Magisterarbeit, 2003
135 Seiten, Note: 2
Einleitung
Kapitel 1 Forschungsüberblick und theoretische Grundlagen
1.1 Methoden zur Beschreibung sozialer Umwelt: Ethnographie und Konversationsanalyse
1.2 Theoretische Grundlagen
1.2.1 Der Begriff des Institutionalität
1.2.2 Levinsons Konzept des Aktivitätstyps
1.2.3 Der Begriff des Kontextes
1.2.4 Interkulturelle Kommunikation
Kapitel 2 Das Untersuchungsgebiet in der Diskothek Feelings
2.1 Kontakt zum Untersuchungsgegenstand und Datenerhebung
2.2 Der Schauplatz
2.1.1 Die Diskothek
2.1.2 Der Eingangsbereich
2.3 Die Interaktanten
2.2.1 Die Türsteher
2.2.2 Die Einlasssuchenden
2.2.3 Die Institutionalität der Kontaktsituation zwischen Türsteher und Gast
Kapitel 3 Der Aktivitätstyp „Zugangsgespräch an der Diskothekentür“
3.1 Das Zugangsgespräch als Aktivitätstyp
3.1.1 Der sequentielle Ablauf des Aktivitätstyps „Zugangsgespräch“
3.1.2 Möglichkeiten der Erweiterung des Sequenztyps
3.2 Die unproblematische Einlassgewährung
3.3 Einlasssituationen mit Nachfragen des Türpersonals
3.3.1 Die Frage nach dem Ausweis
3.3.1.1 „Wie alt bist du?“ - Kein Einlass wegen Fehlen des Altersnachweises
3.3.1.2 „Die Ausweise bitte“ - Ein Versuch, den Gast kennen zu lernen
3.3.2 „Wie fit bist du noch?“ - Vermuteter Alkoholkonsum als Nachfragegrund
3.4 „Geht nicht“ - Die Einlassverweigerung als Eröffnung der Interaktion
3.5 Zusammenfassung
Kapitel 4 Interkulturelle Kommunikation an der Diskothekentür
4.1 Interkulturelle Kommunikation im institutionellen Kontext
4.2 „Wart ihr schon mal hier?“ - Das Entscheidungsfindungsgespräch zwischen Türstehern und Nicht-Muttersprachlern
4.3 „Geht nicht“ - Die Einlassverweigerung als Eröffnung der Interaktion mit Nicht-Muttersprachlern
4.4 Zusammenfassung
Kapitel 5 Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die sprachliche Interaktion an der Tür einer Diskothek als eine Form der institutionellen Kommunikation, bei der Türsteher als Gatekeeper fungieren, um das Ziel einer selektiven Einlassregelung zu erreichen und Konflikte zu vermeiden.
3.1 Das Zugangsgespräch als Aktivitätstyp
Als unscharfe Kategorie (vgl. auch Kap. 1.2.2) ermöglicht das Konzept des Aktivitätstyps die Beschreibung von Gesprächen, die in unterschiedlichster Erscheinungsform auftreten - anders als beispielsweise das Gattungskonzept, das von rahmengebenden strukturellen Verfestigungen ausgeht.
Als „focal member“ (Levinson 1992: 62) können die Aktivitätstypen bezeichnet werden, die sich neben einer Zielorientierung der Interaktanten auch durch Beschränkungen hinsichtlich des Settings, in dem sie anzusiedeln sind, und der Beteiligten und ihrer Beteiligungsrollen auszeichnen. Diese Faktoren sind bei dem Zugangsgespräch an der Diskothekentür gegeben. Überdies kann mit diesem Interaktionstyp ein gutes Beispiel für ein durch oftmals konfligierende Ziele der Interaktanten bedingtes Fehlen der Kooperationsbereitschaft zwischen den Gesprächspartnern gegeben werden. Insbesondere nicht-kooperative Situationen sind in Levinsons Konzept von großem Interesse, da bei diesen ein besonderes Augenmerk auf mögliche Inferenzen der Beteiligten gelenkt wird.
Der Aktivitätstyp des Zugangsgesprächs tritt in den verschiedensten Erscheinungsformen auf: Von der rein nonverbalen Handhabung sowohl der Zugangsgewährung als auch (in seltenen Fällen) der Zugangsverweigerung reicht das Spektrum von unproblematischer Einlassgewährung mit Nachfrage über unproblematische Akzeptanz der Ablehnung bis hin zu stark expandierten Diskussionen vor der Diskothekentür.
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle des Türstehers in der Öffentlichkeit und stellt die Forschungsfrage zur sprachlichen Interaktion bei Einlassentscheidungen.
Kapitel 1 Forschungsüberblick und theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel führt in die methodischen Grundlagen der Ethnographie und Konversationsanalyse ein und erläutert zentrale Konzepte wie Institutionalität und Aktivitätstyp.
Kapitel 2 Das Untersuchungsgebiet in der Diskothek Feelings: Hier wird der Schauplatz der Untersuchung, die Diskothek Feelings, beschrieben sowie die Datenerhebung und die beteiligten Akteure, Türsteher und Gäste, charakterisiert.
Kapitel 3 Der Aktivitätstyp „Zugangsgespräch an der Diskothekentür“: Dieses Kapitel analysiert das Zugangsgespräch als Aktivitätstyp, inklusive des sequentiellen Ablaufs, der Einlassgewährung und der verschiedenen Formen der Einlassverweigerung.
Kapitel 4 Interkulturelle Kommunikation an der Diskothekentür: Das Kapitel überträgt die Analyse auf den institutionellen Kontext der interkulturellen Kommunikation und beleuchtet die spezifischen Verständigungsprobleme bei Nicht-Muttersprachlern.
Kapitel 5 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Rolle von Machtasymmetrien sowie die Schwierigkeit der Einlassentscheidung für das Türpersonal.
Konversationsanalyse, Ethnographie, Diskothek, Türsteher, Einlasskontrolle, Institutionelle Kommunikation, Gatekeeping, Machtasymmetrie, Aktivitätstyp, Interkulturelle Kommunikation, Sprachkompetenz, Diskursstrategie, Einlassverweigerung, Konfliktvermeidung, Kontextualisierung.
Die Arbeit untersucht die sprachlichen Interaktionsmuster zwischen Türstehern und Gästen an der Eingangstür einer Diskothek unter konversationsanalytischen Gesichtspunkten.
Die Themen umfassen institutionelle Kommunikation, Machtasymmetrien zwischen professionellen Türstehern und laienhaften Gästen, Einlassrituale und die Rolle der Sprachkompetenz in interkulturellen Kontexten.
Das Ziel ist es, nachzuvollziehen, wie Einlassentscheidungen sprachlich gestaltet werden, wann Interaktionen expandieren und welche Phasen, Schemata und Wendungen in dieser kommunikativen Situation vorkommen.
Die Arbeit nutzt die Konversationsanalyse, eingebettet in einen ethnographischen Bezugsrahmen, um natürliche Gesprächsdaten mikroanalytisch zu untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen, die Beschreibung des Untersuchungsgebiets, die Analyse des Aktivitätstyps „Zugangsgespräch“ bei deutschsprachigen Gästen und die Analyse der Interaktion mit Nicht-Muttersprachlern.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Konversationsanalyse, Gatekeeping, institutionelle Kommunikation, Einlassverweigerung und interkulturelle Kommunikation charakterisiert.
Die Wahl des Anredepronomens dient oft als Kontextualisierungshinweis, wobei die asymmetrische Nutzung durch den Türsteher die Machtasymmetrie unterstreicht und bei Nicht-Muttersprachlern zu Missverständnissen bezüglich des gebotenen Respekts führen kann.
Die „hidden agenda“ bezeichnet den für Gäste unzugänglichen Kriterienkatalog des Türpersonals, der hinter standardisierten Begründungen verborgen bleibt und zu einer Wissensasymmetrie führt, die für den Gast das Verständnis der Ablehnung erschwert.
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