Bachelorarbeit, 2014
38 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Biographische Daten
3 Zeitgeschichtlicher Abriss
4 Die Autobiographie – Ein Überblick
5 Inhaltsangaben der drei Romane
5.1 Der Geliebte der Mutter
5.2 Das Buch des Vaters
5.3 Ein Leben als Zwerg
6 Autobiographie oder Fiktion?
6.1 Beziehungsverflechtungen und Selbstbild
6.1.1 Vater und Mutter bei Urs Widmer
6.1.2 Vater-Sohn-Beziehung
6.1.3 Mutter-Sohn-Beziehung
6.1.4 Selbstbild
6.2 Widmers autobiographische Fiktion
7 Fazit
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen autobiographischem Anspruch und literarischer Fiktionalisierung in der Romantrilogie von Urs Widmer. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, inwieweit die Werke „Der Geliebte der Mutter“, „Das Buch des Vaters“ und „Ein Leben als Zwerg“ reale Lebensdaten des Autors abbilden oder als fiktionale Konstrukte zu verstehen sind, insbesondere in Bezug auf die Darstellung der Elternbeziehungen.
6.1.4 Selbstbild
Urs Widmer beschreibt in seiner Autobiographie eine Ambivalenz zwischen Glück und Unglück. Auf der einen Seite erzählt er die Geschichte seiner kranken Mutter und seines geistig abwesenden Vaters. So fühlt er sich für das heimische Glück verantwortlich und ist davon überzeugt, dass seine „Eltern sich und einander nur dann nicht [umbringen], wenn [er] bei ihnen [ist].“ Die Autobiographie ist außerdem auch durch die Darstellung seiner diversen Ticks gekennzeichnet, die sich bis zum Erwachsenenalter hinziehen:
„Auch meine Ticks wurden erwachsen, das heißt, ich verlor sie und begriff nicht, dass sie verändert an einer anderen undichten Stelle wieder auftauchten. Ich dachte, die Probleme seien gelöst, weil sie verschwunden zu sein schienen. [...] Ich entwickelte neue Marotten. Sie waren weder erfindungsreicher noch wirkungsvoller als die alten. Sie waren einfach noch nicht enttarnt.“
Auf der anderen Seite beschreibt er eine glückliche Kindheit in der Schweiz, die durch diverse Urlaube und verschiedene Reisen in die Berge oder nach Italien geprägt war. Trotzdem kennt er die Abgründe, ist durch viele Ängste in seiner Kindheit gezeichnet und entwickelt vielleicht gerade dadurch sein Gespür für die glücklichen Momente des Lebens. In einigen Passagen schreibt er über seine Empfindung von Glück:
„Es ist nahezu vorbei, das Leben, aber es war und ist immer noch. Hier, konkret, jetzt. Ich war jung, ich bin alt. Die Erkenntnis, notwendig einem Gesetz unterworfen zu sein, das keine Ausnahme kennt, schenkt mir in kostbaren Augenblicken ein Gefühl des Glücks.“
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Romantrilogie von Urs Widmer ein und definiert das Forschungsziel der Untersuchung von autobiographischen Zügen im Vergleich zu fiktionalen Elementen.
2 Biographische Daten: Dieses Kapitel liefert die wichtigsten Fakten zum Leben des Autors, seiner Familie und seiner Kindheit, um eine Basis für die spätere Werkinterpretation zu schaffen.
3 Zeitgeschichtlicher Abriss: Es wird der historische Kontext beleuchtet, insbesondere die Situation der Schweiz während des Zweiten Weltkriegs und die Auswirkungen auf die Familie des Autors.
4 Die Autobiographie – Ein Überblick: Hier erfolgt eine theoretische Herleitung des Gattungsbegriffs der Autobiographie und ihrer Abgrenzung zu anderen literarischen Formen.
5 Inhaltsangaben der drei Romane: Dieses Kapitel bietet eine kompakte inhaltliche Zusammenfassung der drei behandelten Werke „Der Geliebte der Mutter“, „Das Buch des Vaters“ und „Ein Leben als Zwerg“.
6 Autobiographie oder Fiktion?: Der Hauptteil analysiert detailliert die Beziehungsverflechtungen zwischen den Elternfiguren und dem Autor sowie die narrative Struktur der Werke.
7 Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengeführt und die zentrale These bestätigt, dass Widmer seine Trilogie als autobiographisch geprägte Fiktion konzipiert hat.
Urs Widmer, Autobiographie, Fiktion, Romantrilogie, Familienbeziehung, Vaterbild, Mutterbild, Literaturwissenschaft, Erinnerungsarbeit, Selbstbild, Autobiographisches Fiktionalisieren, Schweiz, Zweiter Weltkrieg, Identität, Erzählweise.
Die Arbeit untersucht die Romantrilogie von Urs Widmer mit dem Ziel, den Grad der Autobiographizität im Vergleich zu rein fiktionalen Elementen zu bestimmen.
Im Zentrum stehen die Romane „Der Geliebte der Mutter“, „Das Buch des Vaters“ und „Ein Leben als Zwerg“ sowie der Abgleich mit seiner Autobiographie „Reise an den Rand des Universums“.
Es soll geklärt werden, ob und wie Urs Widmer reale Tatsachen seiner Lebensgeschichte in seinen Romanen verarbeitet oder durch Fiktion verändert, um eine „runde“ Erzählung zu schaffen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die den Vergleich zwischen den Primärtexten und biographischen Quellen nutzt, um literaturwissenschaftliche Rückschlüsse auf das autobiographische Schreiben zu ziehen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Darstellung der Werke sowie eine tiefgehende Analyse der Figurenbeziehungen (Eltern-Kind-Verhältnisse) und der narratologischen Gestaltung als „Doppelhelix“.
Wichtige Begriffe sind „Autobiographisches Fiktionalisieren“, „autobiographischer Pakt“, „Spiegelszenen“ und „ambivalente Eltern-Kind-Beziehung“.
Da die Ehe der Eltern laut Widmer von extremen Gegensätzen geprägt war, bilden diese unterschiedlichen Lebensentwürfe das Fundament für die Trennung der Stoffe in zwei verschiedene Bücher.
Der Tod des Vaters wirkte als Katalysator, da der enorme Druck des Konkurrenzverhältnisses nachließ und Widmer so den Weg zu seinem ersten eigenen literarischen Erfolg ebnen konnte.
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