Diplomarbeit, 2012
63 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Die Christianisierung des bairisch‐österreichischen Donauraumes mit besonderer Berücksichtigung der Provinz Noricum
2.1. Die allgemeine Situation des Donauraumes im 3. und 4. Jahrhundert und die Neustrukturierung der Provinz Noricum
2.2. Frühchristliche Spuren im Donauraum
3. Die reichsweiten, systematisch durchgeführten kaiserlichen Christenverfolgungen
4. Die Verfolgung unter Kaiser Decius (249‐251)
4.1. Staat und Kult – das Ausgangsproblem
4.2. Die Umsetzung der Opfersupplikation und ihre Folgen
5. Die valerianische Christenverfolgung (257‐260)
5.1. Das erste Edikt des Kaisers
5.2. Das zweite Edikt
6. Kaiser Diokletian (284‐305) – Die große Verfolgung zur Erneuerung der Römischen Religion
6.1. Gott und Kaiser ‐ Die Neuordnung der monarchischen Herrschaftsform und die Divinisierung des Kaisertums
6.2. Die diokletianischen Edikte
6.3. Die Umsetzung der Edikte im Römischen Reich
6.4. Das Ende der Christenverfolgungen
7. Der heilige Florian
8. Die Quellen zum Leben des heiligen Florian
8.1. Die Martyrologien
8.2. Die Passio Floriani
8.2.1. Der Text der Passio
8.2.2. Allgemeine Informationen und Angaben zur Passio Floriani
9. Leben und Sterben des heiligen Florian
9.1. Das Leben des Heiligen
9.2. Das Martyrium des Heiligen Florian – Rekonstruktion historischer Fakten der Leidensgeschichte
9.3. Der schwierige Fall der 40 Märtyrer von Lorch – Tatsache oder historische Beigabe?
10. Zusammenfassung und abschließendes Resümee
Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Hintergrund sowie die Lebensgeschichte des heiligen Märtyrers Florian. Das primäre Ziel besteht darin, die frühchristliche Situation im bairisch-österreichischen Donauraum zu analysieren und zwischen historischen Fakten und legendenhaften Überlieferungen zu differenzieren, um Florian als historisch gesichertes Beispiel für das Christentum in der Verfolgungszeit unter Kaiser Diokletian zu verorten.
Kapitel 2
Als daher in jenen Tagen der Befehl der gotteslästernden Fürsten nach Ufer‐Noricum, das unter der Verwaltung des Statthalters Aquilinus stand, gekommen war, da begab sich der Statthalter in das Lager Lauriacum und ging daran, die Christen energisch aufzuspüren. Und es wurden 40 von diesen Heiligen nach langen Peinen und vielen Martern in den Kerker geworfen. Der heilige Florian, der ehemalige Kanzleivorstand (des Statthalters), schloß sich freudig ihrem Bekenntnis an. Als er in seinem Wohnorte bei der Stadt Cetium von diesen Vorgängen in Lauriacum hörte, sprach er zu den Seinigen: „Ich muß nach Lauriacum zum Statthalter gehen und dort für den Namen Christi verschiedene Martern erdulden.“ Und so nahm er von den Seinen Abschied und machte sich auf den Weg.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Ausgangslage der Christenverfolgungen im Römischen Reich und führt in die Absicht der Arbeit ein, den heiligen Florian historisch einzuordnen.
2. Die Christianisierung des bairisch‐österreichischen Donauraumes mit besonderer Berücksichtigung der Provinz Noricum: Dieses Kapitel beschreibt die politische Instabilität an der Donaugrenze im 3. und 4. Jahrhundert sowie erste christliche Spuren und Strukturen in der Provinz.
3. Die reichsweiten, systematisch durchgeführten kaiserlichen Christenverfolgungen: Hier wird der historische Rahmen der kaiserlichen Religionspolitik und die Zunahme der staatlichen Verfolgung gegenüber den Christen skizziert.
4. Die Verfolgung unter Kaiser Decius (249‐251): Das Kapitel behandelt das ediktbasierte Opfergebot des Kaisers Decius und die daraus resultierenden Konflikte für die christliche Bevölkerung.
5. Die valerianische Christenverfolgung (257‐260): Hier steht die gezielte Verfolgung der kirchlichen Amtsträger durch Kaiser Valerian und der Übergang zu radikaleren Maßnahmen im Fokus.
6. Kaiser Diokletian (284‐305) – Die große Verfolgung zur Erneuerung der Römischen Religion: Dieses umfangreiche Kapitel analysiert die tetrarchische Herrschaftsideologie, die diokletianischen Edikte und deren Umsetzung im gesamten Reich.
7. Der heilige Florian: Eine Einführung in die Bedeutung und Verehrung Florians in der heutigen Zeit, eingebettet in den Kontext der frühchristlichen Märtyrergeschichte.
8. Die Quellen zum Leben des heiligen Florian: Eine kritische Analyse der Martyrologien und der „Passio Floriani“ als wesentliche historische Informationsquellen.
9. Leben und Sterben des heiligen Florian: Das Kapitel vergleicht legendäre Überlieferungen mit historischen Fakten zur Person, zum Beruf und zum Martyrium Florians sowie zur Problematik der 40 Märtyrer.
10. Zusammenfassung und abschließendes Resümee: Ein abschließender Überblick, der die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit bündelt und die historische Signifikanz des Beispiels Florian hervorhebt.
Heiliger Florian, Noricum, Diokletian, Christenverfolgung, Passio Floriani, Martyrologium Hieronymianum, Lauriacum, Tetrarchie, Römische Religion, Märtyrer, Aquilinus, Frühchristentum, Kirchengeschichte, Antike, Provinz Noricum Ripense
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Rekonstruktion des Lebens und Martyriums des heiligen Florian vor dem Hintergrund der Christenverfolgungen im 3. und 4. Jahrhundert n. Chr.
Zentral sind die historische Lage der Provinz Noricum, die Entwicklung und Umsetzung der römischen Christenverfolgungen durch verschiedene Kaiser sowie die quellenkritische Analyse historischer Dokumente über das Leben Florians.
Das Ziel ist es, den heiligen Florian aus der rein legendären Überlieferung zu lösen und ihn als historisch greifbare Persönlichkeit innerhalb der diokletianischen Verfolgungszeit zu verifizieren.
Die Arbeit nutzt die Analyse schriftlicher Quellen (Martyrologien, Passio Floriani) kombiniert mit Erkenntnissen aus der Archäologie, um historische Tatsachen von legendenhaften Ausschmückungen zu trennen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der politischen und religiösen Lage des Imperiums, eine Untersuchung der verschiedenen kaiserlichen Edikte und eine detaillierte Quellenstudie zur Person Florian.
Die wesentlichen Begriffe sind Diokletianische Verfolgung, Noricum, Passio Floriani, historische Quellenkritik und das Martyrium an der Donau.
Die Passio dient als primäre Erzählquelle, deren antiker Kern trotz späterer mittelalterlicher Überarbeitung historisch wertvolle Hinweise auf den Status Florians und den Ort seines Martyriums liefert.
Die Arbeit stuft die exakte Zahl von 40 als symbolisch ein, hält jedoch aufgrund archäologischer Funde (Gebeine in der Laurentiusbasilika) die Existenz einer Gruppe von Märtyrern für historisch plausibel.
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