Bachelorarbeit, 2014
38 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Das Verhältnis von Arbeit und Leben im Wandel
2.1 Entgrenzung von Arbeit
2.1.1 Flexibilisierung von Arbeit
2.1.2 Subjektivierung von Arbeit
2.2 Entgrenzung von Arbeit und Leben
2.3 Entgrenzung der Geschlechterverhältnisse
2.3.1 Bestehende Ungleichheiten
3. Das Konzept der Work-Life-Balance: Angleichung der Geschlechter?
3.1 Entwicklungstendenz: Von der Vereinbarkeit zur Work-Life-Balance
3.2 Definition Work-Life-Balance
3.3 Work-Life-Balance-Maßnahmen
4. Die Realität: Eine kritische Betrachtung
5. Ausblick & Fazit
Die Arbeit untersucht, ob das Konzept der Work-Life-Balance geeignet ist, bestehende Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern in der modernen Arbeitswelt abzubauen und eine tatsächliche Angleichung der Geschlechterrollen zu fördern.
2.1.2 Subjektivierung von Arbeit
Bevor man zur Subjektivierung von Arbeit übergehen kann, ist es zunächst sinnvoll bei dem Begriff der Subjektivität anzusetzen. Subjektivität wird als Ensemble der individuellen Eigenschaften, Ressourcen und Dispositionen des Menschen verstanden, der aber zugleich immer auch ein sozial eingebundenes Wesen ist (vgl. Kleemann/Voß 2010: 416).
„Subjektivität ist somit ein (wandelbares) Produkt der Verbindung zwischen Person und Gesellschaft, das die Person in ihrer sozialen Umwelt positioniert.“ (vgl. Kleemann/Matuschek/Voß 2002: 57)
Wird Subjektivität als jeweilige Ausstattung mit bestimmten Ressourcen bzw. Dispositionen verstanden, so kann man sagen, dass sie handlungsbefähigend und handlungsleitend zugleich wirkt. Somit kann der Begriff der Subjektivität entweder die Selbstbestimmung oder die Bestimmung durch die Gesellschaft in den Blick nehmen (vgl. ebd.).
Im Folgenden soll die Verwendungs- und Wirkungsweise der Subjektivität in der (Erwerbs-)Arbeit betrachtet werden. An dieser Stelle kann nun der Begriff der Subjektivierung ins Auge gefasst werden, da dieser verdeutlicht, dass historisch konkrete subjektive Leistungen bzw. Handlungen im Zuge der Modernisierungstendenzen gesellschaftlich zunehmend funktional werden. Dies impliziert, dass Subjektivität als Reaktion auf diese zunehmend kontingenten Umweltsituationen abgerufen wird (vgl. ebd.).
Unter Subjektivierung von Arbeit wird somit in der Arbeitssoziologie eine Intensivierung von Subjektivität involvierenden Wechselwirkungen zwischen Person und Betrieb bzw. betrieblich organisierten Arbeitsprozessen verstanden (vgl. ebd. 57f). Hier können die Begriffe Selbstbestimmung und Bestimmung durch die Gesellschaft erneut aufgegriffen werden. Die Erwerbsarbeit unterliegt demnach einem doppelten Subjektivierungsprozess: Einerseits erhöhen die veränderten betrieblichen Strukturen den funktionalen Bedarf der Betriebe nach subjektiven Leistungen, andererseits sind es die Individuen selbst, die eine Subjektivierung der Arbeit betreiben, indem sie verstärkt subjektive Ansprüche herantragen. In diesem Prozess geht es demnach um die Relation zwischen der arbeitenden Person mit ihren subjektiven Leistungen, Fähigkeiten, Sinndeutungen, Ansprüchen, etc. und der betrieblichen Arbeitssituation mit deren Anforderungen an die Arbeitskraft und deren Möglichkeiten für Handlungsspielräume (vgl. ebd. 58).
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Work-Life-Balance und Formulierung der Forschungsfrage zur Geschlechterangleichung.
2. Das Verhältnis von Arbeit und Leben im Wandel: Analyse der gesellschaftlichen Transformationsprozesse wie Entgrenzung, Flexibilisierung und Subjektivierung sowie deren Auswirkungen auf die Geschlechterverhältnisse.
3. Das Konzept der Work-Life-Balance: Angleichung der Geschlechter?: Vorstellung des WLB-Konzepts, seiner Definition sowie der gängigen betrieblichen Maßnahmen zur Vereinbarkeit.
4. Die Realität: Eine kritische Betrachtung: Kritische Untersuchung der praktischen Umsetzung von WLB-Maßnahmen und deren tatsächlicher Beitrag zur Gleichberechtigung.
5. Ausblick & Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Diskussion der notwendigen Bedingungen für eine zukünftige Geschlechterangleichung.
Work-Life-Balance, Entgrenzung von Arbeit, Flexibilisierung, Subjektivierung, Geschlechterverhältnisse, Arbeitsmarkt, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Erwerbsarbeit, Sorgearbeit, Chancengleichheit, Arbeitszeitmodelle, Unternehmensmonitor, Doppelbelastung, Care-work, Geschlechtersegregation.
Die Arbeit analysiert das Konzept der Work-Life-Balance im Hinblick auf seine Eignung, geschlechtsspezifische Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt abzubauen.
Die zentralen Themen sind der Wandel der Erwerbsarbeit durch Entgrenzungsprozesse, die historische Entwicklung der Geschlechterrollen und die betriebliche Praxis der Vereinbarkeitsförderung.
Die Forschungsfrage lautet: Ist das Konzept der Work-Life-Balance in der Lage, bestehenden Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern entgegenzuwirken und eine Angleichung zu versprechen?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung soziologischer Fachliteratur zum Strukturwandel der Arbeit sowie der kritischen Auswertung von Daten, wie etwa dem Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Entgrenzungstendenzen der Arbeit, die historische Genese der Geschlechtertrennung und die kritische Würdigung betrieblicher WLB-Instrumente.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Work-Life-Balance, Entgrenzung, Flexibilisierung, Chancengleichheit und Sorgearbeit definiert.
Sie bieten zwar Zeitsouveränität, können aber bei betrieblicher Steuerung zu Synchronisationsproblemen und Mehrbelastung führen, die insbesondere Frauen aufgrund ihrer Sorgeverantwortung stärker treffen.
Die Unternehmenskultur ist entscheidend, da sie über die Akzeptanz von Maßnahmen wie Elternzeit oder Teilzeit entscheidet und bestimmt, ob diese als Privileg oder als Karrierenachteil wahrgenommen werden.
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