Doktorarbeit / Dissertation, 2014
317 Seiten, Note: 1,0
1 EINLEITUNG
2 LERNERFOLG UND MOTIVATION IM SCHULISCHEN KONTEXT DER BERUFLICHEN BILDUNG
2.1 LERNERFOLG AUS LERNTHEORETISCHER SICHT
2.1.1 Definition Lernerfolg
2.1.2 Einfluss- und Bedingungsfaktoren schulischer Leistungen
2.2 MOTIVATIONSTHEORETISCHER HINTERGRUND
2.2.1 Lern- und Leistungsmotivation im Allgemeinen
2.2.2 Konstrukte der Lernmotivation
2.3 EINSCHÄTZUNGEN UND EMPIRISCHE BEFUNDE MOTIVATIONALER DETERMINANTEN AUF SCHULISCHE LEISTUNGEN
3 UNTERNEHMENSPLANSPIELE
3.1 DIE PLANSPIELMETHODE
3.1.1 Entstehung und Ursprung
3.1.2 Begriffsklärung und Dimensionen
3.1.3 Planspielarten
3.1.4 Typischer Ablauf eines Planspielszenarios
3.2 LERNEN MIT UNTERNEHMENSPLANSPIELEN
3.2.1 Das Planspiel im Unterricht der beruflichen Bildung
3.2.2 Motivationsfördernde Erfolgsdeterminanten im Planspiel
3.3 EMPIRISCHE BEFUNDE
4 DEBRIEFING
4.1 TRADITIONEN DES REFLEXIONSBEGRIFFS
4.2 DER ANSATZ DES ERFAHRUNGSBASIERTEN LERNENS NACH KOLB
4.3 ENTSTEHUNGSGESCHICHTE DES DEBRIEFINGBEGRIFFS
4.4 DER DEBRIEFING-PROZESS
4.5 QUALITÄTSASPEKTE DES DEBRIEFING VON UNTERNEHMENSPLANSPIELEN
4.6 SPEZIELLE DEBRIEFING-METHODEN
4.7 EFFEKTE VON DEBRIEFINGS
5 LERNTAGEBUCH UND PROBLEMLÖSEPHASENMODELL
5.1 SCHRIFTLICHES DEBRIEFING MIT LERNTAGEBÜCHERN
5.1.1 Lernen durch Schreiben
5.1.2 (Selbst-)Reflexion im Lerntagebuch
5.1.3 Ziele und Anforderungen
5.1.4 Empirische Befunde
5.2 MÜNDLICHES DEBRIEFING MIT PROBLEMLÖSEPHASENMODELLEN
5.2.1 Lernen durch Sprache und Problemlösen
5.2.2 Phasen des Problemlösens
5.2.3 Empirische Befunde
6 KONZEPTUELLE PLANUNG UND DURCHFÜHRUNG DER EMPIRISCHEN EVALUATION
6.1 FRAGESTELLUNG UND HYPOTHESEN
6.2 BESCHREIBUNG DER LERNUMGEBUNG
6.2.1 Das Unternehmensplanspiel „logistics:challenge“
6.2.2 Planung der Unterrichtseinheit
6.2.2.1 Lernsequenz 1: Lagerdisponent
6.2.2.2 Lernsequenz 2: Local Services Manager (LSM)
6.3 FÜR DIE UNTERSUCHUNG RELEVANTE DEBRIEFING-METHODEN
6.3.1 Lerntagebuch
6.3.2 Problemlösephasenmodell
6.4 ERHEBUNGSINSTRUMENTE
6.4.1 Zur Betrachtung der Testgütekriterien
6.4.2 Auswahl, Begründung und Entwicklung der Untersuchungs-instrumente
6.4.2.1 Erfassung der Lernvoraussetzungen
6.4.2.2 Erfassung des Lernerfolges
6.4.2.3 Erfassung der Motivation
6.4.2.4 Erfassung der Einschätzungen zum Planspieltag und der Debriefing- Methoden
6.5 UNTERSUCHUNGSDESIGN
6.5.1 Auswahl und Beschreibung der Untersuchungspopulation
6.5.2 Kontrolle der Störvariablen
6.5.3 Pretestung der Erhebungsinstrumente
6.6 ABLAUF DER HAUPTUNTERSUCHUNG
7 STATISTISCHE AUSWERTUNG DER EMPIRISCHEN STUDIE
7.1 DESKRIPTIVE STATISTIK
7.1.1 Personenmerkmale
7.1.2 Lernvoraussetzungen
7.1.3 Aktuelle Motivation
7.1.4 Lernerfolg
7.1.5 Zusammenfassung
7.2 STATISTISCHE PRÜFUNG DER HYPOTHESEN (INFERENZSTATISTIK)
7.2.1 Zusammenhang zwischen Treatment und Motivation
7.2.2 Zusammenhang zwischen Treatment und Lernerfolg
7.2.3 Zusammenhang zwischen Motivation und Lernerfolg
8 DISKUSSION DER ERGEBNISSE
8.1 ZUSAMMENFASSENDE DARSTELLUNG UND INTERPRETATION DER ERGEBNISSE
8.2 PLANSPIEL- UND DEBRIEFINGEVALUATION ZUR AUFDECKUNG ALTERNATIVER ERKLÄRUNGEN
9 FAZIT UND AUSBLICK
Diese Dissertation untersucht den Einfluss unterschiedlicher Debriefing-Methoden in Unternehmensplanspielen auf die Lernmotivation und den Lernerfolg von Auszubildenden in der beruflichen Bildung. Ziel ist es, auf Basis lerntheoretischer und motivationstheoretischer Ansätze Potenziale für eine effektivere Gestaltung handlungsorientierter Lernarrangements aufzudecken.
Die Planspielmethode
Die in der Ausgangslage beschriebenen Forderungen der KMK nach mehr Handlungs und Problemorientierung führen vor Augen, dass „träges Wissen“ ein Problem in der deutschen Berufsausbildung darstellt. Es gilt, dieses zu beheben. Die bisherigen Formen des traditionellen Frontalunterrichts führen „eher zu einem geringen Lernnutzen und zur Sinnentfremdung von realen Zusammenhängen“ (Kriz 2001, 9). Aufgrund dessen schlagen Altrichter und Posch (1994, 73) für die Bearbeitung von Problemstellungen die simulierte Praxis (z. B. Planspiele) vor. Dieses Vorgehen verwirklicht die Prinzipien des handlungsorientierten Unterrichts und problemorientierter Lernumgebungen. Unternehmensplanspiele als computergestützte Lehr-Lern-Arrangements bieten beim Einsatz im schulischen Unterricht der beruflichen Bildung zahlreiche Möglichkeiten und überzeugen durch wirklichkeitsnahe und komplexe Problemstellungen, deren Lösungen durch selbstgesteuertes Handeln der Lernenden vorangetrieben werden.
1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der sich wandelnden Anforderungen im Arbeitsmarkt und die Bedeutung handlungsorientierter Lehr-Lern-Arrangements wie Planspielen.
2 LERNERFOLG UND MOTIVATION IM SCHULISCHEN KONTEXT DER BERUFLICHEN BILDUNG: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Lernerfolg aus lerntheoretischer Perspektive und den Grundlagen der Lernmotivation von Auszubildenden.
3 UNTERNEHMENSPLANSPIELE: Darstellung der Planspielmethode, ihrer Ursprünge, Arten sowie der Potenziale des Lernens mit dieser Methode in der beruflichen Bildung.
4 DEBRIEFING: Erläuterung der Bedeutung der Reflexion nach einer Lernaktivität und Analyse des Debriefing-Prozesses basierend auf verschiedenen Modellen.
5 LERNTAGEBUCH UND PROBLEMLÖSEPHASENMODELL: Vertiefung in zwei spezifische Debriefing-Methoden zur schriftlichen und mündlichen Reflexion von Lernprozessen.
6 KONZEPTUELLE PLANUNG UND DURCHFÜHRUNG DER EMPIRISCHEN EVALUATION: Beschreibung des Untersuchungsdesigns, der Lernumgebung, der Instrumente und der Planung der Feldstudie.
7 STATISTISCHE AUSWERTUNG DER EMPIRISCHEN STUDIE: Deskriptive und inferenzstatistische Analyse der erhobenen Daten zur Prüfung der aufgestellten Hypothesen.
8 DISKUSSION DER ERGEBNISSE: Zusammenfassende Interpretation der Studienergebnisse sowie Reflexion über alternative Erklärungen für die Befunde.
9 FAZIT UND AUSBLICK: Zusammenfassung der zentralen Erkenntnisse und Empfehlungen für die zukünftige Forschung und Unterrichtspraxis.
Unternehmensplanspiel, Debriefing, Lernmotivation, Lernerfolg, Berufliche Bildung, Reflexion, Lerntagebuch, Problemlösephasenmodell, Handlungskompetenz, computergestütztes Lernen, empirische Evaluation, Wissenserwerb, Zielorientierung, handlungsorientierter Unterricht.
Die Arbeit untersucht, wie Debriefing-Methoden, also Reflexionsphasen, nach dem Einsatz von Unternehmensplanspielen die Lernmotivation und den Lernerfolg von Auszubildenden beeinflussen.
Zentrale Themen sind die handlungsorientierte berufliche Bildung, der Einsatz von Planspielen, Theorien zur Lernmotivation sowie die methodische Ausgestaltung von Reflexionsprozessen (Debriefing) nach Lernaktivitäten.
Ziel ist es zu evaluieren, ob spezifische Debriefing-Formen wie das Lerntagebuch oder ein Problemlösephasenmodell die Lernmotivation und den Lernerfolg der Auszubildenden im Vergleich zu einem Unterricht ohne diese Methoden fördern.
Es wurde ein quasi-experimentelles Design gewählt, bei dem sechs Berufsschulklassen in drei Gruppen (zwei Experimentalgruppen, eine Kontrollgruppe) eingeteilt und über einen Zeitraum hinweg empirisch begleitet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende theoretische Fundierung (Motivation, Planspiele, Debriefing, Lernmethoden) und die detaillierte Beschreibung sowie Auswertung der empirischen Evaluation.
Neben den Hauptbegriffen wie Planspiel und Debriefing stehen Begriffe wie Handlungskompetenz, Metakognition, empirische Evaluation und Lernmotivation im Fokus.
Das Lerntagebuch ist eine schriftliche Form der Selbstreflexion, die oft durch Leitfragen gestützt wird, während das Problemlösephasenmodell ein mündlich orientierter, strukturierter Ansatz ist, um Entscheidungs- und Lösungsprozesse systematisch zu analysieren.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Motivation – insbesondere das Interesse und die Erfolgswahrscheinlichkeit – eng mit dem Lernerfolg korreliert und dass die Art der Reflexion diese motivationalen Faktoren beeinflussen kann.
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