Forschungsarbeit, 2010
45 Seiten, Note: 1,7
1. Problemstellung
2. Emotionale Befindlichkeit
2.1 Zum Begriff der Emotionalen Befindlichkeit
2.2 Emotion, Motivation und Kognition als integrative Bestandteile und Dimensionen emotionaler Befindlichkeit
3. Lehrerbelastung und emotionale Befindlichkeit bei Lehrkräften
4. Lehrer- und schülerzentrierte Arbeitsphasen und ihr Zusammenhang zur emotionalen Befindlichkeit bei Lehrkräften
4.1 Operationalisierung schüler- und lehrerzentrierter Arbeitsphasen
4.2 Der Einfluss schüler- oder lehrerzentrierter Arbeitsphasen auf die emotionale Befindlichkeit von Lehrkräften – dargestellt anhand der zu untersuchenden Items
5. Untersuchungsdesign
6. Empirische Befunde
6.1 Strukturelle Aspekte unterrichtlicher Zeitnutzung
6.1.1 Unterrichtsphasen
6.1.2 Sozialformen
6.1.3 Unterrichtsphasen und Sozialformen
6.1.4 Lehreraktivitäten
6.2 Emotionale Befindlichkeit
6.2.1 Lage- und Streuungsmaße zur Emotionalen Befindlichkeit
6.2.2 Zusammenhang zwischen schüler- und lehrerzentrierten Arbeitsphasen und der emotionalen Befindlichkeit?
7. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht explorativ, welche Zusammenhänge zwischen schüler- oder lehrerzentrierten Arbeitsphasen und der emotionalen Befindlichkeit von Lehrenden bestehen, um eine bisherige Forschungslücke zu schließen.
4.1 Operationalisierung schüler‐ und lehrerzentrierter Arbeitsphasen
Nach SEMBILL (2004, 64) sind schülerzentrierte Arbeitsphasen dadurch gekennzeichnet, dass die Lehrpersonen zunächst Unterrichtsmaterialien bereitstellen und sich anschließend zurückziehen, d. h. nur noch einen geringen Einfluss auf die Lerntätigkeit ausüben. Im Idealfall erfolgt die Planung, Realisierung und Kontrolle des Lernens durch die Schüler. Der Lehrende beschränkt sich hingegen auf die Formulierung von Lernzielen, Einarbeitung der Schüler in das Thema und letztlich auf die Verantwortung des Unterrichts (SEIFRIED 2003, 212f.). Der Redeanteil zwischen Schülern und Lehrer ist mindestens ausgeglichen, tendenziell sprechen die Schüler sogar mehr (GAGE & BERLINER 1996, 504).
Unter lehrerzentrierten Arbeitsphasen sollen zumeist thematisch orientierte, überwiegend sprachlich vermittelte Unterrichtsinhalte verstanden werden, die auf eine gemeinsame Unterrichtung eines Lernverbands abzielen. Die Arbeits- und Kommunikationsprozesse der Schüler werden –genau entgegengesetzt oben dargestellter schülerzentrierter Arbeitsphasen- von der Lehrkraft gesteuert und kontrolliert (MEYER 1989, 183; MEYER & PARADIES 2000, 6). Entscheidungen über die Lerntätigkeiten der Schüler werden von der Lehrkraft getroffen. Charakteristisches Merkmal lehrerzentrierter Lehr-Lern-Prozesse sind der Lehrervortrag und das Stellen vieler enger Fragen durch die Lehrperson (HOFER 1997, 235; SEIFRIED 2004, 38). Der Sprachanteil des Lehrers ist damit –kaum überraschend- größer als jener der Schüler zusammen (GAGE & BERLINER 1996, 504). Eine Kommunikation findet hauptsächlich zwischen Lehrer und Schüler und weniger zwischen den Schülern untereinander statt (MEYER 1989, 183f.).
1. Problemstellung: Diese Einführung verdeutlicht die Relevanz der Untersuchung des Lehrererlebens und identifiziert eine Forschungslücke bezüglich der emotionalen Befindlichkeit von Lehrkräften bei unterschiedlichen Unterrichtsformen.
2. Emotionale Befindlichkeit: Das Kapitel definiert den Begriff der emotionalen Befindlichkeit als ein emotional-motivational geprägtes Erleben und erläutert die untrennbare Verbindung von Emotion, Motivation und Kognition.
3. Lehrerbelastung und emotionale Befindlichkeit bei Lehrkräften: Hier wird der theoretische Brückenschlag zwischen Lehrerbelastungsforschung und der emotionalen Befindlichkeit vollzogen, um die subjektive Lehrertätigkeit zu analysieren.
4. Lehrer- und schülerzentrierte Arbeitsphasen und ihr Zusammenhang zur emotionalen Befindlichkeit bei Lehrkräften: Dieses Kapitel operationalisiert die Unterrichtsformen und stellt theoriegeleitete Vermutungen über deren Einfluss auf die Dimensionen der emotionalen Befindlichkeit auf.
5. Untersuchungsdesign: Hier wird die deskriptive Vorgehensweise der Arbeit beschrieben, die auf Daten einer Videostudie basiert und die Continuous-State-Sampling-Methode (CCSM) zur Erfassung emotionaler Befindlichkeit nutzt.
6. Empirische Befunde: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse zur zeitlichen Strukturierung des Unterrichts sowie die Korrelationen zwischen Sozialformen und emotionaler Befindlichkeit der untersuchten Lehrkraft.
7. Zusammenfassung und Ausblick: Der abschließende Teil fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen, reflektiert die Ergebnisse der Untersuchung und weist auf den Bedarf für zukünftige, umfassendere Forschung hin.
Emotionale Befindlichkeit, Lehrerbelastung, schülerzentrierter Unterricht, lehrerzentrierter Unterricht, Unterrichtsphasen, Sozialformen, Lehrererleben, Continuous-State-Sampling, Videographie, Motivation, Kognition, Unterrichtsgestaltung, Arbeitszufriedenheit, empirische Forschung, Lehrkraft.
Die Forschungsarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Unterrichtsgestaltung – konkret schüler- oder lehrerzentrierten Arbeitsphasen – und der emotionalen Befindlichkeit von Lehrkräften.
Die Arbeit verknüpft die pädagogische Forschung zu Unterrichtsmethoden (schüler- vs. lehrerzentriert) mit der Lehrerbelastungsforschung und dem Konstrukt der "emotionalen Befindlichkeit" von Lehrpersonen.
Das Ziel ist es, eine bestehende Forschungslücke zu schließen und explorativ zu beleuchten, wie sich unterschiedliche unterrichtliche Arbeitsphasen auf das emotionale Erleben der Lehrkraft während ihrer Tätigkeit auswirken.
Die Arbeit stützt sich auf eine deskriptive Datenanalyse aus einer Videostudie. Zur Erfassung der emotionalen Befindlichkeit wurde die Continuous-State-Sampling-Methode (CCSM) eingesetzt, wobei Daten in 7-Minuten-Intervallen über ein PDA-Gerät durch die Lehrkraft selbst erhoben wurden.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Konstrukte, die Operationalisierung der Unterrichtsformen mittels Sozialformen, die Beschreibung des Studiendesigns sowie die empirische Auswertung und Diskussion der gewonnenen Daten.
Zentrale Begriffe sind unter anderem Emotionale Befindlichkeit, schüler- bzw. lehrerzentrierter Unterricht, Lehrererleben, Sozialformen, Unterrichtsphasen und Belastungsfaktoren.
Die Untersuchung konnte zeigen, dass sich die Lehrkraft in lehrerzentrierten Arbeitsphasen (insbesondere im Klassengespräch) signifikant stärker inhaltlich "gefordert" fühlt als in schülerzentrierten Phasen.
Da in der vorliegenden explorativen Untersuchung lediglich eine einzelne Lehrperson analysiert wurde, sind die Ergebnisse nicht ohne Weiteres auf die Allgemeinheit der Lehrerschaft übertragbar und dienen primär als Ausgangspunkt für weiterführende Studien.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

