Bachelorarbeit, 2011
79 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Methodisches Vorgehen
1.2 Forschungsstand und Literaturhinweise
2. Theoretischer Rahmen
3. Begriffserklärungen
4. Konfliktpotenziale und Rahmenbedingungen
4.1 Spanien
4.2 Polen
5. Das Ende des autoritären Regimes
5.1 Spanien
5.1.1 Francos Tod und die Regierung Navarros
5.1.2 Die Regierung Suárez bis zum Gesetz über die politische Reform
5.2 Polen
5.2.1 Die Entwicklung der Solidarnosc 1980/1981
5.2.2 Der Weg zum „Runden Tisch“
5.3 Vergleich
6. Die Institutionalisierung der Demokratie
6.1 Spanien
6.1.1 Ziele und Strategien der Opposition bis zu den Wahlen 1977
6.1.2 Ziele und Strategien der Regierung und alten Regimeeliten bis zu den Wahlen 1977
6.1.3 Von den Gründungswahlen bis zur Verabschiedung der Verfassung
6.1.3.1 Die Konsenspolitik
6.1.3.2 Der Charakter der Verfassung
6.2 Polen
6.2.1 Ziele und Strategien der Opposition am „Runden Tisch“
6.2.2 Ziele und Strategien der Regierung und alten Regimeeliten am „Runden Tisch“
6.2.3 Die zwei Verhandlungsrunden: Vom „Runden Tisch“ zu den freien Wahlen 1991
6.2.4 Die Parlamentswahlen von 1991
6.2.5 Der Charakter der revidierten Verfassung
6.3 Vergleich
7. Probleme bei der Konsolidierung
7.1 Spanien
7.2 Polen
7.3 Vergleich
8. Besondere Rolle der Akteure in beiden Transformationsprozessen
9. Abschließende Betrachtung einer vergleichenden Analyse
Diese Arbeit führt einen intensiven Vergleich der politischen Transformationsprozesse in Spanien und Polen durch, wobei eine akteurszentrierte Betrachtungsweise im Zentrum steht. Die Forschungsfrage untersucht dabei, ob handelnde Akteure mit ihren Strategien und Präferenzen den Systemwechsel weitgehend determinierten oder ob andere strukturelle Faktoren eine gewichtigere Rolle spielten.
4.1 Spanien
Im Zuge verschiedener Faktoren kam es Ende der 60er Anfang der 70er Jahre zu zahlreichen Krisenerscheinungen, die an den Stützpfeilern des franquistischen Systems zu rütteln begannen. Wie das letztlich passieren konnte und welche Krisenerscheinungen den Rahmen für die spätere Transition bildeten, soll an dieser Stelle erläutert werden. Zunächst kam es, bedingt durch den ökonomischen Erfolg der 60er Jahre, zu Verschiebungen innerhalb der sozialen Klassen. Denn seitdem die Technokraten der Opus Dei die Wirtschaftspolitik weitgehend bestimmten, entwickelte sich im Zuge der liberalen Öffnung des ökonomischen Systems, die an die Stelle der autarken Wirtschaftspolitik trat, ein erhebliches Wirtschaftswachstum. Das ist u. a. auch auf ausländisches Kapital zurückzuführen, welches aufgrund der liberalen Öffnung vermehrt nach Spanien floss.
Die genauen Gründe für diesen ökonomischen Aufstieg des Landes sollen jedoch nicht weiter erläutert werden. Vielmehr spielten die unmittelbaren Folgen dieser Entwicklung eine entscheidende Rolle für die Transformation. Denn die Entwicklung kapitalistischer Klassenstrukturen, die aufgrund der rasanten Industrialisierung Spaniens immer offensichtlicher wurde, schwächte die Stellung agrarischer Großgrundbesitzer und verbesserte die Organisationsfähigkeit der „untergeordneten Klassen“ erheblich.
Der über Jahre ansteigende Bedarf an Industriekräften sowie die gleichzeitige Wirtschaftskrise in den agrarischen Gebieten, aufgrund bereits erwähnter ausbleibender Reformen, hatte eine Wanderungswelle vom Land in die Stadt zur Folge. Diese Land-Stadt Migrationen determinierten einen Bedeutungsverlust der Landwirtschaft und führten zu einer deutlichen Veränderung innerhalb der Erwerbsstruktur vom primären zum sekundären und tertiären Sektor.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Transformationsprozesse in Polen und Spanien ein und formuliert das zentrale Erkenntnisinteresse sowie die Forschungsfragen.
2. Theoretischer Rahmen: Das Kapitel bietet eine Einführung in die relevanten Theoriestränge der Transformationsforschung und begründet die Wahl des akteurszentrierten Ansatzes.
3. Begriffserklärungen: Hier werden die zentralen Begriffe „Demokratie“ und „Transformation/Transition“ definiert, um eine wissenschaftliche Basis für die Analyse zu schaffen.
4. Konfliktpotenziale und Rahmenbedingungen: Dieses Kapitel beleuchtet die strukturellen und sozioökonomischen Voraussetzungen, die den Nährboden für die Transformation in Spanien und Polen bereiteten.
5. Das Ende des autoritären Regimes: Untersuchung der Krisenerscheinungen und der politischen Entwicklungen, die zum Zusammenbruch der autoritären Herrschaft in beiden Ländern führten.
6. Die Institutionalisierung der Demokratie: Analyse der Etablierung neuer demokratischer Institutionen und der Rolle politischer Pakte bei der Formung des neuen Systems.
7. Probleme bei der Konsolidierung: Fokus auf die Hürden der demokratischen Festigung, insbesondere hinsichtlich Verfassungsfragen, Parteiensystemen und der Integration gesellschaftlicher Interessen.
8. Besondere Rolle der Akteure in beiden Transformationsprozessen: Eine zusammenfassende Bewertung der Bedeutung handelnder Akteure gegenüber strukturellen Theorien im Transformationsverlauf.
9. Abschließende Betrachtung einer vergleichenden Analyse: Das Fazit fasst die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden untersuchten Transformationspfade zusammen und resümiert die Erkenntnisse der vergleichenden Studie.
Systemtransformation, Demokratisierungswelle, Akteurstheorie, Spanien, Polen, Solidarnosc, Franquismus, Demokratisierung, Konsolidierung, Paktierter Übergang, Politische Transformation, Systemwechsel, Regierungssystem, Verfassung, Parteiensystem.
Die Arbeit analysiert und vergleicht die politischen Transformationsprozesse in Spanien und Polen beim Übergang von einer autoritären Diktatur bzw. einem kommunistischen System hin zu einer liberalen Demokratie.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Phasen des Endes autoritärer Regime, die Institutionalisierung demokratischer Strukturen sowie die anschließenden Konsolidierungsprobleme.
Das Hauptziel ist es zu klären, inwieweit handelnde Akteure und deren strategisches Taktieren den Verlauf der Systemwechsel bestimmten oder ob andere Faktoren, wie strukturelle oder sozioökonomische Rahmenbedingungen, eine dominierende Rolle spielten.
Es wird ein vergleichender, akteurszentrierter Ansatz verwendet, der die Transformationsprozesse in beiden Ländern nach einem einheitlichen Phasenmodell gliedert und untersucht.
Der Hauptteil gliedert sich in drei zentrale Phasen: das Ende der autoritären Systeme, die Institutionalisierung neuer demokratischer Institutionen und die Herausforderungen der Konsolidierung.
Zentrale Begriffe sind Systemtransformation, akteurszentrierte Theorie, paktierter Übergang, Solidarnosc und die vergleichende Analyse zwischen Spanien und Polen.
Beide Länder dienten in der Forschung als prominente Beispiele für paktierte Übergänge, wobei Spanien oft als Muster für einen erfolgreichen Übergang in der Dritten Demokratisierungswelle galt.
Die Solidarnosc agierte als maßgeblicher zivilgesellschaftlicher Akteur, der aufgrund seiner Massenmobilisierung die Regierung der PVAP in ein sozialpolitisches Patt zwang und somit Verhandlungen am Runden Tisch erzwang.
In Spanien war das Militär als Stütze des Franquismus eine kritische Vetomacht, deren Integration in die neue Demokratie langwierig und gefährlich war, während in Polen die Dynamik eher durch die Erosion der Macht der kommunistischen Partei geprägt war.
Die Verfassung diente in beiden Ländern als rechtlicher Ankerpunkt, wobei die Verabschiedung in Spanien durch einen breiten Konsens schneller gelang, während in Polen komplizierte Kompetenzverteilungen und politische Richtungsstreitigkeiten den Prozess erheblich verzögerten.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

