Magisterarbeit, 2014
105 Seiten, Note: 1,7
I Einleitung
II Theoretischer Teil
2.1 Der Schulformwechsel am Ende der Grundschulzeit
2.1.1 Die Grundschulempfehlung
2.1.2 Der nonkonforme Übergang
2.2 Theorien zur Erklärung der Schulformwahl
2.3 Die Wert-Erwartungstheorie – das Modell von Esser (1999)
2.3.1 Der Einfluss der Schulleistung und Lehrerempfehlung
2.4 Das Modell von Becker (2000)
2.5 Unsicherheit im Entscheidungsprozess
2.6 Der nonkonforme Schulübertritt als Bestandteil des Reproduktionsmechanismus sozialer Bildungsungleichheiten
2.7 Modellvorschlag & Ableitung der Hypothesen
2.7.1 Das Modell zur Erklärung eines nonkonformen Überganges
2.7.2 Ableitung der Hypothesen
III Ein Überblick über den aktuellen Forschungsstand
3.1 Ausgewählte Studien
3.1.1 Einflüsse des Elternhauses auf die Schulwahl der Kinder in Berlin und Brandenburg – Merkens et al. 1997
3.1.2 LAU & KESS - Lehmann et al. 1997 & 2003
3.1.3 Kompetenzaufbau und Laufbahnen im Schulsystem – Ditton 2007
3.1.4 Was bedingt die Wahl eines nicht empfohlenen höheren Bildungsgangs? – Harazd & Ophuysen 2008
3.1.5 Die Elternentscheidung beim Übergang in die Sekundarstufe I – Jonkmann et al. 2010
3.1.6 Akzeptanz von Grundschulempfehlungen und Auswirkungen auf den weiteren Bildungsverlauf – Lohmann & Groh-Samberg 2010
3.2 Verbindliche vs. unverbindliche Grundschulempfehlung
3.3 Zusammenfassung
IV Projekt und Methodik
4.1 Das Nationale Bildungspanel
4.1.1 Die Stichprobe – Etappe 3
4.1.2 Wieso NEPS?
4.1.3 Befragungszeitpunkt & Richtung der Kausalität
4.2 Datensatzkonstruktion und Operationalisierung
4.2.1 Datensatzkonstruktion
4.3 Deskriptive Ergebnisse
4.4 Inferenzstatistischer Teil
4.4.1 Modellspezifikation
4.4.2 Die binäre logistische Regression als Schätzmethode
4.5 Ergebnisse der inferenzstatistischen Analyse
4.5.1 Gesamtmodell I: Der nonkonforme Gymnasialübergang
4.5.2 Gesamtmodell II: Ablehnung einer Gymnasialschulempfehlung
4.5.3 Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse
V Schlussfolgerung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Determinanten, die Eltern dazu bewegen, gegen eine ausgesprochene Grundschulempfehlung zu entscheiden (nonkonformer Übergang). Dabei steht die Frage im Zentrum, wie diese Bildungsentscheidungen zur Reproduktion sozialer Ungleichheiten beitragen und welche elterlichen Ressourcen die Durchsetzung solcher Entscheidungen ermöglichen.
2.1.2 Der nonkonforme Übergang
Nachdem am Ende des vierten Grundschuljahres die Lehrerempfehlung für den anstehenden Schulformwechsel abgegeben wird, liegt es an den Eltern, zu entscheiden auf welche Schule ihr Kind wechseln soll. Es ist intuitiv verständlich, dass Eltern spätestens kurz vor der Schulanmeldung eine Entscheidung entweder über eine Schulform oder eine Schule per se getroffen haben müssen. Wird die getroffene Entscheidung in Beziehung zu der GSE gesetzt, lassen sich drei Übergangstypen unterscheiden:
1. Die Entscheidung entspricht der GSE (Konformität)
2. Die Entscheidung wird der GSE angepasst (Adaption)
3. Die Entscheidung entspricht nicht der GSE (Nonkonformität)
Es handelt sich hierbei um eine idealtypische Unterscheidung. Es ließe sich zum Beispiel mit in Bezugnahme des vorherigen Kapitels auch argumentieren, dass sich auch die GSE bestimmten Bildungswünschen anpassen kann. Ein weiteres Szenario wäre insofern vorstellbar, als dass Eltern sich zwar der GSE anpassen, jedoch mit der Intention, diese möglichst bald zu korrigieren. Diese Arbeit stellt den nonkonformen Übergang den anderen Übergangstypen gegenüber, da dieser der einzige ist, bei dem die Eltern ihre Bildungsabsichten gegen einen institutionellen Widerstand durchsetzen.
Einleitung: Einführung in die bildungssoziologische Ungleichheitsforschung und die zentrale Rolle der Übergänge im Bildungssystem für die Reproduktion sozialer Ungleichheiten.
Theoretischer Teil: Vorstellung der theoretischen Modelle (Esser, Becker) zur Erklärung elterlicher Bildungsentscheidungen und die Ableitung von Hypothesen zu nonkonformen Übergängen.
Ein Überblick über den aktuellen Forschungsstand: Zusammenfassung und kritische Diskussion bestehender empirischer Studien zum elterlichen Entscheidungsverhalten bei Übergangsempfehlungen.
Projekt und Methodik: Beschreibung des Datensatzes (NEPS), der Konstruktion der Variablen sowie der inferenzstatistischen Methoden zur Überprüfung der aufgestellten Hypothesen.
Schlussfolgerung und Ausblick: Kritische Reflexion der Ergebnisse, Beantwortung der Hypothesen und Diskussion der Notwendigkeit von Längsschnittdaten für zukünftige Untersuchungen.
Bildungsungleichheit, Grundschulempfehlung, nonkonformer Übergang, Schulformwahl, Wert-Erwartungstheorie, Bildungsklasse, Statuserhalt, Investitionsrisiko, Bildungsaspiration, Nationales Bildungspanel, NEPS, Sekundarstufe I, soziale Reproduktion, Elternentscheidung, logistische Regression.
Die Arbeit untersucht das elterliche Schulwahlverhalten beim Übergang von der Grundschule in die Sekundarstufe I, insbesondere in Fällen, in denen Eltern gegen die offizielle Empfehlung der Lehrkräfte handeln.
Im Zentrum stehen die Reproduktion sozialer Bildungsungleichheiten, das elterliche Entscheidungsverhalten sowie die Rolle von Ressourcen wie Bildungsgrad und sozioökonomischem Status.
Das Ziel ist die Explikation von Faktoren, die bestimmend dafür sind, dass Eltern sich gegen eine ausgesprochene Grundschulempfehlung entscheiden, um den Bildungsübergang ihres Kindes abweichend zu gestalten.
Die Arbeit nutzt eine quantitative Sekundärdatenanalyse der NEPS-Daten und wendet zur Überprüfung der Hypothesen ein binär-logistisches Regressionsmodell an.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung durch Wert-Erwartungs-Modelle, einen Überblick über den Forschungsstand und eine detaillierte inferenzstatistische Analyse der Übergangsentscheidungen.
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Bildungsungleichheit, Grundschulempfehlung, nonkonformer Übergang und Bildungsaspiration definieren.
Das elterliche Bildungsniveau fungiert sowohl als Indikator für Bildungsaspiration als auch als Ressource, um Bildungsentscheidungen auch gegen institutionellen Widerstand (die GSE) durchzusetzen.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass es zwischen Bundesländern mit verbindlichen und unverbindlichen Regeln nur geringe Unterschiede in der Gesamtrate nonkonformer Übergänge gibt, sich jedoch die Art der Abweichung (Über- oder Untertreffen) unterscheiden kann.
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