Masterarbeit, 2014
118 Seiten, Note: 1,2
1 Einleitung
1.1 Problemhintergrund
1.2 Zentrale Fragestellung und Aufbau
2 Earn-Out Klauseln beim Unternehmenserwerb
2.1 Grundgedanke
2.2 Erwartungshaltung der Vertragsparteien
2.2.1 Earn-Outs aus Sicht des Verkäufers
2.2.2 Earn-Outs aus Sicht des Käufers
2.3 Zentrale Parameter einer Earn-Out Vereinbarung
2.3.1 Finanzielle und nicht finanzielle Erfolgsindikatoren
2.3.2 Fester, kumulativer oder variabler Standard
2.3.3 Earn-Out Zahlung
2.3.4 Earn-Out Periode
2.4 Risiko „strategischen“ Verhaltens und Gegenmaßnahmen
2.5 Abgrenzung zu weiteren Modellen der Risikobegrenzung
3 Business Combinations nach IFRS 3
3.1 Zielsetzung und Anwendungsbereich
3.2 Identifikation eines Unternehmenszusammenschlusses
3.2.1 Das Kriterium der Beherrschung
3.2.2 Das Kriterium des Geschäftsbetriebes
3.3 Die Erwerbsmethode (acquisition method)
3.3.1 Identifikation des Erwerbers
3.3.2 Identifikation des Erwerbszeitpunktes
3.3.3 Identifikation der übertragenen Gegenleistung
3.4 Kaufpreisallokation (purchase price allocation)
3.4.1 Ansatz- und Bewertungsgrundsatz
3.4.2 Ansatz der erworbenen Vermögenswerte und Schulden
3.4.3 Bewertung der erworbenen Vermögenswerte und Schulden
3.4.3.1 Begriffsdefinition beizulegender Zeitwert
3.4.3.2 Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes
3.4.3.3 Bewertungszeitraum
3.4.3.4 Folgebewertung
3.4.4 Ansatz und Bewertung nicht beherrschender Anteile
3.4.5 Ansatz und Bewertung des Geschäfts- oder Fimenwertes
4 Unterschiede zur nationalen Rechnungslegung
4.1 Wertkonzeptionen
4.1.1 Anschaffungskosten
4.1.2 Beizulegender Zeitwert
4.1.3 Bedingte Gegenleistung
4.2 Methoden der Kapitalkonsolidierung
4.3 Firmenwert
5 Fallstudie
5.1 Rahmenbedingungen
5.1.1 Forschungsmethode
5.1.2 Vorgehensweise
5.1.3 Abgrenzung des Untersuchungsgegenstandes
5.2 Bilanzielle Abbildung von Earn-Outs nach IFRS 3 (rev.)
5.2.1 Ansatz und Bewertung von Earn Outs
5.2.1.1 Erstmalige Ansatz als Fremd- oder Eigenkapital
5.2.1.2 Bewertung
5.3 Bilanzielle Abbildung von Earn-Outs nach UGB
5.3.1 Ansatz und Bewertung von Earn-Outs
5.3.1.1 Bilanzierung von Earn-Outs als Kaufpreisrente
5.3.1.2 Bilanzierung von Earn-Outs als nachträgliche Anschaffungskosten
5.3.1.3 Exkurs: Ansatz und Bewertung aus Sicht des Verkäufers
5.4 Bilanzierungssimulation
5.4.1 Bilanzierung nach IFRS
5.4.2 Bilanzierung nach UGB
5.4.3 Auswirkungen auf die Finanzstruktur des Jahresabschlusses
5.4.3.1 Die Finanzstruktur im Lichte der Basel II und II Richtlinien
5.4.3.2 Analyse der Auswirkungen auf die VFE des Unternehmens
6 Conclusio
Ziel der Arbeit ist die Ableitung konkreter Bilanzierungskonzepte für Earn-Out Klauseln bei Unternehmenserwerben sowohl nach nationalen (UGB) als auch internationalen (IFRS) Rechnungslegungsvorschriften, um deren Auswirkungen auf den Jahresabschluss mittels einer Fallstudie zu analysieren.
2.1 Grundgedanke
Der Begriff „Earn-Out“ entstammt dem anglo-amerikanischen Sprachgebrauch und bezeichnet in der M&A Praxis eine Kaufpreisvereinbarung, die neben einem fixen Bestandteil auch eine variable, vom zukünftigen Erfolg des Erwerbsobjektes abhängige, Preiskomponente beinhaltet. Im internationalen Sprachgebrauch werden solche erfolgsabhängigen Kaufpreisvereinbarungen regelmäßig auch als Contingent Price Deal, Contingent Payout oder Contingent Payment bezeichnet.
Wie eingangs erwähnt, ist die Vereinbarung von Earn-Out Klauseln im Rahmen eines Unternehmenserwerbes primär dadurch motiviert, unterschiedliche Vorstellungen der beteiligten Transaktionspartner hinsichtlich des Wertes eines Unternehmens zu überwinden. Da sich der Kaufpreis eines Unternehmens in der Regel durch seine künftige Ertragssituation bestimmt, besteht die Gefahr, dass der Verkäufer bzw. Alteigentümer zu optimistische Annahmen bei der Kaufpreisfestsetzung treffen. Informationsdefizite auf Seiten des potenziellen Erwerbers sowie Risiken im Zusammenhang mit der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung führen in der Praxis zu erheblichen Schwierigkeiten einen für beide Parteien vertretbaren Kaufpreis zu finden.
Unsicherheiten hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung können sich ganz allgemein auf die künftige Ertragskraft des Erwerbsobjektes oder aber auf konkrete bekannte Risiken beziehen. Offene Rechtsstreitigkeiten, der Eintritt erhoffter Synergieeffekte, die Entwicklung neuer Technologien, geplante Produkteinführungen oder noch ausstehenden Patententscheidungen sind stellvertretend für unternehmensspezifische Unsicherheiten zu nennen. Risiken durch externe, nicht beeinflussbare Faktoren betreffen bspw. einen unerwarteten Preisanstieg wesentlicher Rohstoffe, Änderungen der steuerlichen Verhältnisse oder Verschiebungen in der Marktstellung des Unternehmens durch neue Mitbewerber. In der facheinschlägigen Literatur wird vielfach auch die bestehende Informationsasymmetrie zwischen den beteiligten Parteien als Ursache für divergierende Preisvorstellungen genannt. Zwar wird der Kaufinteressent vorab versuchen, sämtliche zur Kaufpreisfindung relevanten Informationen im Rahmen einer Due Diligence zu erheben, doch kann das Risiko einer Fehleinschätzung nie ganz ausgeschlossen werden.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik von Earn-Out-Klauseln bei Unternehmenserwerben ein und definiert die zentrale Forschungsfrage sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Earn-Out Klauseln beim Unternehmenserwerb: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen, Motive, zentralen Parameter und Risiken von Earn-Out-Vereinbarungen bei M&A-Transaktionen.
3 Business Combinations nach IFRS 3: Das Kapitel behandelt die rechtlichen Rahmenbedingungen und Bilanzierungsvorschriften für Unternehmenszusammenschlüsse gemäß IFRS 3 inklusive der Kaufpreisallokation.
4 Unterschiede zur nationalen Rechnungslegung: Es werden die wesentlichen Abweichungen zwischen UGB und IFRS hinsichtlich Wertkonzeptionen, Kapitalkonsolidierung und Firmenwertbilanzierung gegenübergestellt.
5 Fallstudie: Hier erfolgt eine praktische Anwendung der zuvor abgeleiteten Bilanzierungslösungen an einem konkreten Beispiel, inklusive einer Bilanzierungssimulation und Analyse der Auswirkungen.
6 Conclusio: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und würdigt die bilanzpolitischen Spielräume kritisch.
Earn-Out, Unternehmenserwerb, IFRS 3, UGB, Bilanzierung, Kaufpreisallokation, Firmenwert, Goodwill, Kaufpreis, Rechnungslegung, M&A, Finanzstruktur, Risikobegrenzung, Eigenkapitalquote.
Die Arbeit analysiert die bilanzielle Behandlung von Earn-Out-Klauseln bei Unternehmenserwerben nach internationalen (IFRS) und nationalen (UGB) Rechnungslegungsstandards.
Die zentralen Felder sind die M&A-Praxis, die Kaufpreisallokation (PPA), die Bewertung von Firmenwerten und die Auswirkungen auf die Finanzstruktur von Unternehmen.
Die Forschungsfrage lautet: Welche Auswirkungen haben die unterschiedlichen Ansätze nach UGB und IFRS zur bilanziellen Abbildung eines Earn-Out-Unternehmenserwerbes auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens?
Die Autorin verwendet eine Fallstudie mit einer Bilanzierungssimulation, um die theoretischen Bilanzierungsansätze auf einen konkreten Beispielsachverhalt anzuwenden.
Der Hauptteil behandelt neben den theoretischen Grundlagen der Earn-Out-Vereinbarungen detailliert die Vorgehensweise nach IFRS 3, die Unterschiede zur nationalen UGB-Rechnungslegung sowie eine umfassende Fallstudie.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Earn-Out, Unternehmenserwerb, IFRS, UGB, Bilanzierung und Kaufpreisallokation aus.
Nach IFRS sind Earn-Outs zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten und unterliegen einer laufenden Neubewertung. Nach UGB erfolgt die Erfassung primär als nachträgliche Anschaffungskosten der Beteiligung, ohne jährliche Neubewertung des Ertragswerts.
Die Autorin stellt fest, dass durch die Diskontierung der Earn-Out-Verpflichtung nach IFRS die Bilanzsumme niedriger ausfällt, was in den ersten Jahren zu einer höheren Eigenkapitalquote im Vergleich zur UGB-Bilanzierung führen kann.
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