Bachelorarbeit, 2014
78 Seiten, Note: 1,5
1 Einleitung
2 Definition und Bedeutung von Versicherung
2.1 Grundlegende Begriffe
2.1.1 Gefahren
2.1.2 Risiko
2.2 Definition von Versicherung
2.3 Aufgaben und Funktionen der Versicherung
2.4 Die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der Versicherung
3 Informationsasymmetrien in der Versicherungswirtschaft - Ursachen, Arten und marktliche Bekämpfungsmöglichkeiten
3.1 Der Versicherungsmarkt und asymmetrische Informationsverteilung
3.2 Prinzipal-Agent Theorie
3.2.1 Verborgene Handlungen und verborgene Informationen
3.2.2 Verborgene Eigenschaften
3.2.3 Verborgene Absichten
3.3 Adverse Selektion und versicherungsmarktspezifische Betrachtungen
3.4 Moralisches Risiko und versicherungsmarktspezifische Betrachtungen
3.5 Schlussfolgerungen aus asymmetrischen Informationsverteilungen in Versicherungsmärkten
3.6 Marktlösungen zur Bekämpfung
3.6.1 Marktliche Bekämpfungsmöglichkeiten der adversen Auslese
3.6.2 Marktliche Bekämpfungsmöglichkeiten des moralischen Risikos
4 Die Regulierung in der Versicherungswirtschaft
4.1 Staatliche Regulierung: Begriffserklärung und Überblick
4.1.1 Definition der Regulierung
4.1.2 Subjekt, Objekt und Instrumente der Regulierung
4.1.3 Allgemeine Gründe für Regulierung aus ökonomischer Sicht
4.2 Gründe für die Regulierung des Versicherungsmarktes
4.2.1 Begründung der materiellen Aufsicht
4.2.2 Begründung der formellen Aufsicht
4.3 Theorien der Versicherungsregulierung
4.3.1 Normative Theorie der Regulierung
4.3.1.1 Free Market Theory
4.3.1.2 Regulierung im öffentlichen Interesse (Public Interest Theorie)
4.3.2 Positive Theorie der Regulierung
4.3.2.1 Vereinnahmung durch den regulierten Wirtschaftszweig (Capture Theory)
4.3.2.2 Ökonomische Theorie der Regulierung (Economic Theory of Regulation)
4.3.3 Beurteilung der Regulierungstheorien
4.4 Liberalisierung und derzeitiger Stand der Regulierung
4.5 Beurteilung der aktuellen Versicherungsregulierung
5 Schlussbetrachtung
Die Arbeit analysiert die Problematik des Marktversagens in der Versicherungswirtschaft, das durch asymmetrische Informationen zwischen Versicherungsnehmern und Versicherern entsteht. Ziel ist es, die Ursachen für Adverse Selektion und moralisches Risiko zu identifizieren sowie marktliche Lösungsansätze und staatliche Regulierungsmaßnahmen kritisch zu erörtern, um die Effizienz und Funktionsfähigkeit des Versicherungsmarktes zu steigern.
3.2.1 Verborgene Handlungen und verborgene Informationen
Ansatzpunkt der verborgenen Handlungen in der Prinzipal-Agent-Theorie ist einerseits, dass man weder die Handlungen des Agenten beobachten, noch die Auswirkungen auf die Mühe und Anstrengungen des Agenten zurückführen kann. Das Ergebnis des Agenten wird folglich nicht allein von seiner Mühe und seinen Anstrengungen, sondern auch von unbeobachtbaren Zufallsereignissen beeinflusst. Demnach besteht auch nicht die Möglichkeit, bei einem schlechten Resultat unbedingt auf entsprechend schlechten bzw. bei einem guten Resultat auf einer guten Leistung zu schließen. Somit kann die Vergütung auch nicht an das Ergebnis gekoppelt werden. Aufgrund bestehender Zufallsvariablen können dann verborgene Handlungen („hidden action“) entstehen. Die hier beschriebene Situation kann ebenfalls auftreten, wenn verborgene Informationen („hidden information“) vorliegen. Diese Situation verborgener Informationen entsteht durch die Tatsache, dass man die Handlungen des Agenten zwar beobachten kann, aber aufgrund ungenügender Sachkenntnis die Angemessenheit der Handlung nicht beurteilen kann. Die Unterschiede der beiden Aspekte sind gering und deren Unterscheidung ist für den Prinzipal nicht bedeutend. In beiden Fällen bleibt es für ihn fraglich, ob ein bestimmtes Ergebnis aufgrund der Bemühungen und Anstrengungen des Agenten zustande kam oder ob es hauptsächlich durch Zufallseinflüsse entstanden ist. Die Auswirkungen sind für ihn letztendlich dieselben. Im Folgenden werden die Effekte beider Aspekte genauer definiert (Fritsch/Wein/Ewers 2007: 295/296/298).
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Marktregulierung in der Finanzbranche mit Fokus auf die Problematik asymmetrischer Informationen in Versicherungsmärkten.
2 Definition und Bedeutung von Versicherung: Erläuterung grundlegender Begriffe wie Gefahr und Risiko sowie Definition der Versicherungsfunktion und deren gesamtwirtschaftlicher Bedeutung.
3 Informationsasymmetrien in der Versicherungswirtschaft - Ursachen, Arten und marktliche Bekämpfungsmöglichkeiten: Theoretische Herleitung von Informationsproblemen mittels Prinzipal-Agent-Theorie und Analyse von Adverser Selektion sowie moralischem Risiko.
4 Die Regulierung in der Versicherungswirtschaft: Darstellung staatlicher Regulierungsansätze, Theorien zur Versicherungsregulierung und eine Beurteilung des aktuellen Stands unter Berücksichtigung von Liberalisierungsprozessen.
5 Schlussbetrachtung: Zusammenfassung der Ergebnisse hinsichtlich der Notwendigkeit von Regulierung zum Schutz des Versicherungsnehmers und zur Sicherung der Marktfunktionalität.
Versicherungswirtschaft, Marktversagen, Asymmetrische Information, Prinzipal-Agent-Theorie, Adverse Selektion, Moralisches Risiko, Regulierung, Materielle Aufsicht, Formelle Aufsicht, Screening, Signalling, Solvenz, Versicherungsschutz, Informationsdefizite, Vertragstheorie
Die Arbeit untersucht die Probleme des Marktversagens in der Versicherungswirtschaft, die durch Informationsasymmetrien zwischen den Marktteilnehmern verursacht werden.
Die Arbeit behandelt die theoretischen Grundlagen von Versicherungen, die Analyse von Informationsasymmetrien (Adverse Selektion und moralisches Risiko), marktliche Lösungswege sowie die staatliche Regulierung des Sektors.
Ziel ist es, die Probleme ungleich verteilter Informationen zu analysieren und zu prüfen, wie durch marktliche Mechanismen oder staatliche Eingriffe die Effizienz des Versicherungsmarktes geschützt werden kann.
Es handelt sich primär um eine theoretische Analyse auf Basis der mikroökonomischen Literatur, insbesondere der Prinzipal-Agent-Theorie und verschiedener Regulierungstheorien.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung von Informationsproblemen, die Diskussion von Lösungsansätzen wie Screening und Signalling sowie die detaillierte Darstellung und Beurteilung des staatlichen Regulierungssystems.
Zentrale Begriffe sind Informationsasymmetrie, Adverse Selektion, moralisches Risiko, Versicherungsregulierung und Solvabilitätsvorschriften.
Die materielle Aufsicht greift tief in die Geschäftstätigkeit ein, um Risiken von vornherein zu minimieren, während die formelle Aufsicht eher den Marktzugang und die laufende Überprüfung der Solvenz fokussiert, um Insolvenzen zu verhindern.
Durch Signalling können Versicherungsnehmer mit gutem Risiko ihre Qualität signalisieren, beispielsweise durch die Wahl von Verträgen mit Selbstbeteiligung, was den Versicherern eine Differenzierung ermöglicht.
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