Examensarbeit, 2004
63 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Erklärung des Begriffs „Jugend“
3. Werden Kinder zu Egoisten erzogen?
3.1 Die Situation in der Schule
3.2 Einfluss der Medien
3.3 Werden Jugendliche zunehmend kriminell?
3.4 Erziehung ohne männlichen Einfluss
3.5 Der Generationenkonflikt
4. Entstrukturierung der Jugendzeit
4.1 Entwicklung von Jugendzeit
4.1.1 Jugend und Schule
4.1.2 Jugend und Familie
4.1.3 Jugend und Freizeit
4.2 Veränderte Lebenslage der Jugend
4.2.1 Schwierigkeiten beim Übergang von der Kindheit zum Erwachsensein
4.2.2 Wie erleben Jugendliche ihre Zukunftsperspektiven?
4.3 Werteverfall, Wertewandel, Wertesynthese?
4.4 Bewirkt der „neue Individualismus“ eine Solidaritätskrise?
5. Ehrenamtliches Engagement
5.1 Ausmaß des jugendlichen Engagements
5.2 Tätigkeitsfelder und organisatorischer Rahmen
5.3 Wandel des organisatorischen Rahmens der ehrenamtlichen Arbeit notwendig
6. Politisches Interesse und Engagement
6.1 Institutionenvertrauen
6.2 Demokratieverständnis
6.3 Wahlbeteiligung
6.4 Verschiedene Erklärungsmodelle für Wahlverhalten
6.4.1 Erklärung der geringen Wahlbeteiligung
6.4.2 Erklärungsversuch der geringen Wahlbeteiligung der 21-25jährigen
6.5 Politische Positionierung
7. Voraussetzungen für jugendliches Engagement
8. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das aktuelle Bild der heutigen Jugend, um der verbreiteten Annahme eines generellen Werteverfalls und einer zunehmenden politischen sowie sozialen Desinteressiertheit entgegenzuwirken. Das primäre Ziel ist es, den tatsächlichen Stand des ehrenamtlichen und politischen Engagements junger Menschen empirisch zu hinterfragen und die strukturellen Rahmenbedingungen der heutigen Jugendphase zu beleuchten.
3. Werden Kinder zu Egoisten erzogen?
In diesem Kapitel sollen Voraussetzungen und Bedingungen von Erziehung in und durch Schule, Medien und Familie erläutert werden. Jugend scheint immer mehr zu verkommen, alte Werte haben keine Gültigkeit mehr und neue sind nicht in Sicht. Gleichgültig, rücksichtslos und ichbezogen leben Kinder und Jugendliche ihr Leben, ohne sich um das Gemeinwohl zu kümmern. Diesen Eindruck kann man gewinnen, wenn man das Buch „Der Erziehungsnotstand“ (2001) von Petra Gerster und Christian Nürnberger liest. „Viele Kinder sind heute nur noch bedingt gesellschaftsfähig“ konstatieren sie (ebd., S.50) und machen damit auf Vorurteile aufmerksam, die wohl jedem bekannt sein dürften.
Ungeduldig und nicht mehr in der Lage zurückzustecken, fordern Kinder ein, was sie haben möchten. Sie sind zunehmend sprachlich und motorisch gestört, die Gewaltbereitschaft nimmt zu und in den Schulen tummeln sich verhaltensauffällige Schüler, die nicht mehr in der Lage sind, sich an Regeln zu halten. Gerster/Nürnberger wollen mit ihrem Buch darauf aufmerksam machen, dass die Debatte um Erziehung und deren notwendige Reformen öffentlich geführt werden muss. Erziehung ist keine Privatsache, sondern betrifft die ganze Gesellschaft.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, ob die heutige Generation tatsächlich so negativ eingestellt ist, wie oft behauptet wird, und skizziert den Aufbau der Untersuchung.
2. Erklärung des Begriffs „Jugend“: Das Kapitel definiert den Begriff „Jugend“ als komplexe Übergangsphase und beleuchtet verschiedene biologische, psychologische und soziale Komponenten.
3. Werden Kinder zu Egoisten erzogen?: Es werden die gesellschaftlichen Vorurteile gegenüber Kindern und Jugendlichen sowie die Rolle von Schule, Medien und Erziehung analysiert.
4. Entstrukturierung der Jugendzeit: Hier werden die veränderten Lebenslagen von Jugendlichen, der Individualisierungsprozess sowie die Problematik des Erwachsenwerdens untersucht.
5. Ehrenamtliches Engagement: Dieses Kapitel widmet sich dem Ausmaß, den Tätigkeitsfeldern und den notwendigen organisatorischen Wandlungen ehrenamtlicher Arbeit junger Menschen.
6. Politisches Interesse und Engagement: Die Analyse konzentriert sich auf die politische Distanz der Jugend, das Vertrauen in Institutionen und die verschiedenen Erklärungsmodelle für das Wahlverhalten.
7. Voraussetzungen für jugendliches Engagement: Hier werden die Faktoren identifiziert, die die Bereitschaft junger Menschen zu ehrenamtlichem und politischem Einsatz positiv oder negativ beeinflussen.
8. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit, Kindern und Jugendlichen Orientierung zu bieten, um Werteverlust entgegenzuwirken.
Jugend, Wertewandel, ehrenamtliches Engagement, politische Partizipation, Sozialisation, Wahlverhalten, Individualisierung, Werteverfall, Generationenkonflikt, Erziehung, Jugendstudie, Sozialkapital, Zivilgesellschaft, Medienkonsum, gesellschaftliche Integration.
Die Arbeit untersucht die Frage, ob die heutige junge Generation tatsächlich so negativ und egoistisch eingestellt ist, wie es oft in der öffentlichen Debatte behauptet wird, und stellt dem ein differenzierteres Bild entgegen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Jugendphase, den Auswirkungen von Erziehung und Medien, der Analyse ehrenamtlicher Aktivitäten sowie der politischen Interessenlage junger Menschen.
Ziel ist es, die Gründe für das Verhalten der heutigen Jugend zu identifizieren und aufzuzeigen, dass die Generation im Grunde nicht anders ist als frühere, wenn man die veränderten strukturellen Rahmenbedingungen berücksichtigt.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung bestehender empirischer Daten und Studien, insbesondere der Shell Jugendstudien und Freiwilligensurveys.
Der Hauptteil befasst sich mit der Entstrukturierung der Jugendzeit, den Vorurteilen gegenüber der jungen Generation, der Dynamik des ehrenamtlichen Engagements sowie den Hintergründen der sinkenden Wahlbeteiligung und politischen Distanz.
Die wichtigsten Begriffe sind Jugend, Wertewandel, ehrenamtliches Engagement, politische Partizipation, Sozialisation und Wahlverhalten.
Der Autor ordnet den Individualismus als notwendige Folge einer komplexen Gesellschaft ein und plädiert dafür, diesen zu begrüßen und konstruktiv in Richtung eines „kooperativen Individualismus“ zu lenken.
Die Arbeit stellt fest, dass Jugendliche eher in konkreten, selbstorganisierten Feldern (z.B. Sport, Projekte) aktiv werden, wo sie direkt etwas bewirken können, während die formale Politik oft als komplex, wenig responsiv oder „langweilig“ wahrgenommen wird.
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