Magisterarbeit, 2004
119 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Eine interdisziplinäre Begriffsbestimmung von Familie
2.2 Familie im historischen Wandel - besonders im Hinblick auf die
Stellung von Mutter und Kind
2.2.1 Die Mutter-Kind-Beziehung im modernen Familienleitbild des
18./19. Jahrhunderts und in der Gegenwart
2.2.2 Struktur- und Bedeutungswandel der Institution Familie
3 Die Scheidung
3.1 Die gegenwärtige Scheidungssituation in Deutschland
3.1.1 Aktuelle statistische Daten zur Scheidungssituation
3.1.2 Statistische Angaben zu Scheidungskindern
3.2 Die Scheidung als kritisches Lebensereignis
3.3 Der Scheidungsverlauf im kindlichen Erleben
3.4 Mögliche kindliche Reaktionen auf die elterliche Scheidung
3.4.1 Kurzfristige und altersspezifische Reaktionen
3.4.2 Geschlechtsspezifische Reaktionen
3.4.3 Langfristige Scheidungsfolgen
4 Kindliche Scheidungsbewältigung
4.1 Kindfaktoren, die die Scheidungsbewältigung beeinflussen
4.2 Theorien zum Bewältigungsverhalten von Scheidungskindern
4.2.1 Bewältigung und Abwehr
4.2.1.1 Copingmechanismen von Scheidungskinder
4.2.1.2 Kindliche Abwehrmechanismen
4.2.2 Das transaktionale Modell nach Lazarus
4.2.2.1 Der Copingprozess
4.2.2.2 Palliative und instrumentelle Formen der Bewältigung
4.3 Einflussfaktoren auf die kindliche Scheidungsbewältigung
4.3.1 Protektive Faktoren
4.3.2 Risikofaktoren
4.4 Die Entstehung psychopathologischer Phänomene
5 Die Mutter-Kind-Familie
5.1 Die Rahmenbedingungen in Mutter-Kind-Familien
5.2 Einfluss der Mutter-Kind-Beziehung auf die kindliche
Scheidungsbewältigung
5.2.1 Das psychische Wohlbefinden der Mutter
5.2.2 Kompetenz der alleinerziehenden Mutter
5.2.3 Interaktionsmuster zwischen Mutter und Kind
5.3 Auswirkungen der Vaterabwesenheit
5.3.1 Auswirkungen auf das Beziehungserleben des
Scheidungskindes
5.3.2 Konsequenzen für die Entwicklung der männlichen
Geschlechtsrollenidentität
6 Schlussbemerkung und Ausblick
Diese Arbeit untersucht die kindlichen Bewältigungsmuster und Verhaltensweisen nach einer elterlichen Scheidung mit besonderem Fokus auf die psychische Verarbeitung der Vaterabwesenheit in Mutter-Kind-Familien. Ziel ist es, die Effektivität verschiedener Copingmechanismen und Abwehrstrategien des Kindes unter Berücksichtigung individueller Merkmale und der Qualität der Mutter-Kind-Beziehung zu analysieren.
Die Scheidung als kritisches Lebensereignis
In der Literatur besteht ein breiter Konsens, dass die Scheidung als kritisches Lebensereignis betrachtet werden muss (vgl. Filipp 1995, S. 3-52; Jaede 1992, S. 115; Krieger 1997, S. 107). In ihrem gleichnamigen Buch bietet Filipp (1995) drei Merkmale an, um kritische von alltäglichen Lebensereignissen abzugrenzen (vgl. Abbildung 7).
Auch Beck-Gernsheim (1994) und Sander (1999) beschreiben die Ehescheidung als eine Lebenskrise im Sinne eines tief greifenden Einschnittes in den menschlichen Lebenslauf (vgl. Beck-Gernsheim, S. 159; Sander, S. 18). Die Krisenhaftigkeit zeichnet sich durch eine Erschütterung des Lebenskonzeptes bzw. der Lebensgestaltung (vgl. Krabbe 1994, S. 152), aber auch in Form einer Selbstwertkrise (vgl. Braun 1997, S. 59) oder Identitätskrise aus (vgl. Beck-Gernsheim 1994, S. 159).
Sander (1999) unterscheidet zwischen normativen Lebenskrisen wie Pubertät, Berufseintritt, Heirat, Geburt eines Kindes und so genannten nicht-normativen Lebenskrisen wie schweren Krankheiten, Verwitwung, Tod eines Kindes oder Scheidung (vgl. Sander, S. 18). Fest steht, dass die nicht-normative Lebenskrise Scheidung sich kritisch traumatisierend im Lebenslauf eines Menschen niederschlagen kann.
1 Einleitung: Stellt das Forschungsinteresse dar, das auf der Untersuchung von Bewältigungsstrategien bei Scheidungskindern und der Rolle der Mutter-Kind-Beziehung basiert.
2 Theoretischer Hintergrund: Definiert Familie aus interdisziplinärer Perspektive und beleuchtet den historischen sowie strukturellen Bedeutungswandel der Institution.
3 Die Scheidung: Analysiert die aktuelle Scheidungssituation, das Erleben der Kinder und die Phasen einer Scheidung als kritisches Lebensereignis.
4 Kindliche Scheidungsbewältigung: Erläutert zentrale Theorien wie das Coping-Modell nach Lazarus sowie verschiedene kindliche Abwehrmechanismen und Schutzfaktoren.
5 Die Mutter-Kind-Familie: Fokussiert auf die besonderen Rahmenbedingungen, das mütterliche Wohlbefinden und die Auswirkungen der Vaterabwesenheit in Ein-Elternteil-Familien.
6 Schlussbemerkung und Ausblick: Fasst die Kernergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit professioneller Unterstützung zur Stärkung des kindlichen Urvertrauens.
Scheidungsbewältigung, Mutter-Kind-Familie, Vaterabwesenheit, Bewältigungsstrategien, Coping, Abwehrmechanismen, Kindeswohl, Scheidungsfolgen, Resilienz, familiäre Beziehungsqualität, Stressmodell, Identitätsbildung, Vulnerabilität.
Die Arbeit befasst sich mit der psychischen Belastung und dem Bewältigungsverhalten von Kindern, deren Eltern sich scheiden lassen, wobei der Schwerpunkt auf Mutter-Kind-Familien liegt.
Zentrale Themen sind der Prozess der Scheidungsbewältigung, die Rolle der emotionalen Bindung zwischen Mutter und Kind sowie die langfristigen Auswirkungen der Vaterabwesenheit auf die Entwicklung des Kindes.
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Kinder die Trennungssituation verarbeiten und welche kognitiven sowie emotionalen Ressourcen (Copingstrategien) sie dabei unterstützen, ihr psychisches Gleichgewicht zu wahren.
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und interdisziplinäre theoretische Konzepte aus Pädagogik, Soziologie und Psychologie, insbesondere auf Stressmodelle und psychoanalytische Ansätze.
Der Hauptteil behandelt theoretische Konzepte der Bewältigung (Coping), kinderspezifische Reaktionen in verschiedenen Altersphasen, Einflussfaktoren wie Schutz- und Risikofaktoren sowie die spezifische Situation in Mutter-Kind-Haushalten.
Wichtige Schlagworte sind Scheidungsbewältigung, Coping, Abwehrmechanismen, Kindeswohl, Resilienz und Vaterdeprivation.
Das Modell nach Lazarus dient als Schablone, um den Copingprozess des Kindes in der Scheidungssituation als wechselseitige Anpassung an interne und externe Anforderungen zu verstehen.
Die Arbeit verdeutlicht, dass der Verlust des Vaters als Rollenvorbild die Entwicklung der männlichen Geschlechtsrollenidentität erschweren kann, was sich häufig in einer verstärkten emotionalen Belastung oder aggressivem Verhalten ausdrückt.
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