Diplomarbeit, 2013
88 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Zygmunt Baumans gegenwartsdiagnostische Theorien
2.1 Moderne, Postmoderne, Flüchtige Moderne – Die Entwicklung der gegenwartsdiagnostischen Theorien Zygmunt Baumans
2.1.1 Die Moderne und der Holocaust
2.1.2 Ambivalenz und Postmoderne
2.1.3 Die Flüchtige Moderne
2.2 Von Festem und Flüssigem – Eine Zusammenfassung
3 Die Einordnung des Mubarak-Regimes und des Internets in die gegenwartsdiagnostische Theorien Zygmunt Baumans
3.1 Das Mubarak-Regime als feste Struktur moderner Ordnung
3.1.1 Eine kurze Historie der politischen Landschaft Ägyptens
3.1.2 Die ägyptische Gesellschaft vor der Revolution
3.1.3 Ägypten vor der Revolution – feste Strukturen moderner Ordnung
3.2 Das Internet als Flüchtige Struktur
3.2.1 Eine kurze Historie des Internets
3.2.2 Das Internet und die Gesellschaft: Technikdeterminismus, Sozialdeterminismus oder dialektischer Ansatz?
3.2.3 Das Internet als vorauseilendes Element der Flüchtigen Moderne
3.3 Darlegung der besonderen Qualität des Aufeinandertreffens des Internets mit dem Mubarak-Regime
4 Feste Strukturen im Angesicht flüchtiger Ströme
4.1 Frühphase: Etwas Flüchtiges dringt ein (1990 – 2010)
4.2 Hauptphase: Revolution! (Januar – März 2011)
4.3 Spätphase: Quo vadis Revolution 2.0? (März 2011 - August 2013)
5 Resümee
5.1 Ergebnis und Zusammenfassung der wichtigsten Punkte
5.2 Weiterführende Diskussion
6 Anmerkungen
6.1 Anmerkungen zur Schreibweise arabischer Namen
6.2 Anmerkungen zu den verwendeten Abbildungen
Diese Arbeit untersucht unter der theoretischen Perspektive von Zygmunt Baumans „Flüchtiger Moderne“ das Spannungsfeld zwischen traditionell festen, autokratischen Ordnungsstrukturen und dem eindringenden, flüchtigen Element des Internets. Anhand des Fallbeispiels der ägyptischen Revolution 2011 wird analysiert, wie sich feste politische Strukturen gegenüber technologisch induzierten Verflüchtigungsprozessen verhalten und welche Rolle das Internet als Medium des Widerstands sowie als Beschleuniger sozialen Wandels einnimmt.
3.1.2 Die ägyptische Gesellschaft vor der Revolution
In Ägypten leben derzeit ca. 85 Millionen Menschen, 28% von ihnen sind Analphabeten und nur 15% der Schulabsolventen schaffen den Universitätsabschluss. 21% der Bevölkerung verdienen unterhalb der nationalen Armutsgrenze (unter 1,25 US-Dollar am Tag), betrachtet man die internationale Armutsgrenze (unter 2,5 US-Dollar am Tag) sind es sogar 42% (vgl. Habashi 2012, S. 78). Etwa die Hälfte der Menschen lebt in den urbanen Gebieten, wobei Kairo mit 16 Millionen Einwohnern das Zentrum bildet, während die andere Hälfte und der zeitgleich ärmste Teil der Bevölkerung als Bauern auf dem Lande lebt. Gemeinsam mit den kleinen Handwerkern und Tagelöhnern der Städte bilden sie die soziale Unterschicht Ägyptens, welche am Existenzminimum lebt und gerade einmal die täglichen Ernährungsbedürfnisse befriedigen kann.
Alle diese Gruppen werden getrennt durch ein klares Klassenbewusstsein, welches ein wesentlicher Bestandteil der ägyptischen Gesellschaft ist und die hierarchischen Verhältnisse ordnet. „Es ist für jeden Ägypter normal, sein Gegenüber automatisch einer bestimmten Gesellschaftsgruppe zuzuordnen [...]. Die ganze Gesellschaft folgt klassenabhängigen, ungeschriebenen Verhaltensregeln und Kleidungsnormen, die jeder kennt, und die es ermöglichen, andere in den jeweiligen hierarchischen Schichten zu verorten“ (Habashi 2012, S. 79). Sozialkontakte beschränken sich auf die eigene Familie und den gegebenen Klassenrahmen, klassenübergreifende Kontakte oder sogar Beziehungen kommen so gut wie nicht vor. Noch strenger verhält es sich in den ländlichen Bereichen, wo alte Traditionen und feste Rollenbilder die Handlungsspielräume in jedem Lebensabschnitt vorherbestimmen und Abweichungen mit sozialem Ausstoß bestraft werden.
1 Einleitung: Einführung in die Problematik der zunehmenden Verflüchtigung gesellschaftlicher Strukturen nach Zygmunt Bauman und Herleitung der Forschungsfrage anhand der ägyptischen Revolution.
2 Zygmunt Baumans gegenwartsdiagnostische Theorien: Detaillierte Darstellung von Baumans Theoriegebäude, von der festen Moderne über die Postmoderne bis hin zur aktuellen Phase der Flüchtigen Moderne.
3 Die Einordnung des Mubarak-Regimes und des Internets in die gegenwartsdiagnostische Theorien Zygmunt Baumans: Theoretische Kategorisierung des ägyptischen Staates als „feste Struktur“ und des Internets als „flüchtige Struktur“ im Sinne der Bauman’schen Terminologie.
4 Feste Strukturen im Angesicht flüchtiger Ströme: Empirische Untersuchung des Aufeinandertreffens von Mubarak-Regime und Internet in drei Phasen: Vor der Revolution, während der Revolutionsereignisse 2011 und in der Spätphase nach dem Sturz des Regimes.
5 Resümee: Zusammenführung der Analyseergebnisse, Beantwortung der Forschungsfrage und kritische Reflexion des Spannungsfeldes zwischen staatlicher Ordnung und digitaler Flüchtigkeit.
6 Anmerkungen: Erläuterungen zur Transkription arabischer Namen sowie zu den verwendeten Bildrechten.
7 Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Literatur und Online-Ressourcen.
Zygmunt Bauman, Flüchtige Moderne, Ägyptische Revolution, Mubarak-Regime, Internet, Soziale Netzwerke, Digitalisierung, Ambivalenz, Gesellschaftlicher Wandel, Arabischer Frühling, Klassengesellschaft, Macht, Widerstand, Informationstechnologie, Netzwerkgesellschaft
Die Arbeit analysiert, wie moderne, feste Staatsstrukturen auf die Dynamik digitaler, „flüchtiger“ Netzwerke reagieren, unter Anwendung der soziologischen Theorien von Zygmunt Bauman.
Die zentralen Felder sind die Soziologie der Moderne nach Bauman, politische Umbrüche in autokratischen Systemen (Ägypten) und die Rolle neuer Medien als Motor für gesellschaftlichen Wandel.
Das Ziel ist es zu untersuchen, ob und wie flüchtige digitale Strukturen in der Lage sind, starre, repressive politische Ordnungen zu durchdringen und diese in ihren Machtstrukturen zu schwächen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische soziologische Erkenntnisse auf das Fallbeispiel der ägyptischen Revolution 2011 überträgt.
Der Hauptteil befasst sich mit der Charakterisierung des Mubarak-Regimes als festes Ordnungssystem und dem Internet als vorauseilendes Element der Flüchtigen Moderne sowie der Analyse des Konflikts zwischen beiden während des Arabischen Frühlings.
Die wichtigsten Begriffe sind Flüchtige Moderne, Mubarak-Regime, Internet, Arabischer Frühling, Macht, Ambivalenz und gesellschaftlicher Wandel.
Das Internet ermöglichte die Akkumulation von Dissens jenseits staatlicher Kontrolle, diente der Organisation des Widerstands und entzog dem Regime die monopolistische Kontrolle über den Informationsfluss.
Die Revolution war zwar durch flüchtige Netzwerke mobilisiert, doch fehlte diesen Strukturen die notwendige langfristige Kohäsion und Solidarität, um die vakanten politischen Machtpositionen nachhaltig und demokratisch neu zu besetzen.
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