Masterarbeit, 2015
98 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Konsum: Definition und Eingrenzung
1.2 Die „Konsumgesellschaft“
2 Konsumsozialisation
2.1 Sozialisation
2.2 Konsumsozialisation von Kindern und Jugendlichen
2.3 Konsumsozialisationsbedingungen
2.3.1 Habitus
2.3.2 Lebensstile
2.3.3 Veränderung der Konsumkultur
2.3.4 Werbung
2.3.5 Mode
2.3.6 Marken
2.4 Funktionen von Konsum
2.4.1 Bedürfnisbefriedigung
2.4.2 Inklusion/Exklusion
2.4.3 Identität
2.4.4 Kompensation
2.4.5 Glück
3 Die kritischen Perspektiven auf Konsum und die Verantwortung der Konsument*innen
3.1 Konsumkritik
3.1.1 Konsumkritik bis in die 1970er Jahre
3.1.2 Aktuelle Konsumkritik
3.2 Konsument*innensouveränität
3.3 Konsument*innenverantwortung
3.3.1 Dimensionen der Konsumverantwortung
3.3.2 Barrieren der Konsumverantwortung
3.3.3 Weitere Akteure im Kontext Konsumverantwortung
3.4 Verantwortung aus erziehungswissenschaftlicher Perspektive
3.5 Zwischenfazit: Konsumsozialisation und Konsumverantwortung
4 Politische Bildung und Konsumverantwortung
4.1 Einführung in die politische Bildung
4.1.1 Bildung
4.1.2 Grundlegendes zur politischen Bildung
4.1.3 Kritische Perspektive auf (politische) Bildung
4.2 Praxisfelder politischer Bildung
4.3 Zielsetzung der politischen Bildung
4.4 Didaktik und Methodik der politischen Bildung
4.5 Spezifische Aufgabenfelder der politischen Bildung im Kontext Konsumverantwortung
4.5.1 Politische Bildung und ökonomische Bildung
4.5.2 Politische Bildung und moralisches Lernen
4.5.3 Politische Bildung und nachhaltiges Lernen
4.5.4 Politische Bildung und globales Lernen
4.5.5 Politische Bildung als direkte Konsument*innenbildung
4.6 Zwischenfazit: Konsumverantwortung und politische Bildung
5 Fazit: Konsumverantwortung zwischen Konsumsozialisation und politischer Bildung
Die Arbeit untersucht, inwiefern Konsumverantwortung aus einer erziehungswissenschaftlichen Perspektive in einem Spannungsverhältnis zwischen Konsumsozialisation und politischer Bildung steht. Ziel ist es, die pädagogische Verortung dieser beiden Einflussfaktoren und deren Zusammenspiel im Kontext privater Konsumentscheidungen zu analysieren.
1 Einleitung
Konsum ist ein fester Bestandteil der gesellschaftlichen Realität (vgl. Schrage 2009: 7) und findet steigende Beachtung in der Öffentlichkeit und Forschung (vgl. Hellmann 2013: 7). Er besitzt grundlegende ökonomische Bedeutung (vgl. Rosa 2011: 115) und erfüllt mannigfaltige Funktionen auf gesellschaftlicher und individueller Ebene (vgl. Bögenhold/Fachinger 2007: 22) wird dabei aber auch kritisch taxiert. Heute werden vor allem soziale und ökologische Aspekte problematisiert (vgl. Heidbrink/Schmidt/Ahaus 2011: 10), wie z.B. ausbeuterische Arbeitsverhältnisse in der Text- oder Elektronikindustrie oder Plastikabfall als Folgeproblem von Konsum. Vor dem Hintergrund dieser Probleme stellt sich die Frage, wer die Verantwortung dafür trägt.
In diesem Kontext rückt auch die Verantwortung der privaten Konsument*innen zunehmend in den Fokus (vgl. Ahaus/Heidbrink/Schmidt 2009: 3). Die pädagogische Relevanz der Thematik zeigt sich spätestens in der Konfrontation von Kindern und Jugendlichen mit dem Thema Konsumverantwortung im Zuge der politischen Bildung in pädagogischen Institutionen. Die Konsumverantwortung hat also bereits Einzug in die pädagogisch-institutionelle Praxis gehalten, wird in der Theorie jedoch kaum thematisiert. In dieser Arbeit wird der Versuch unternommen, die Konsumverantwortung aus einer erziehungswissenschaftlichen Perspektive zu verorten.
Nach Fend (1969) ist die Sozialisationsforschung für die Erziehungswissenschaft besonders relevant, weil aus dieser Perspektive die Folgen erzieherischen Verhaltens untersucht und eingeordnet werden können (vgl. S. 11). Fend unterscheidet zwischen „Sozialwerdung“ im Sinne der ungerichteten Sozialisation und der „Sozialmachung“ im Sinne von gezielter pädagogischer Beeinflussung. Im Kontext dieser Arbeit wird die Konsumverantwortung zwischen der „Sozialwerdung“ im Sinne der Konsumsozialisation und der „Sozialmachung“ im Sinne der politischen Bildung betrachtet. Die Hauptfragestellung dieser Arbeit lautet folglich: Inwiefern steht die Konsumverantwortung aus erziehungswissenschaftlicher Perspektive im Spannungsverhältnis von Konsumsozialisation und politischer Bildung?
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz von Konsum und Konsumverantwortung ein und leitet die zentrale Forschungsfrage zum Spannungsverhältnis zwischen Konsumsozialisation und politischer Bildung ab.
2 Konsumsozialisation: Dieses Kapitel erläutert den komplexen Prozess der Konsumsozialisation, die relevanten Sozialisationsinstanzen sowie die Funktionen von Konsum für das Individuum.
3 Die kritischen Perspektiven auf Konsum und die Verantwortung der Konsument*innen: Hier werden die historischen und aktuellen Diskurse der Konsumkritik sowie die Konzepte der Konsument*innensouveränität und -verantwortung analysiert.
4 Politische Bildung und Konsumverantwortung: Dieses Kapitel betrachtet die Konzepte von Bildung und politischer Bildung und zeigt verschiedene Praxisfelder und Aufgabenfelder im Kontext der Konsumverantwortung auf.
5 Fazit: Konsumverantwortung zwischen Konsumsozialisation und politischer Bildung: Das Fazit führt die Ergebnisse der vorangegangenen Kapitel zusammen und beantwortet die Hauptfragestellung zur Verortung von Konsumverantwortung im pädagogischen Spannungsfeld.
Konsumverantwortung, Konsumsozialisation, Politische Bildung, Konsumgesellschaft, Sozialwerdung, Sozialmachung, Konsument*innensouveränität, Verantwortungsfähigkeit, Nachhaltigkeit, Konsumkritik, Bildung, Erziehung, Partizipation, Mündigkeit, Konsument*innenbildung
Die Arbeit untersucht die Konsumverantwortung aus einer erziehungswissenschaftlichen Perspektive und analysiert das Spannungsverhältnis zwischen Konsumsozialisation und politischer Bildung.
Zentrale Themen sind die theoretische Herleitung von Konsumsozialisation, die kritische Auseinandersetzung mit Konsumdiskursen sowie die Möglichkeiten und Grenzen politischer Bildung bei der Förderung von verantwortlichem Konsumhandeln.
Die Forschungsfrage lautet: Inwiefern steht die Konsumverantwortung aus erziehungswissenschaftlicher Perspektive im Spannungsverhältnis von Konsumsozialisation und politischer Bildung?
Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre Herangehensweise unter Einbezug von Soziologie, Psychologie, Kulturwissenschaft, Philosophie und Wirtschaftswissenschaft sowie eine theoretische Reflexion der pädagogischen Fachliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Konsumsozialisation (Ebenen und Funktionen), eine Auseinandersetzung mit kritischen Perspektiven auf Konsum und Konsument*innenverantwortung sowie eine Untersuchung politischer Bildungskonzepte und deren Aufgabenfelder in Bezug auf den Konsum.
Wichtige Begriffe sind Konsumverantwortung, Konsumsozialisation, politische Bildung, Konsument*innensouveränität, Sozialwerdung vs. Sozialmachung sowie pädagogische Verantwortung.
Der Habitus bildet verinnerlichte Denk- und Wahrnehmungsschemata aus, die das Konsumverhalten prägen und oft als Motiv für soziale Distinktion oder Inklusion/Exklusion dienen.
Sie dient als theoretischer Rahmen, um zu verdeutlichen, dass Konsumverantwortung sowohl durch ungerichtete, lebensweltliche Einflüsse (Konsumsozialisation) als auch durch intentionale pädagogische Interventionen (politische Bildung) geformt wird.
Die Souveränität wird heute tendenziell vorausgesetzt, ist aber in der Praxis durch zahlreiche Faktoren (Marktmacht, soziale Prägung) eingeschränkt, was die Forderung nach Konsumverantwortung umso notwendiger erscheinen lässt.
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