Magisterarbeit, 2004
97 Seiten, Note: Gut
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
I. PROBLEMSTELLUNG
II. DIE FREIHEIT UND DAS GUTE
1. TRANSZENDENTALE FREIHEIT
1.1 Das Freiheitsproblem in der Antinomie und ihre Auflösung
1.2 Die Monade
2. TRANSZENDENTALE FREIHEIT UND MORALPHILOSOPHIE
2.1 Antithesis
2.2 Thesis
3. FREIHEIT UND SITTENGESETZ
3.1 Das Verhältnis von Freiheit und Sittengesetz
3.2 Faktum der Vernunft
4. ZUSAMMENFASSENDE THESE
III. DIE FREIHEIT UND DAS BÖSE
1. MAXIMEN
1.1 Die Maxime als die Gesetzgebung der Vernunft
1.2 Die Maxime als das Tätigsein der Willkür
2. DIE NATUR DES MENSCHEN
2.1. Die Anlage zum Guten
2.1.1 Das Interesse der Vernunft
2.1.2 Das heteronome Handeln
2.2 Der Hang zum Bösen
3. PECCATUM ORIGINARIUM
3.1 Die Schwäche des menschlichen Herzens
3.2 Die Unlauterkeit
3.3 Das radikal Böse
3.3.1 Die Grenze der praktischen Vernunft
3.3.2 Die Verkehrtheit des Willens
3.4 Die Würde des Menschen und das Böse
4. DER URSPRUNG DES BÖSEN
4.1 Die Freiheit und das Böse
4.2 Das Selbstsein und das Böse
5. ZUSAMMENFASSENDE THESE
Die Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis von Freiheit und Bösem in Kants Hauptschriften. Das zentrale Ziel ist es, zu analysieren, wie Kant die menschliche Sittlichkeit unter der Bedingung der Freiheit denkt, wobei die Möglichkeit des radikal Bösen nicht als bloße logische Aporie, sondern als konstitutiver Aspekt menschlicher Existenz begriffen wird.
1.2 Die Maxime als das Tätigsein der Willkür
Diese Schwierigkeit scheint Kant wahrscheinlich ins Auge gefasst zu haben und ist wohl der Grund, weshalb Kant in der MST die grundlegende Unterscheidung von Willen und Willkür vorgenommen hat. Während Kant in der KpV ausdrücklich vom freien Willen für die Selbstbestimmung spricht, der als "Autonomie" charakterisiert wird und vom unterworfenen Willen, der den Gesetzen der Naturkausalität unterliegt, verschiebt sich stattdessen in der MSR der Schwerpunkt nun in die menschliche Willkür, wodurch er deutlich machen will, wie eine böse Tat durch menschliche Freiheit erklärt werden kann: Hier steht nicht der Wille, sondern die menschliche Willkür im Vordergrund: "Das Begehrungsvermögen nach Begriffen, sofern der Bestimmungsgrund desselben zur Handlung in ihm selbst, nicht in dem Objekte angetroffen wird, heißt ein Vermögen nach Belieben zu tun oder zu lassen. Sofern es mit dem Bewußtsein des Vermögens seiner Handlung zur Hervorbringung des Objekts verbunden ist, heißt es Willkür; ist es aber damit nicht verbunden, so heißt der Aktus desselben ein Wunsch. Das Begehrungsvermögen, dessen innerer Bestimmungsgrund, folglich selbst das Belieben in der Vernunft des Subjekts angetroffen wird, heißt der Wille. Der Wille ist also das Begehrungsvermögen, nicht sowohl (wie die Willkür) in Beziehung auf die Handlung, als vielmehr auf den Bestimmungsgrund der Willkür zur Handlung betrachtet, und hat selber vor sich eigentlich keinen Bestimmungsgrund, sondern ist, sofern sie die Willkür bestimmen kann, die praktische Vernunft selbst." (MSR, VI 213) Die Unterscheidung zwischen Willen und Willkür betrifft nun das Verständnis des Bestimmungsgrundes des Vermögens des Subjekts. Als Wille gilt für Kant die Instanz des Subjekts, die keinen anderen Bestimmungsgrund als sich selbst hat, indem sie als das Begehrungsvermögen in sich die Beziehung auf die reine Vernunft trägt.
I. PROBLEMSTELLUNG: Die Einleitung führt in die Aporie ein, wie das Böse in Kants Freiheitslehre integriert werden kann, ohne die Autonomie des menschlichen Willens zu gefährden.
II. DIE FREIHEIT UND DAS GUTE: Dieses Kapitel erläutert die transzendentale Freiheit als Grundlage der Sollenswelt und die Verbindung von Vernunft, Autonomie und Sittengesetz.
III. DIE FREIHEIT UND DAS BÖSE: Hier wird der Fokus auf die Maxime als subjektives Prinzip, den Hang zum Bösen und die Problematik des radikal Bösen in der menschlichen Natur gelegt.
Freiheit, das Böse, Kant, Autonomie, Sittengesetz, radikal Böses, Willkür, Wille, Maximen, praktische Vernunft, Pflicht, Menschenwürde, Endlichkeit, Kategorischer Imperativ, Selbstsein.
Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen Rekonstruktion des Verhältnisses von menschlicher Freiheit und dem Phänomen des Bösen im Denken Immanuel Kants.
Zentrale Schwerpunkte sind der Begriff der Freiheit, die Funktion von Maximen, der Hang des Menschen zum Bösen und die moralische Bestimmung der Menschenwürde.
Ziel ist es zu verstehen, wie Kant die Integrierbarkeit des Bösen in ein moralisches Konzept der menschlichen Freiheit denkt, ohne dabei in unlösbare logische Widersprüche zu geraten.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Analyse der relevanten Primärtexte Kants und eine kritische Auseinandersetzung mit der Forschungsliteratur zur kantischen Freiheits- und Moralphilosophie.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der transzendentalen Freiheit und des Guten sowie die detaillierte Analyse der Freiheit im Kontext des Bösen, unterteilt in Maximen, die Natur des Menschen und das radikal Böse.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie "Autonomie", "radikal Böses", "Willkürfreiheit", "Sittengesetz" und "praktische Vernunft" definiert.
Kant definiert den Willen als das Begehrungsvermögen, das nach vernünftigen Grundsätzen handelt, während die Willkür als das Vermögen zur freien Wahl zwischen Handlungen verstanden wird, was die Zurechenbarkeit des Bösen erst ermöglicht.
Das radikal Böse ist für Kant kein bloßes Fehlen des Guten, sondern ein tief in der menschlichen Natur verankerter Hang, bei dem die Selbstliebe über das Sittengesetz gestellt wird; da dies eine Entscheidung der Freiheit ist, kann es nicht als bloßes Naturereignis wegerklärt werden.
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