Bachelorarbeit, 2014
44 Seiten, Note: Sehr gut (1,0)
1. Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Das Ziel und der Aufbau dieser Arbeit
2. Wirtschafts- und wettbewerbstheoretische Grundlagen
2.1 Richtungsweisende Wirtschafts- und Wettbewerbstheorien
2.1.1 Die neoklassische Mikroökonomie
2.1.2 Die Harvard School
2.1.3 Die Chicago School
2.2 Die Entwicklung der europäischen Zusammenschlusskontrolle
2.3 Die derzeitige Fusionskontrollverordnung in der Europäischen Union
2.4 Die derzeitige Zusammenschlusskontrolle in Österreich
3. Auflagenentscheidungen, deren Begründung und Effekte
3.1 Strukturelle Auflagen versus Verhaltensauflagen
3.2 Koordinierte Effekte
3.3 Unilaterale Effekte
3.4 Die Wende zum „More Economic Approach“
3.5 Grundlegende industrieökonomische Modelle und Tests
3.5.1 Der Herfindahl-Hirschman-Index (HHI)
3.5.2 Der SIEC-Test
3.5.3 Der SSNIP-Test
3.5.4 Das Cournot-Modell
3.5.5 Das Bertrand-Modell
3.5.6 Simulationsmodelle: AIDS-Modelle
4. Studienbezogene Merkmale
4.1 Überprüfbarkeit
4.2 Informationsasymmetrien
5. Vorstellung der Ex-Post-Studien
5.1 Federal Trade Commission (1999): A Study of the Commission’s Divestiture Process (W. J. Baer and the Staff of the Bureau of Competition)
5.2 European Commission (2005): Merger Remedies Study. DG Comp. (European Commission)
5.3 Serdarevic, Goran/Teply, Pert (2011): The Efficiency of EU Merger Control During the Period 1990–2008, in: Finance a uver – Czech Journal of Economics and Finance, Vol. 61, Nr. 3 S. 252-276
5.4 Davies, Steve/Olczak, Matt (2010): Assessing the Efficacy of Structural Merger Remedies: Choosing Between Theories of Harm?, in: Springer Science+Business Media, LLC., Norwich
5.5 Davies, Stephen/Lyons, Bruce (2007): Mergers and Merger Remedies in the EU, Cornwall
5.6 Zusammenfassung der Studienergebnisse
6. Fazit und Ausblick
7. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Effizienz von Auflagenentscheidungen der Europäischen Kommission bei Unternehmensfusionen. Ziel ist es, anhand einer vergleichenden Analyse relevanter Ex-Post-Studien festzustellen, inwieweit diese Auflagen erfolgreich dazu beigetragen haben, wettbewerbsschädigende Marktstrukturen zu verhindern, sowie einen Einblick in die österreichische Zusammenschlusskontrolle zu geben.
3.1 Strukturelle Auflagen versus Verhaltensauflagen
Fusionsauflagen werden in der Literatur häufig in Struktur- und Verhaltensauflagen unterteilt. Mit Strukturauflagen wird versucht, die Marktstruktur, die vor der Fusion vorhanden ist, beizubehalten. Verhaltensauflagen hingegen sollen die Unternehmen daran hindern, neu gewonnene Marktmacht auszunützen. Motta (2003, S. 265) beschreibt strukturelle Auflagen als „Wechsel von Eigentum“ und Verhaltensauflagen als „Kontrolle darüber[,] inwieweit Eigentumsrechte ausgeübt werden“. Die Kontrolle von Verhaltensauflagen benötigt auch nach der Fusion einen erhöhten administrativen Aufwand. Daher werden Verhaltensauflagen kaum ausgesprochen.
Studien weichen oft von der Einteilung zwischen Verhaltens- und Strukturauflagen ab: So werden in der Studie der Europäischen Kommission zu Fusionsauflagen (2005) vier statt zwei Auflagentypen unterschieden. Da Strukturauflagen von der Kommission bevorzugt bestimmt werden, wird ihnen auch in dieser Arbeit eine besondere Bedeutung zugesprochen. Unter Strukturauflagen fällt das Veräußern von Anlagen (wie der Verkauf von Unternehmensfabriken im Fall ED & F MAN/Südzucker) oder die Veräußerung von ganzen Unternehmensteilen. Probleme treten vor allem bei der Auswahl eines Käufers auf. Dieser sollte in der Lage sein, das Unternehmen langfristig zu führen. Es stellt sich die Frage, ob ein Käufer, der in diesem Markt noch keine Erfahrung hat, langfristig existieren kann.
Auch ist zu bedenken, dass die fusionierenden Unternehmen versuchen werden, die zu veräußernden Unternehmensteile zu manipulieren, um den zukünftigen Käufer zu lähmen. Dies kann beispielsweise die Bereiche Personal, Urheberrechte, Informationen oder Kundenstock betreffen. Ein bereits bestehender Konkurrent würde diese Probleme vielleicht besser lösen können, da er bereits über Branchenerfahrung verfügt. Andererseits erhöht sich das Risiko einer Kollusion, da mit dem Kauf von Unternehmensanteilen eine Annäherung beispielsweise im übernommenen Personal stattfinden kann. Übernommene Mitarbeiter kennen eventuell die Preise, die Kunden angeboten werden, und der Käufer könnte sich diesem Schema anpassen.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Materie der Arbeit ein, erläutert die Problemstellung und definiert das Ziel sowie den Aufbau der Arbeit.
2. Wirtschafts- und wettbewerbstheoretische Grundlagen: Das Kapitel behandelt die theoretischen Rahmenbedingungen der europäischen und österreichischen Fusionskontrolle sowie die einflussreichen ökonomischen Schulen.
3. Auflagenentscheidungen, deren Begründung und Effekte: Es werden die verschiedenen Arten von Auflagen sowie industrieökonomische Modelle und Tests zur Identifikation von Marktmacht detailliert analysiert.
4. Studienbezogene Merkmale: Dieses Kapitel beleuchtet die Schwierigkeiten bei der Durchführung von Ex-Post-Evaluierungen, wie Datenzugang und methodische Herausforderungen.
5. Vorstellung der Ex-Post-Studien: Die wichtigsten empirischen Studien zur Effizienz von Fusionsauflagen werden hier im Detail vorgestellt und kritisch gewürdigt.
6. Fazit und Ausblick: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und die Herausforderungen sowie der zukünftige Forschungsbedarf im Bereich der Fusionskontrolle diskutiert.
7. Literaturverzeichnis: Umfassende Auflistung der verwendeten Quellen, Studien und Gesetzestexte.
Fusionskontrolle, Europäische Kommission, Wettbewerbspolitik, Strukturauflagen, Verhaltensauflagen, More Economic Approach, Industrieökonomie, Marktkonzentration, Marktmacht, Ex-Post-Evaluation, Fusionskontrollverordnung, Zusammenschlusskontrolle, Wettbewerbsbehörde, Effizienzgewinn, Herfindahl-Hirschman-Index.
Die Arbeit untersucht die Wirksamkeit und Effizienz von Auflagenentscheidungen, die von der Europäischen Kommission im Rahmen der Fusionskontrolle verhängt werden, um wettbewerbsschädigende Marktstrukturen zu verhindern.
Die zentralen Themen umfassen die theoretischen Grundlagen der Wettbewerbspolitik, die Unterschiede zwischen verschiedenen Auflagentypen (Struktur- vs. Verhaltensauflagen) sowie die Methoden und Ergebnisse von Ex-Post-Evaluierungen von Fusionsentscheidungen.
Das Hauptziel ist ein vergleichender Überblick über relevante Studien, um zu beurteilen, ob die von der Kommission verhängten Auflagen tatsächlich in der Lage sind, eine wohlfahrtsschädigende Erhöhung der Marktmacht zu unterbinden.
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse, bei der existierende empirische Ex-Post-Studien und industrieökonomische Modelle ausgewertet und kritisch gegenübergestellt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine detaillierte Betrachtung von Auflagen und Analysemodellen (wie HHI, SSNIP, Cournot-Modell) sowie die systematische Vorstellung und Diskussion verschiedener Ex-Post-Studien.
Wesentliche Begriffe sind Fusionskontrolle, Struktur- und Verhaltensauflagen, Marktmacht, Ex-Post-Evaluation sowie der „More Economic Approach“.
Strukturauflagen führen zu einem tatsächlichen Eigentumswechsel, was langfristig die Marktkonzentration effektiver begrenzt. Verhaltensauflagen hingegen erfordern eine kontinuierliche Überwachung durch die Behörden, was mit hohem administrativem Aufwand verbunden ist und oft an Informationsasymmetrien scheitert.
Unternehmen halten oft wichtige Daten (wie Grenzkosten oder detaillierte Marktanalysen) zurück. Da die Kommission diese Daten zur fundierten Entscheidungsfindung benötigt, führt deren Fehlen dazu, dass notwendige Maßnahmen teils unzureichend bewertet oder gar nicht erst implementiert werden können.
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