interessieren, wobei ihn die Autobiographie von Booker T. Washington stark beeinflusst hat.
Garvey selbst bezeichnete die Lektüre dieses Werkes als Schlüsselerlebnis in seinem Leben und als wesentlich für seine weitere politische Entwicklung sowie speziell für sein Engagement für schwarze Menschen in der Diaspora: „I read Up From Slavery, by Booker T. Washington, and then my doom – if I may so call it – of being a race leader dawned upon me in London after I had travelled almost half of Europe. I asked: „Where is the black man’s Government? Where is his King and his Kingdom? Where is his President, his country, and his ambassador, his army, his navy, his men of big affairs?” I could not find them, and then I declared, „I will help to make them”.”
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die persönliche Motivation des Autors zur Auseinandersetzung mit der Nation of Islam und HipHop sowie den Aufbau der Diplomarbeit.
2. Vorgeschichte des Black Nationalism: Dieses Kapitel zeichnet die historischen Entwicklungslinien des schwarzen Widerstands in den USA von der Sklaverei bis zum 20. Jahrhundert nach.
3. Die Nation of Islam: Hier wird der historische Werdegang der Bewegung, von den Anfängen unter Wallace D. Fard Muhammad bis hin zum Wiederaufbau unter Louis Farrakhan, detailliert beschrieben.
4. Die Ideologie der Nation of Islam: Dieses Kapitel analysiert die mythologischen Grundlagen, das strenge Regelwerk, die mathematisch-numerologische Weltsicht und den Antisemitismus der Organisation.
5. Die Nation of Islam und die Musikrichtung HipHop: Hier wird der Einfluss der NOI auf die HipHop-Kultur untersucht, wobei Schlüsselkünstler wie Public Enemy, KRS-One und der X-Clan im Fokus stehen.
6. Resümee: Die Schlussbetrachtung fasst die Bedeutung der Nation of Islam als identitätsstiftende Kraft für die schwarze Jugend und als zentralen Akteur innerhalb des HipHop zusammen.
Nation of Islam, Black Nationalism, HipHop, Louis Farrakhan, Elijah Muhammad, Malcolm X, Public Enemy, KRS-One, schwarzes Selbstbewusstsein, Separation, Black Power, soziale Gerechtigkeit, Rassismus, afroamerikanische Identität, Polit-Rap.
Die Arbeit behandelt die sozio-politischen und historischen Verflechtungen zwischen der religiös-nationalistischen Bewegung Nation of Islam und der US-amerikanischen HipHop-Kultur.
Zu den Schwerpunkten zählen die Geschichte des schwarzen Nationalismus, die Ideologie und Organisationsstruktur der Nation of Islam sowie die Analyse von Texten und Philosophien bekannter HipHop-Künstler.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie die Nation of Islam durch ihre Lehren maßgeblich dazu beigetragen hat, ein neues politisches und kulturelles Selbstbewusstsein in der afroamerikanischen Jugend zu etablieren.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung primärer Quellen wie Reden, Texten und Tonträgern, um die ideologischen Verbindungen wissenschaftlich fundiert darzulegen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der historischen Entstehung und Ideologie der Bewegung sowie in eine detaillierte Untersuchung des Einflusses dieser Lehren auf Musiker wie Chuck D oder KRS-One.
Begriffe wie Black Nationalism, Nation Conscious Rap, soziale Separation, Empowerment und die kritische Auseinandersetzung mit dem amerikanischen Establishment stehen im Zentrum.
Beide werden als zentrale Wegbereiter des Black Nationalism dargestellt, deren Ideen und organisatorische Konzepte die spätere Ausrichtung der Nation of Islam maßgeblich beeinflussten.
Ice Cube nutzt seine Musik, um explizit nationalistische Interpretationen anzubieten und die Unterklassen direkt anzusprechen, wobei er die Nation of Islam als moralischen und politischen Ankerpunkt für seine Botschaften verwendet.
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