Doktorarbeit / Dissertation, 2014
509 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Verortung in der Wissenschaft
2.1 Handelswissenschaft als Spezialgebiet der Betriebswirtschaftslehre
2.2 Interdependenzen ausgewählter Forschungsansätze
3 Vertragshandel der Automobilwirtschaft
3.1 Reformen in China und der Beginn der Automobilwirtschaft
3.2 Absatzkanäle der Automobilwirtschaft
3.3 Einflussfaktoren auf die Gestaltung des Geschäftsmodells
3.3.1 Ausrichtung der Betriebsformen und -typen am Kunden
3.3.2 Prozessuale Betrachtung der Händlernetzplanung
3.3.3 Vertragliche Bindung der Investoren
3.3.3.1 Gestaltung des Geschäftsmodells durch Verträge
3.3.3.2 Vollständigkeit und Spezifität der Verträge
3.4 Händlerzufriedenheit und Netzbereinigung
4 Investitionsentscheidungen in ein Autohaus und die Problematik der Messung
4.1 Prozess einer Investitionsentscheidung
4.2 Bewertung von Investitionsalternativen in Praxis und Wissenschaft
4.3 Verfahrenstypen zur Präferenzmessung von Investoren
5 Empirische Ansätze zur Ermittlung von Eigenschaften mit Einfluss auf die Präferenzen
5.1 Empirische Grundlage der Gruppendiskussion und der Experteninterviews
5.2 Personen- und unternehmensbezogene Eigenschaften
5.3 Ressourcenbezogene Eigenschaften
5.4 Objektspezifische Eigenschaften
5.4.1 Ergebnisse der Gruppendiskussion
5.4.2 Merkmale und Ausprägungen eines Geschäftsmodells
5.5 Darstellung des Forschungsmodells und der Hypothesen
6 Messung von Präferenzen
6.1 Messung der objektbezogenen Eigenschaften mit der Conjoint-Analyse
6.1.1 Varianten der Conjoint-Analyse
6.1.2 Auswahl eines geeigneten Verfahrens zur Messung der Franchise-Attraktivität
6.1.3 Durchführung einer Conjoint-Analyse
6.2 Durchführung einer Adaptiven Conjoint-Analyse
6.2.1 Ablauf einer Adaptiven Conjoint-Analyse
6.2.2 Ermittlung der Teilnutzwerte im kompositionellen Teil
6.2.3 Ablauf der Paarvergleichsphase im dekompositionellen Teil
6.2.4 Kalibrierung der Teilnutzwerte und Ermittlung der Validität
6.3 Mögliche Herausforderungen bei der Datenerhebung in China
6.4 Erhebung, Reinigung und Analyse der Daten
7 Ergebnisse der empirischen Studie
7.1 Investorenbezogene Eigenschaften
7.1.1 Unternehmensbezogene Eigenschaften
7.1.2 Personen- und ressourcenbezogene Eigenschaften
7.2 Präferenzstrukturen von Investoren im Automobilhandel
7.3 Money-Only und Lifestyle Investorentypen
7.4 Einfluss auf die Präferenzen von Investoren
7.4.1 Unternehmensbezogene Eigenschaften
7.4.2 Personenbezogene Eigenschaften
7.4.3 Ressourcenbezogene Eigenschaften
8 Diskussion und Ableitung von Handlungsempfehlungen
8.1 Diskussion der Ergebnisse
8.2 Handlungsempfehlungen für Wissenschaft und Praxis
Ziel der Arbeit ist es, die Franchise-Attraktivität aus der Perspektive potenzieller Investoren im chinesischen Automobilmarkt zu analysieren, um so Erkenntnisse für eine investorenorientierte Gestaltung von Geschäftsmodellen zu gewinnen.
1.1 Problemstellung der Arbeit
Während der Automobilmarkt in Westeuropa in den vergangenen Jahren geschrumpft ist, wächst der Absatz in der Volksrepublik China seit Jahren stetig an. Heute ist China der größte Automobilmarkt der Welt (vgl. VDA, 2012, online). Damit verbunden steigt auch der Bedarf an Investoren, die als Vertragshändler in den indirekten Vertriebssystemen der Hersteller den Absatz der Fahrzeuge übernehmen. Hieraus ergeben sich verschiedene Forschungsfragen, die sowohl praktische als auch wissenschaftlich-theoretische Relevanz aufweisen.
Bevor ein Investor allerdings in ein Vertriebssystem eines Herstellers investiert, muss der Hersteller den Bedarf an Investoren ermitteln. Hierzu führt er eine Händlernetzplanung durch. Im Rahmen der Händlernetzplanung ermittelt der Hersteller potentielle Standorte für neue Autohäuser. Stehen diese fest, so werden sie idealerweise vom Hersteller ausgeschrieben. Bei der Auswahl eines Investors für einen Standort stellen die Hersteller verschiedene Anforderungen an die Bewerber, die jeweils von verschiedenen Einflussfaktoren abhängen. Entscheidet sich ein Hersteller für einen Investor, so wird die Kooperation zwischen den beiden Unternehmen vertraglich vereinbart.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das starke Wachstum des chinesischen Automobilmarktes und die daraus resultierende Notwendigkeit, Investoren strategisch in die Händlernetzplanung einzubinden.
2 Verortung in der Wissenschaft: Dieses Kapitel ordnet die Arbeit in die Handelswissenschaft ein und erläutert den interdisziplinären Ansatz unter Einbeziehung von Betriebswirtschaftslehre, Soziologie und Psychologie.
3 Vertragshandel der Automobilwirtschaft: Es wird die historische Entwicklung des chinesischen Automobilmarktes nachgezeichnet und der Prozess der Händlernetzplanung sowie die vertragliche Bindung von Investoren analysiert.
4 Investitionsentscheidungen in ein Autohaus und die Problematik der Messung: Hier wird der Investitionsentscheidungsprozess in Autohäuser theoretisch hergeleitet und die Problematik der Bewertung von Investitionsalternativen in der Praxis diskutiert.
5 Empirische Ansätze zur Ermittlung von Eigenschaften mit Einfluss auf die Präferenzen: Dieses Kapitel erläutert die methodische Grundlage der empirischen Studien, einschließlich der Gruppendiskussionen und Experteninterviews zur Identifikation relevanter Merkmale.
6 Messung von Präferenzen: Dieser Abschnitt widmet sich der methodischen Messung von Investorenpräferenzen, wobei insbesondere die Durchführung der Adaptiven Conjoint-Analyse im Detail beschrieben wird.
7 Ergebnisse der empirischen Studie: Die Ergebnisse der Onlinebefragung unter 298 chinesischen Investoren werden präsentiert, wobei insbesondere die Präferenzstrukturen und Investorentypen analysiert werden.
8 Diskussion und Ableitung von Handlungsempfehlungen: Das abschließende Kapitel diskutiert die gewonnenen Erkenntnisse kritisch und leitet daraus Handlungsempfehlungen für die Automobilwirtschaft und die Handelsforschung ab.
Franchise-Attraktivität, Automobilhandel, Volksrepublik China, Investoren, Conjoint-Analyse, Händlernetzplanung, Geschäftsmodell, Investorengewinnung, Präferenzstrukturen, Rentabilität, Herstellermarke, Guanxi, Risikobereitschaft, Vertragshandel, Unternehmensführung.
Die Arbeit untersucht die Attraktivität von Franchise-Geschäftsmodellen für Investoren im markengebundenen Automobilhandel der Volksrepublik China.
Die zentralen Felder umfassen die Händlernetzplanung, Investitionsentscheidungen von Vertragshändlern, die Messung von Präferenzen mittels Conjoint-Analyse sowie den Einfluss von Netzwerken (Guanxi) und Ressourcen auf den Investitionserfolg.
Das primäre Ziel ist es, einen neuen Weg aufzuzeigen, wie rechtlich und wirtschaftlich selbständige Investoren durch die Hersteller in die Gestaltung des Handels stärker einbezogen werden können, indem ihre spezifischen Präferenzen und Anforderungen berücksichtigt werden.
Es werden eine umfangreiche Literaturrecherche, Gruppendiskussionen mit Branchenexperten, Experteninterviews sowie als Kernmethode eine Adaptive Conjoint-Analyse (ACA) zur Präferenzmessung unter 298 chinesischen Investoren eingesetzt.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Verortung, die Analyse des chinesischen Automobilmarktes, die Vorstellung der Untersuchungsmethodik und die detaillierte Darstellung sowie Diskussion der empirischen Ergebnisse.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Franchise-Attraktivität, Investorenpräferenzen, chinesischer Automobilmarkt, Conjoint-Analyse und Händlernetzsteuerung beschreiben.
Dies sind zwei durch die Untersuchung identifizierte Investorengruppen: "Money-Only"-Investoren fokussieren primär auf kurzfristige monetäre Kennzahlen (Rentabilität), während "Lifestyle"-Investoren eine stärkere Bindung an die Marke aufweisen und nicht-finanzielle Aspekte stärker gewichten.
Der Autor argumentiert, dass herkömmliche Zufriedenheitsstudien ("Gap 5") nur eine ex-post Bewertung liefern. Die Messung von "Gap 1" – also der Erwartungen der Investoren vor der Investition – erlaubt es Herstellern, Geschäftsmodelle proaktiv an den Anforderungen potenzieller Investoren auszurichten.
Guanxi (Netzwerke zu Regierungsvertretern) ist ein kritischer Erfolgsfaktor in China, da diese Netzwerke den Zugang zu Ressourcen wie Kapital, Grundstücken und Arbeitskräften erleichtern und somit die Wettbewerbsfähigkeit des Investors steigern können.
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