Bachelorarbeit, 2014
31 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Exklusion und Inklusion in der Gesellschaft
2.1 Die segmentäre und die stratifizierte Gesellschaft
2.2 Die funktional differenzierte Gesellschaft
2.3 Von der Exklusion zur Inklusion im Bildungssystem
3. Schulische Inklusion
3.1 Aktuelle Zahlen
3.2 Heterogenität in der Schule
3.3 Die „gute“ Schule
4. Ausblick: Voraussetzungen für inklusiven Unterricht
4.1 Die Professionalisierung des Lehrers
4.2 Pädagogische Diagnostik
4.3 Strukturelle Voraussetzungen
5. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Wandel der Begriffe Exklusion und Inklusion unter besonderer Berücksichtigung des schulischen Bildungssystems in Deutschland. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Schulen dem gesellschaftlichen Anspruch auf Inklusion unter dem Druck zunehmender Modernisierung gerecht werden können und welche Voraussetzungen hierfür auf pädagogischer sowie struktureller Ebene notwendig sind.
3.2 Heterogenität in der Schule
Die Mitglieder einer Lerngruppe können sich in vielerlei Hinsicht unterscheiden. So gibt es die Heterogenität der Elternhäuser, womit Lernvoraussetzungen zusammenhängen. Außerdem sind die Heterogenitäten der sozialen Umwelt und der individuellen Lebensschicksale zu nennen. Die Heterogenität der ethnischen Herkünfte und die der Wertvorstellungen sind ebenfalls Einflussfaktoren auf eine Schülerschaft. Die Vielzahl an Heterogenitäten, die nun auch noch durch die stärkere körperliche und geistige Heterogenität, wenn von behinderten Kindern die Rede ist, erweitert wird, gilt es zu bewältigen und im Unterricht unter einen Hut zu bekommen (von der Groeben, 2003: 6-8).
Annemarie von der Groeben, schreibt in einem Artikel in der Zeitschrift PÄDAGOGIK über verschiedene Möglichkeiten, Heterogenität im Unterricht sinnvoll zu fördern und sogar zu nutzen. Sie spricht davon, den Umgang mit Heterogenität „zum Kern systematischer Schulentwicklung“ werden zu lassen. Dafür sei es wichtig, dass das ganze Kollegium an einem Strang zieht und dasselbe Ziel verfolgt.
Groeben spricht sich dafür aus, den Frontalunterricht aufzulösen, offene Lernformen einzubringen und „das Verstehen nicht nur von den Schülerinnen einzufordern, sondern vor allem die eigenen Schülerinnen zu verstehen“. Damit ist verbunden, dass die Lehrperson in den Hintergrund rückt und die Schülerinnen einen individuellen Lernweg für sich finden. Sie ist der Meinung, es solle nicht mehr wichtig sein, was gelernt wird, sondern wie gelernt wird, damit unterschiedliche, heterogene Lernprozesse Raum bekommen (ebd.).
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Entwicklung der Inklusionsdebatte ein und erläutert die Relevanz des Themas für das deutsche Bildungssystem sowie die Struktur der Arbeit.
2. Exklusion und Inklusion in der Gesellschaft: Dieses Kapitel erörtert die systemtheoretischen Grundlagen nach Niklas Luhmann und beleuchtet die historische Entwicklung von Exklusion und Inklusion in verschiedenen Gesellschaftsformen.
3. Schulische Inklusion: Das Kapitel analysiert die aktuelle statistische Lage der Inklusion, diskutiert den Umgang mit Heterogenität und definiert Merkmale einer „guten Schule“.
4. Ausblick: Voraussetzungen für inklusiven Unterricht: Dieser Abschnitt behandelt die notwendigen Voraussetzungen für gelingende Inklusion, fokussiert auf Lehrerprofessionalisierung, pädagogische Diagnostik und strukturelle Bedingungen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und reflektiert kritisch über den aktuellen Stand und die zukünftigen Herausforderungen der schulischen Inklusion.
Inklusion, Exklusion, Bildungssystem, Schulentwicklung, Heterogenität, Systemtheorie, Lehrerprofessionalisierung, Pädagogische Diagnostik, Ressourcenverteilung, Modernisierungsdruck, Sonderpädagogik, Schulgesetz, Teilhabe, Chancengerechtigkeit, Lernumgebungen
Die Arbeit befasst sich mit der Transformation des Bildungssystems vom Ausschluss (Exklusion) hin zur Einbeziehung (Inklusion) von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in allgemeine Schulen.
Die zentralen Themen sind gesellschaftliche Systemtheorien, historische Entwicklungslinien der Schulpädagogik, pädagogische Diagnostik sowie die strukturellen und finanziellen Rahmenbedingungen der Inklusion.
Ziel ist es, den Stand der Inklusion im deutschen Bildungswesen zu analysieren und aufzuzeigen, wie Schule dem Modernisierungsdruck im Hinblick auf Heterogenität und Inklusion gerecht werden kann.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche, der Auswertung bildungsstatistischer Daten und der Verknüpfung soziologischer (Systemtheorie) mit erziehungswissenschaftlichen Perspektiven.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Analyse gesellschaftlicher Exklusionsmechanismen, eine Bestandsaufnahme der aktuellen schulischen Inklusionspraxis und eine Diskussion notwendiger struktureller sowie professioneller Voraussetzungen.
Zu den Kernbegriffen zählen Inklusion, Exklusion, Heterogenität, Schulentwicklung, systemtheoretische Perspektiven und Lehrerprofessionalisierung.
Heterogenität wird nicht als Problem, sondern als konstitutives Merkmal moderner Schülerschaft begriffen, das didaktische Anpassungen und neue Formen der Lernorganisation erfordert.
Die Diagnostik dient als Werkzeug, um Lernstände individuell zu erfassen und passende Fördermaßnahmen abzuleiten, was die Voraussetzung für eine gelingende Individualisierung im inklusiven Unterricht ist.
Die Autorin betont, dass politische Rahmenbedingungen und eine zweckmäßige Ressourcenverteilung essenziell sind, da das Bildungssystem allein die Herausforderungen der Inklusion nicht ohne externe Unterstützung meistern kann.
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