Masterarbeit, 2013
172 Seiten, Note: sehr gut
Der Autor
Vorwort
Einleitung
1. Konzepte der Erlebnispädagogik
1.1 Kurt Hahn und die Geschichte der Erlebnispädagogik
1.1.1 Das Menschenbild Kurt Hahns
1.1.2 Gesellschafts- und Konsumkritik Kurt Hahns
1.1.3 Die vier Elemente der „Erlebnistherapie“ Kurt Hahns
1.1.4 Kommentare zum Erziehungskonzept Kurt Hahns
1.2 Von der Erlebnispädagogik zur Abenteuerpädagogik
1.2.1 Erlebnispädagogik – eine Modeerscheinung?
1.2.2 Mögliche erlebnis- und handlungsorientierte Ansätze im schulischen Kontext
1.2.3 Grundlagen des Konzepts der Abenteuerpädagogik - Project Adventure
1.2.4 Schlüsselkompetenzen für ein erfolgreiches Leben
1.2.5 Ziele der Abenteuerpädagogik
1.2.6 Das Lernzonenmodell der Abenteuerpädagogik
1.2.7 Der Prozess des Lernens im Lernzonenmodell der Abenteuerpädagogik
1.3 Handlungs- und erlebnisorientiertes Lernen im pädagogischen Handlungsfeld Schule
1.3.1 Der Einsatz von erlebnis- und handlungsorientierten Methoden im Unterricht – im Bewusstsein der Bedeutung des Menschenbildes für die Erlebnispädagogik
2. Die Erkenntnisse und Postulate der humanistischen Psychologie im Diskurs mit den Zielen der Erlebnispädagogik
2.1 Carl R. Rogers als bedeutender Vertreter der Humanistischen Psychologie
2.1.1 Das Menschenbild Carl R. Rogers`
2.1.2 Die Persönlichkeitstheorie von Carl R. Rogers
2.1.3 Die Bedeutung des Menschenbildes in der Erlebnispädagogik - in Verbindung mit der der Theorie von Carl R. Rogers
2.1.4 Die vier „Basisvariablen“ - therapeutische Grundhaltungen von Carl Rogers - als mögliche Kernkompetenzen bei der Arbeit im erlebnispädagogischen Setting
2.1.5 Kommentar zu Carl R. Rogers Persönlichkeitstheorie von Cornelius Fiedler unter dem Aspekt einer konstruktivistischen Betrachtung
2.2 Wolfgang Mutzeck (1946 – 2009) und sein handlungstheoretisches Modell
2.2.1 Das Menschenbild von Wolfgang Mutzeck
2.2.2 Mutzecks Wirklichkeitskonzeption des Menschen als ein konstruktivistisches Denkmodell
2.2.3 Mutzecks Bild vom Menschen und die daraus entstehenden möglichen Einflussfaktoren auf erlebnispädagogische Maßnahmen
3. Soziometrische Untersuchung
3.1 Stichprobenbeschreibung
3.2 Inhalt der Untersuchung
3.3 Zielsetzung der Untersuchung
3.4 Durchführung der Untersuchung
3.5 Eingesetzte Befragungsinstrumente zur Datenerhebung
3.6 Aufstellung der Soziogramme
3.7 Interpretation der soziometrischen Analyse vor dem Einsatz von erlebnis- und handlungsorientierten Methoden
3.8 Interpretation der empirischen Daten nach dem Einsatz von erlebnis- und handlungsorientierten Methoden
3.9 Auswertung der empirischen Daten drei Monate nach dem Einsatz von erlebnis- und handlungsorientierten Methoden
3.10 Fragestellungen und Hypothesen
3.11 Qualitative Untersuchung des Projektes „Abenteuer im Turnsaal“
3.11.1 Interpretation der Ergebnisse
3.11.2 Darstellung der Beobachtungen über das Sozialverhalten der Schülerinnen und Schüler der 4* Klasse als Diagramm und in Tabellenform
4. Fazit:
Die vorliegende Masterthesis untersucht den Einfluss erlebnis- und handlungsorientierter Methoden auf die Beziehungsstruktur innerhalb einer Schülergruppe der Sekundarstufe. Ziel der Arbeit ist es, empirisch aufzuzeigen, ob derartige Interventionsmaßnahmen zu einer Verbesserung des sozialen Status einzelner Schüler und zur Steigerung der Kooperationsbereitschaft sowie der Nachhaltigkeit von sozialen Lernprozessen beitragen können.
1.2.6 Das Lernzonenmodell der Abenteuerpädagogik
„Wenn du dich sicher fühlen willst, dann tu, was du schon immer konntest. Aber wenn du wachsen willst, dann gehe bis zum äußersten Ende deiner Kompetenz: Und das heißt, dass du für kurze Zeit deine Sicherheit verlierst. Wann immer du also nicht genau weißt, was du gerade tust, weißt du, dass du wächst.“ (Project Adventure, 1995)
Das Ziel jeder lernpädagogischen Aktion ist es, den Schülerinnen und Schülern mit Hilfe geeigneter Methoden Möglichkeiten zu schaffen, etwas lernen zu können. Ein gezieltes Erfassen von Zusammenhängen kann hilfreich sein, sich in der Wirklichkeit besser zurecht zu finden, bzw. die eigene Wirklichkeit bewusst mitzugestalten (Senninger 2000, S. 18).
Um in einen Lernprozess gehen zu können, müssen drei Vorbedingungen gegeben sein:
Lernvoraussetzungen in der Abenteuerpädagogik:
Notwendigkeit: Erste Vorbedingung für das Lernen ist ein gewisses Maß an Unzufriedenheit, Problembewusstsein, Irritation oder Chaos. Gerade die Unzufriedenheit wird von Senninger als Motivationsgrundlage zur Veränderung gesehen (2000, S. 19). Um neue Erfahrungen machen zu können und zu wollen, bedarf es somit des Zweifels an bisher Erlebtem und Erfahrenem. Dadurch wird ein „Vergleich zwischen Begriff und Gegenstand“ angestellt und aus dieser Differenz eine Kritik gegenüber dem selbst Erlebten aufgebaut (Schenz 2006; nach Kessler et al. 1973, S. 381). Für Mutzeck erlangt der Mensch ein subjektives Wohlbefinden durch Handlungen, die Bedürfnisse befriedigen. Diese Handlungen entwickeln sich aus dem Erleben eines Mangels und der daraus resultierenden Intention und aus dem Wollen, an diesem Zustand etwas zu ändern (2000, S. 55). „Lernen findet an dem Punkt statt, wo das Individuum seinen „Komfortbereich“ gerade verlässt und in unerforschtes Territorium vordringt. In diesem Moment wagt sich die Person an die eigenen Grenzen: Sie kommt an den - kritischen Moment -“ (Senninger 2000, S. 19).
1. Konzepte der Erlebnispädagogik: Dieses Kapitel führt in die historischen und theoretischen Grundlagen der Erlebnispädagogik ein, insbesondere das Konzept von Kurt Hahn sowie die Abenteuerpädagogik nach dem Modell von Project Adventure.
2. Die Erkenntnisse und Postulate der humanistischen Psychologie im Diskurs mit den Zielen der Erlebnispädagogik: Hier werden die Persönlichkeitstheorien von Carl R. Rogers und das handlungstheoretische Modell von Wolfgang Mutzeck als Fundament für ein wertschätzendes und autonomieförderndes pädagogisches Handeln analysiert.
3. Soziometrische Untersuchung: Dieser empirische Teil beschreibt die Durchführung soziometrischer Erhebungen zur Beziehungsstruktur in Schülergruppen vor und nach gezielten erlebnispädagogischen Interventionen, visualisiert durch Soziogramme.
4. Fazit:: Im Fazit werden die Ergebnisse der Untersuchung reflektiert, wobei die Wirksamkeit erlebnispädagogischer Methoden zur Stärkung sozialer Kompetenzen und zur Sensibilisierung für Gruppenbeziehungen hervorgehoben wird.
Erlebnispädagogik, Abenteuerpädagogik, Soziometrie, Gruppenkohäsion, Lernzonenmodell, Carl R. Rogers, Menschenbild, Sozialverhalten, Intervention, Kooperationsbereitschaft, Schulerziehung, Reflexion, Selbstwirksamkeit, Interaktionsspiele, Persönlichkeitsentwicklung.
Die Arbeit untersucht den Einsatz erlebnis- und handlungsorientierter Methoden im Schulunterricht und deren Auswirkungen auf die Beziehungsstrukturen und das Sozialverhalten innerhalb einer Schülergruppe.
Der empirische Teil stützt sich auf die Soziometrie, um die sozialen Bindungen innerhalb der Gruppe vor und nach den Interventionen quantitativ zu erfassen und mittels Soziogrammen grafisch darzustellen.
Es dient dazu, Lernprozesse durch das Verlassen der Komfortzone und das bewusste Eintreten in den Grenzbereich (Wachstumszone) zu initiieren, um neue Erfahrungen und Kompetenzen zu ermöglichen.
Als theoretisches Fundament dienen die Erlebnispädagogik von Kurt Hahn sowie die humanistische Psychologie von Carl R. Rogers und das handlungstheoretische Modell von Wolfgang Mutzeck.
Es wurde qualitativ untersucht, inwiefern dieses schülerzentrierte Projekt positive Einflüsse auf das Sozialverhalten der Schülerinnen und Schüler einer Regelklasse im Kontakt mit einer Sonderschulklasse hatte.
Der kritische Moment ist die Übergangsphase von der Komfort- zur Wachstumszone, in der Unsicherheit und Angst auftreten, die jedoch für echtes Wachstum notwendig sind.
Die Lehrperson fungiert als empathische Prozessbegleiterin, die durch Basisvariablen wie bedingungsfreie Wertschätzung und Authentizität ein sicheres Lernumfeld schafft, ohne die Autonomie der Schüler einzuschränken.
Die Cliquenbildung wird als möglicher Erklärungsfaktor für auftretende Spannungen innerhalb der Gruppe identifiziert und mittels soziometrischer Netzwerkanalyse visualisiert.
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