Bachelorarbeit, 2014
41 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Die Melusinensage bei Thüring von Ringoltingen und Ludwig Tieck
2.1. Der Hintergrund des Melusinenstoffs
2.2. Thüring von Ringoltingen
2.2.1. Der Prosaroman
2.3. Ludwig Tieck
2.3.1 Die romantische Erzählung
2.4. Genealogie als Hintergrund der Melusinensage
2.4.1. Die Genealogie bei Thüring von Ringoltingen
2.4.2. Die Genealogie bei Ludwig Tieck
2.5. Das Motiv der Mahrtenehe
2.5.1. Die Mahrtenehe bei Thüring von Ringoltingen
2.5.2. Die Mahrtenehe bei Ludwig Tieck
2.6. Der Tabubruch in der Mahrtenehe
2.6.1. Der Tabubruch bei Thüring von Ringoltingen
2.6.2. Der Tabubruch bei Ludwig Tieck
2.7. Die Person der Melusine
2.7.1. Die Melusine bei Thüring von Ringoltingen
2.7.2. Die Melusine bei Ludwig Tieck
2.8. Analyse weiterer Unterscheidungsmerkmale
3. Resümee
Die Arbeit untersucht und vergleicht die Motive der Melusinensage in der Fassung von Thüring von Ringoltingen (1456) und der romantischen Erzählung von Ludwig Tieck (um 1800), um zu analysieren, ob Tiecks Werk lediglich eine Kopie darstellt oder als eigenständige, interpretative Variante des Stoffes zu bewerten ist.
2.5. Das Motiv der Mahrtenehe
Das Motiv der Mahrtenehe wird durch folgende Begebenheit definiert: „Verbindung eines Sterblichen mit einem überirdischen Wesen, […] deren Dauer an die Beachtung eines Verbotes gebunden ist.“
Besonders oft aufgegriffen wurde die Mahrtenehe im späten Mittelalter, wo sie zu den mythischen Erzählungen zählt, da durch diese Liebesverbindung unter anderem außergewöhnliche Taten erklärt werden sollen und so eine Vermittlung zwischen göttlicher und menschlicher Welt geschaffen wird. Dieses Zusammenwirken von Minne und Genealogie macht den Stoff der Mahrtenehe zu etwas Besonderem, denn es wird nicht nur ein Erzählmotiv aufgegriffen, sondern es kommt zu einer Verschmelzung von mehreren einschlägigen Themen des Mittelalters.
Außerdem führt das Zusammenspiel von Faszination und Abscheu dazu, dass die Anziehungskraft dieses Stoffes auf die gesamte Bevölkerung des 15. und 16. Jahrhunderts übergriff und die Mahrtenehe zu einem der am häufigsten verwendeten Motive machte.
Diese Faszination beruht vor allem auf den verwendeten Charakteren dieser Liebesgeschichte. Auf der einen Seite ist es der Ritter, welcher durch den ebenfalls im Mittelalter weit verbreiteten Stoff der Artusromane eine tragende Rolle einnimmt. Durch die Assoziation des Ritters in glänzender Rüstung tritt er als Held zum ersten Mal in Erscheinung. Jedoch ist es ein tragisches Ereignis, welches ihm zur ersten Begegnung mit seiner zukünftigen Gemahlin führt. Ihm gegenüber steht ein dämonisches Wesen, auf welches sich die meiste Aufmerksamkeit richtet.
1. Einleitung: Die Arbeit stellt die Melusinensage vor und definiert das Ziel, die Fassungen von Thüring von Ringoltingen und Ludwig Tieck anhand zentraler Motive zu vergleichen.
2. Die Melusinensage bei Thüring von Ringoltingen und Ludwig Tieck: Dieses Kapitel umfasst die detaillierte Analyse der vier Hauptmotive (Genealogie, Mahrtenehe, Tabubruch, Person der Melusine) und stellt die Unterschiede in Aufbau und Interpretation zwischen den beiden Autoren gegenüber.
3. Resümee: Die Arbeit fasst zusammen, dass sich beide Werke inhaltlich zwar sehr ähneln, Tieck jedoch durch formale Mittel und eine veränderte Interpretation der Figur Melusine eine Umschichtung der phallischen Eigenschaften weg von der Frau hin zum Mann vollzieht.
Melusinensage, Thüring von Ringoltingen, Ludwig Tieck, Genealogie, Mahrtenehe, Tabubruch, Neugier, Wasserfrau, Lusignan, Romantik, Legitimationsfunktion, Prosaroman, Liebesgeschichte, Mythos, Femme Fatale
Die Arbeit vergleicht zwei literarische Bearbeitungen der Melusinensage: den Prosaroman von Thüring von Ringoltingen aus dem 15. Jahrhundert und die romantische Erzählung von Ludwig Tieck aus dem 19. Jahrhundert.
Im Zentrum stehen die vier Motive Genealogie, Mahrtenehe, Tabubruch und die Person der Melusine selbst, deren Darstellung und Interpretation auf Veränderungen im Zeitverlauf hin geprüft werden.
Ziel ist es zu klären, ob Tiecks Version eine bloße Kopie der Vorlage von Thüring von Ringoltingen ist oder ob Tieck durch inhaltliche und formale Anpassungen eine eigene, spezifische Variante des Stoffes geschaffen hat.
Die Autorin/der Autor nutzt einen komparatistischen Ansatz, bei dem beide Werke systematisch anhand definierter Motive gegenübergestellt und mit Bezug auf literaturtheoretische Konzepte analysiert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Motivuntersuchung, in der die theoretischen Grundlagen (z.B. nach Friedrich Panzer oder Claude Lecoutex) jeweils auf die beiden Werke angewendet und deren Gemeinsamkeiten sowie signifikante Unterschiede herausgearbeitet werden.
Neben dem Kernthema der "Mahrtenehe" sind Begriffe wie "Genealogie", "Tabubruch", "Neugier" sowie die Entwicklung der Melusine von der "Stammmutter" zur "Femme Fatale" entscheidend.
Der Tabubruch gilt als konstitutives Element der Mahrtenehe, da er die dramatische Wende einleitet, die das Schicksal der Liebenden besiegelt und deren dauerhafte Trennung oder das Scheitern ihrer harmonischen Beziehung zur Folge hat.
Während Melusine bei Thüring als geschickte Stammmutter und Legitimationsfigur für das Haus Lusignan fungiert, rückt Tieck sie in das Licht einer hilfsbedürftigen, beinahe bemitleidenswerten Frau und macht sie stärker zum Objekt männlicher Begierde.
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