Examensarbeit, 2014
86 Seiten, Note: 1,33
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
1 EINLEITUNG
1.1 Wassermangel und seine Ursachen
1.1.1 Natürlicher Wassermangel
1.1.2 Anthropogener Wassermangel
1.2 Fragestellung und Aufbau der Arbeit
1.3 Forschungsstand und Quellenlage
1.4 Methodische Vorgehensweise
1.4.1 Rapid Rural Appraisal (RRA)
1.4.2 Umsetzung
1.4.3 Bewertung der angewendeten Methoden
1.4.4 Objektivität
1.4.5 Reliabilität
1.4.6 Validität
1.4.7 Unterschiede zwischen Theorie und Praxis
2 VORSTELLUNG DES UNTERSUCHUNGSGEBIETES
2.1 Die geographische Einordnung Gunung Kiduls
2.2 Exkurs: Karst
2.3 Indonesien im Wandel der Zeit – ein historischer Überblick
2.4 Die historische Rolle Gunung Kiduls
2.5 Indonesien zwischen Armut und Reichtum
2.6 Exkurs: Grüne Revolution
2.7 Aktueller Entwicklungsstand Gunung Kiduls
2.8 Klimavoraussetzungen
3 INTEGRIERTES WASSERRESSOURCENMANAGEMENT. STRATEGIEN IN DIE (UN)ABHÄNGIGKEIT
3.1 Entwicklung
3.2 Beschreibung der Bribin Anlage
3.3 Entwicklungsziele
3.4 Untersuchungsergebnisse 2012 und Projektevaluation
3.4.1 Sozioökonomische Entwicklung
3.4.2 Wassermanagement
3.4.3 Wirtschaftliche Entwicklung
3.4.4 Situation der Landwirtschaft
3.4.5 Ursachen
3.5 Zwischenfazit
4 AUSBLICK
4.1 Rolle der Multiplikatoren
4.2 Verbesserungsansätze
4.2.1 Politische Maßnahmen
4.2.2 Projektplanung
4.2.3 Alternativen
4.2.4 Capacity Building
4.2.5 Finanzierungssicherung
5 INTEGRIERTES WASSERRESSOURCENMANAGEMENT IM BILDUNGSKONTEXT
5.1 Einordnung
5.2 Unterrichtsbeispiel
5.2.1 Einstieg (ca. 20 min)
5.2.2 Erarbeitungsphase (ca. 50 min)
5.2.3 Sicherungsphase (20 min)
5.3 Didaktisch-Methodische Anmerkungen
5.4 Bewertung der Unterrichtseinheit
6 SCHLUSSBETRACHTUNG
6.1 Fazit
6.2 Deutsche Zusammenfassung
6.3 English Summary
Die Arbeit evaluiert das „IWRM Indonesien Projekt“ in der Region Gunung Kidul rückblickend auf dessen Erfolg in Bezug auf die Wasserversorgung und sozioökonomische Lebensbedingungen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, ob das Vorhaben erfolgreich war und wie die gewonnenen Erkenntnisse für zukünftige Projekte oder im Bildungskontext genutzt werden können.
1.1.2 Anthropogener Wassermangel
Wie bereits erläutert führen die steigende Weltbevölkerung und der wachsende Wohlstand zu einem erhöhten Wasserbedarf. Weiterhin begünstigen beide Faktoren die Viehhaltung, die ebenfalls sehr wasseraufwändig ist. Bei nicht-vegetarischer Ernährung werden für die Produktion von 1000 kcal Fleisch bei Stallhaltung ca. 4000 l Wasser benötigt oder den knapp achtfachen Bedarf für Getreide. Der gravierende Unterschied ergibt sich dadurch, dass fast 90% des Futters zur Lebenserhaltung der Tiere dient. Folglich gelangt lediglich 1/10 des Futters in den Aufbau von Fleisch. Laut Empfehlungsstandards der FAO (UN FOOD AND AGRICULTURE ORGANIZATION) werden 600 kcal tierische Nahrungsmittel pro Tag und Kopf empfohlen. Somit beansprucht eine Person pro Tag 2400 l Wasser für die Fleischernährung. Hinzukommen die weiteren Nahrungsmittel und in der Summe ergibt eine ausgewogene Ernährung einen Bedarf von 3600 l/Tag. Das entspricht der 25-fachen Tagesmenge für Trink-, Sanitär- und Industriewasser zusammen (MAUSER & WIEGANDT 2007: 176 – 178). An dieser Stelle wird deutlich, dass nicht alle 7,2 Milliarden Menschen denselben Wohlstand haben können, da die Süßwasservorkommen, wie im vorigen Abschnitt erläutert, begrenzt sind und sogar aktuell zu Konflikten führen. Dennoch findet man aus anthropologischer Sicht streng genommen keine Überbevölkerung und keinen Wassermangel, sondern ausreichende Wasservorräte und zu wenig Menschen, die diese Ressource richtig verwalten. Eine Ursache ist die Verunreinigung von Wasser, die eine Weiternutzung erschwert oder sogar unmöglich macht. Immer häufiger werden in Grundwässern Rückstände von Pestiziden, Arzneimitteln wie der Antibabypille oder der Weichmacher Bisphenol A nachgewiesen.
1 EINLEITUNG: Einführung in die globale Wasserproblematik und Darstellung des spezifischen Projekts in Gunung Kidul als Fallbeispiel für IWRM.
2 VORSTELLUNG DES UNTERSUCHUNGSGEBIETES: Geographische, historische und sozioökonomische Beschreibung der Region Gunung Kidul sowie Erläuterung der Karst-Problematik.
3 INTEGRIERTES WASSERRESSOURCENMANAGEMENT. STRATEGIEN IN DIE (UN)ABHÄNGIGKEIT: Detailanalyse der Bribin-Anlage, ihrer Ziele und der sozioökonomischen Ergebnisse der Projektevaluation vor Ort.
4 AUSBLICK: Reflexion über die Übertragbarkeit der Projektergebnisse auf andere Regionen und Diskussion von Verbesserungspotenzialen für künftige Vorhaben.
5 INTEGRIERTES WASSERRESSOURCENMANAGEMENT IM BILDUNGSKONTEXT: Vorstellung eines konkreten Unterrichtsentwurfs, der die komplexe Wasserproblematik für den Geographieunterricht an Gymnasien aufbereitet.
6 SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassendes Fazit zur Wirksamkeit des IWRM-Indonesien-Projekts sowie kurze Zusammenfassung der Arbeit in Deutsch und Englisch.
IWRM, Gunung Kidul, Indonesien, Wasserressourcenmanagement, Wasserknappheit, Karst, Bribin, Entwicklungshilfe, Sozioökonomie, Nachhaltigkeit, Geographieunterricht, Feldstudien, Rapid Rural Appraisal, Wasserversorgung, Landwirtschaft
Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Evaluation des „IWRM Indonesien Projekts“, das in der karstgeprägten Region Gunung Kidul zur Verbesserung der Wasserversorgung implementiert wurde.
Zentrale Themen sind die geographischen und klimatischen Bedingungen der Region, die historische Entwicklung der lokalen Wasserbeschaffung sowie die sozioökonomische Evaluation der technischen Maßnahmen des Projekts.
Das Hauptziel ist es, das Projekt rückblickend repräsentativ zu evaluieren, um festzustellen, ob es erfolgreich war und inwiefern die gewonnenen Erkenntnisse als Modell für andere Regionen dienen können.
Der Autor nutzte eine Kombination aus Literaturrecherche und qualitativen Feldstudien vor Ort, wobei insbesondere der „Rapid Rural Appraisal“ (RRA)-Ansatz und „Focus Group Discussions“ (FGD) eingesetzt wurden.
Im Hauptteil werden die Beschreibung der Bribin-Anlage, die Ergebnisse der Projektevaluation 2012 sowie der Einfluss der verbesserten Wasserverfügbarkeit auf die sozioökonomische Entwicklung und Landwirtschaft in Gunung Kidul detailliert analysiert.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie IWRM, Wasserknappheit, Karst, sozioökonomische Entwicklung, Projektevaluation und Wasserressourcenmanagement in Schwellenländern charakterisieren.
Die Region gilt als eine der ärmsten in Indonesien und leidet aufgrund des zerklüfteten Karstuntergrundes unter extremem Wassermangel, was sie zu einem idealen Beispiel für die Erforschung technischer und sozialer Lösungsansätze macht.
Neben der technischen Evaluation entwickelt der Autor einen konkreten Unterrichtsentwurf, um Schülern an Gymnasien ein Bewusstsein für die globale Wasserproblematik anhand dieses praxisnahen Beispiels zu vermitteln.
Der Autor bewertet das Projekt zum aktuellen Stand als nicht erfolgreich, da nur eine Minderheit profitiert und die sozioökonomischen Lebensbedingungen sich nicht signifikant verbessert haben, erkennt jedoch die technische Pionierarbeit an.
Der Autor untersucht die Möglichkeiten, wie das erprobte IWRM-Modell unter Berücksichtigung spezifischer Voraussetzungen (wie Aridität und Armut) auf andere Regionen übertragen werden kann, um dort als Multiplikator zu fungieren.
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